Dreimaliger Formel-1-Weltmeister vor Ort

Ruhepol im Risikogebiet: Niki Lauda besucht die Spielbank Kassel

Ein Bild mit dem Motorsportstar: Niki Lauda erfüllte dem zwölfjährigen Jannik Bräutigam aus Niestetal einen großen Wunsch. Fotos: Zgoll

Kassel. Der jüngste Autogrammjäger ist zwölf und heißt Jannik Bräutigam. Er kommt aus Niestetal, ist großer Formel-1-Fan und hat ein paar Fotos zusammengestellt von Niki Lauda.

Der ist 54 Jahre älter. Lauda soll gleich in die Spielbank Kassel kommen, das Problem für Jannik aber ist, dass er dort keinen Zutritt erhält. Also wartet er draußen und hofft, dass er den dreimaligen Weltmeister dort abpasst. Als Lauda eintrifft, lässt er sich mit Jannik fotografieren und signiert die Bilder. Lauda hat den ersten Wunsch erfüllt, bevor er überhaupt so richtig angekommen ist.

Lauda ist als Markenbotschafter eines Glückspielkonzerns hier. Er wird noch einen Mercedes-AMG GT enthüllen, den es fortan zu gewinnen gibt – als Jackpot der Spielbank Kassel. Womöglich ist das neben einer Rennstrecke genau der richtige Ort für einen wie Lauda, der stets mit dem Risiko gelebt hat, mit Glück und Pech – mitunter mit allem gleichzeitig.

Hart in der Sache

Das passt zu Lauda, der sowieso alles gleichzeitig ist – RTL-Kommentator, Aufsichtsratsvorsitzender des Formel-1-Teams von Mercedes und überhaupt: das Gesicht des Rennsports. Er ist am Nachmittag von London nach Calden geflogen, am Abend hebt er wieder ab und fliegt in seine Heimat Wien. Und doch ist Lauda bei allem Stress ein Ruhepol auf der Bühne, wenn er interviewt wird. Er schaut dabei auf die Uhr – und nimmt sich doch viel Zeit, Fragen zu beantworten.

Er steht im hinteren Bereich der Spielbank, und es kommt einem so vor, als sei er jetzt bei RTL auf Sendung. Er analysiert noch einmal das vergangene Rennen von Monaco, das Mercedes-Pilot Lewis Hamilton wegen einer Rechenpanne des Kommandostandes verlor und das daher sein Teamkollege Nico Rosberg gewann. Lauda bezeichnet das klar als „Fehler, den das Team begangen hat“. Am Vormittag hat er deshalb in London geklärt, dass in Zukunft die Entscheidung, wer wann in die Box zum Reifenwechsel fahren darf und soll, auf mehrere Schultern verteilt wird. Ganz nebenbei hat er auch noch mit Bernie Ecclestone telefoniert. Der habe ihm gratuliert, weil Mercedes die WM nun wieder spannend gemacht habe.

Er erzählt G’schichten

Jackpot mit Niki Lauda: Der Formel-1-Experte enthüllte den Mercedes, den es fortan in der Spielbank Kassel zu gewinnen gibt. Auch auf dem Bild: Marko Duchow (links) und Kay Zimmermann (Mitte) von Mercedes.

Lauda ist bei aller Härte in der Sache zugleich ein sehr schlagfertiger Unterhalter. Als es um den Airport Kassel geht, sagt er, er müsse wohl öfter in Calden landen, damit dort mehr los sei. Und als er gefragt wird, mit welchem Teamkollegen er früher am besten zurechtgekommen sei, antwortet er: „Am schlechtesten war es mit Alain Prost, weil er der Beste war. Da ärgert man sich jeden Tag.“ So erzählt der Österreicher seine G’schichten, wie er sie nennt. Von früher, von jetzt. Der Markt ist für das Gestern und das Heute vorhanden: Es sind viele jüngere Männer da, aber die Fragen aus dem Publikum stellen die, die ihn noch haben fahren sehen, die erlebt haben, wie Lauda 1976 am Nürburgring schwer verunglückte.

Nach dem offiziellen Talk gibt er Autogramme – er schreibt auch auf Mützen von Mercedes-Konkurrent Ferrari. Viele verorten ihn immer noch dort; seine ersten beiden Titel gewann er für das Team aus Maranello. Später zog er weiter, und es ist schwer, bei Alles-Lauda den Überblick zu behalten.

Womöglich ist das aber das Merkmal der Formel 1. Jannik, der über Laudas Autogramm strahlt, erzählt, dass er Mercedes-Fan ist – wegen Schumi.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.