Rückenprobleme

Neureuther über Rücktrittsgedanken

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Felix Neureuther.

Sölden - Ski-Rennläufer Felix Neureuther hat sich im Sommer ernsthaft mit einem möglichen Rücktritt beschäftigen müssen.

„Ich habe damals zu den Ärzten gesagt: Ihr müsst ehrlich sagen, ob es noch Sinn macht. Wenn ihr sagt, dass das mit dem Rücken keinen Sinn mehr macht, lass ich es sofort“, sagte der 31-Jährige vor dem Auftaktrennen des alpinen Ski-Weltcups am Sonntag im österreichischen Sölden (9.30/12.45 Uhr/ARD) im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe). „Gott sei Dank hat sich der Rücken verbessert“, ergänzte er.

Neureuther laboriert seit Jahren an Problemen im Bereich der Lendenwirbel. Beim Weltcup-Finale im März hatten ihn Taubheitsgefühle im rechten Bein behindert, danach hatte er sich durchchecken lassen. Hätte sich seine körperliche Schwachstelle den Sommer über nicht erholt, wäre er bereit zum Rücktritt gewesen, sagte Neureuther: „Es wäre sehr hart gewesen, aber ich hätte es verstehen müssen. Wenn du Ziele hast und weißt, was in deinem Körper eigentlich drinsteckt, willst du das ausreizen.“

Die Auszeit im Sommer hat Neureuther trotzdem „komischerweise“ als „super Zeit“ erlebt. Er sei „auf die Bremse getreten“ und habe sich mental erholt. So etwa beim Langlaufen mit seiner Freundin Miriam Gössner in Norwegen und beim Urlaub im Oman.

Kritik an Olympia-Orten: „Man fühlt sich zweckentfremdet“

Kritisch beurteilt Neureuther die Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), etwa die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking. „Neue Märkte erschließen und dafür Milliarden ausgeben - das ist ein Witz“, sagte der deutsche Rekord-Weltcup-Sieger in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Als Sportler sei man ohnmächtig, riskiere seine Gesundheit für die tollen Bilder, aber werde nicht gefragt. „Man fühlt sich ein Stück zweckentfremdet."

Der 31-Jährige fuhr fort: "Das i-Tüpfelchen war, dass die Winterspiele 2022 nach Peking vergeben wurden. Da musste ich lachen. Für den Sport ist es schlimm, wenn ständig der Eindruck zementiert wird: Geld regiert!“ Er fügte hinzu: „Olympia wird ja bald nicht mal mehr bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sein. Die Entwicklung ist traurig."

SID/dpa

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