Nordische Ski-WM

Nach 4. WM-Gold: Vogt hofft auf Weltcup-Triumph und Olympia-Mixed

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Carina Vogt (M v.l.) Markus Eisenbichler, Svenja Würth und Andreas Wellinger jubeln nach ihrem Sieg beim Mixed-Teamspringen in Lahti.

Lahti - Wie vor zwei Jahren kehrt Carina Vogt mit zwei Goldmedaillen von der Ski-WM zurück. Dennoch setzt sich die überragende deutsche Skispringerin neue Ziele.

Nach einem Gold-Dinner in großer Runde musste Doppel-Weltmeisterin Carina Vogt am Ruhetag der nordischen Ski-Weltmeisterschaften bereits die Koffer packen. Während die Medaillenjagd für Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler nach dem WM-Triumph im Mixed auf der Großschanze weitergeht, sind die Titelkämpfe in Lahti für die 25 Jahre alte Ausnahme-Skispringerin und ihre Teamkolleginnen schon beendet.

Dabei wären die Damen, für die am Montag das offizielle Medaillen-Fotoshooting und ein Stadtbummel auf dem Programm standen, nur zu gerne länger geblieben. „Ich hoffe, dass irgendwann ein Mannschaftswettbewerb ins WM-Programm aufgenommen wird, damit wir nicht immer frühzeitig abreisen müssen“, sagte Bundestrainer Andreas Bauer vor dem Heimflug an diesem Dienstag.

Bei den Juniorinnen gibt es schon ein WM-Teamspringen, die Frauen warten dagegen immer noch auf eine Aufwertung ihrer Sportart. „Das wünschen wir uns natürlich“, erklärte Bauer. „Wir hoffen, dass der Weltverband das diskutiert und unsere Entwicklung weiter fördert.“

Mixed-Wettbewerb soll zu Olympia

Dazu gehört auch die verstärkt geforderte Aufnahme des Mixed-Wettbewerbes ins Programm Olympischer Winterspiele. Diesen Wunsch hatte Vogt in der Vorwoche bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach noch einmal vorgetragen. „Er hat positiv reagiert“, berichtete Vogt. „Wir hoffen mal, dass es in die Wege geleitet wird.“

Auch Herren-Bundestrainer Werner Schuster machte sich nach dem Gala-Auftritt des deutschen Gold-Quartetts, das durch Svenja Würth komplettiert wurde, für eine olympische Zukunft des Mixed-Wettbewerbes stark. „Das gibt auch kleineren Verbänden wie den Amerikanern, Italienern, Franzosen oder Kanadiern, die sonst keine vier Athleten eines Geschlechts zusammenbekommen, die Chance zur Teilnahme. Es ist wichtig, dass die Sportart international breit aufgestellt bleibt“, sagte Schuster. Er würde es daher begrüßen, wenn es „bis Peking 2022 hinhaut“.

Mit großem Vorsprung

Vogt, die bei der Titelverteidigung am Sonntagabend als Startspringerin eine überragende Vorstellung bot, will sich zunächst aber auf naheliegende Ziele konzentrieren. „Ich hätte gerne noch ein paar mehr Weltcupsiege. Und den großen Traum vom Gesamt-Weltcup verfolge ich immer noch. Ich hoffe, dass mir irgendwann mal eine Saison gelingt, die von Beginn an gut läuft“, sagte sie.

Wir groß ihr Potenzial ist, wies sie in Lahti eindrucksvoll nach. „Was Carina abgeliefert hat, war unglaublich. Sie war 20 Punkte besser als die anderen. Das sind Dimensionen, die wir nie für möglich gehalten hätten“, lobte Bauer seine Vorzeigespringerin. „Sie kann sich sehr gut fokussieren und hat die nötige Spur Gelassenheit.“

Ihre Coolness will Vogt auch im kommenden Winter als Trumpf ausspielen, wenn es in Pyeongchang um die Olympia-Medaillen geht. „Da freue ich mich schon drauf“, erklärte die Olympiasiegerin von 2014. „Von daher bin ich weiter voll motiviert.“

dpa

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