Nach Verletzung und Nierenkolik: Tom Bartels berichtet aus Willingen

Kommentiert am Wochenende trotz Verletzung: ARD-Reporter Tom Bartels. Foto: dpa

Willingen. Tom Bartels ist noch auf dem Weg nach Willingen, als er am Telefon über seine ganz besondere Vierschanzentournee berichtet. Für den Fernsehkommentator der ARD lief es in den vergangenen Tagen – sagen wir mal – nicht ganz so rund wie etwa für die deutschen Skispringer.

Dass Bartels nach all den jüngsten Ereignissen nun am gestrigen Freitag überhaupt nach Willingen kommt, ist alles andere als selbstverständlich.

Die unbequemen Tage beginnen für den 50-Jährigen an Weihnachten. Am ersten Feiertag spielt er Tennis. „Warum nicht?“, fragt er. „In meinem Alter muss man ja was tun.“ Das Problem: Für ihn endet das Festtagsfitnessprogramm mit einem Achillessehnenriss. Und trotzdem reist er zum Auftakt der Vierschanzentournee nach Oberstdorf. Während er kommentiert, muss er sein verletztes Bein hochlegen, die Krücken stellt er in die Ecke der Kabine. „Kein Problem“, sagt er.

Schon einmal plagte er sich mit einem Riss der Achillessehne herum – 2007. Damals berichtete er kurze später wieder über Fußballspiele. „Das war schwerer“, sagt er. Beim Fußball geht es hin und her, er ist unvorhersehbar. Das ist beim Skispringen anders. Skispringen ist achillessehnenrissfreundlich.

Einen Tag nach dem Tourneeauftakt in Oberstdorf wird Bartels in seinem Wohnort Köln operiert, es ist der 30. Dezember. Alles verläuft nach Plan, im neuen Jahr geht es für ihn gleich nach Innsbruck. Einsatz beim dritten Springen der Tournee. Doch am Abend zuvor bekommt er „unfassbare Schmerzen aus dem Nichts“. Erst denkt er noch, er könne am nächsten Tag irgendwie die Live-Reportage bewältigen. Aber dann muss er erkennen, dass es nicht geht. Krankenhaus statt Berg-iselschanze. Eine Nierenkolik stoppt ihn, ein Nierenstein wird entfernt. Für ihn springt Philipp Sohmer als Kommentator ein.

Bartels sagt, dass 2016 durchaus geschmeidiger hätte beginnen können. Den Spaß an seinem Beruf lässt er sich aber nicht nehmen: weder von einem Achillessehnenriss noch von dem Zwischenfall Mitte der Woche. Auf Willingen freut er sich, weil dies eine ganz tolle und hochprofessionelle Verantaltung sei. Da kommt er auch gern auf Krücken. Außerdem: „Zu Hause würde ich mir nur Gedanken machen, was noch so wehtun könnte.“

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