Was war denn da los?

Niklas fegt Wahrzeichen weg: SV Elversberg ohne Kaiserlinde

Entwurzeltes Wahrzeichen: Die Kaiserlinde, Namensgeberin des Elversberger Fußballstadion, wurde Opfer des Orkans Niklas. Foto: dpa

Kassel. Fast 100 Jahre hatte diese Linde ihren Platz in Elversberg, einem kleinen Ort im Saarland. Sie diente dem örtlichen Fußballklub als Wahrzeichen - bis der Sturm kam.

Das Stadion, das 10.000 Zuschauern Platz bietet und 1983 eröffnet wurde, wurde nach ihr benannt: Waldstadion an der Kaiserlinde. Die Linde und der über Jahre hinweg aufstrebende Verein gehörten zusammen – bis Niklas kam.

Der Orkan entwurzelte die Kaiserlinde. Jetzt ist die Enttäuschung groß. „Das ist natürlich schade. Die Kaiserlinde hatte in Elversberg schon Tradition“, sagt Boris Röder, Sprecher der SV Elversberg, der gestern das bundesweite Medieninteresse am Fall der Linde befriedigen musste.

Auch in Elversberg selbst ist die Entwurzelung der Linde natürlich ein großes Thema. „Dass es aber über Elversberg hinaus eine solche Relevanz genießt, überrascht mich schon“, sagt Röder. Immerhin kann er auch eine erfreuliche Mitteilung machen: Verletzt wurde niemand, als die Kaiserlinde fiel.

Wie aber geht es nun weiter? Röder sieht es pragmatisch: „Wir pflanzen eine neue Linde und sehen es als eine Art Neuanfang.“ Der Verein ist in der vergangenen Saison aus der Dritten Liga in die Regionalliga abgestiegen, jetzt kämpft er um den direkten Wiederaufstieg. Allerdings: Im letzten Heimspiel gegen den KSV Hessen Kassel gab es eine 0:2-Niederlage.

Spötter behaupten, die Entwurzelung der Kaiserlinde habe da bereits begonnen, als der KSV Hessen an den Wurzeln des Baumes rüttelte – und zwar in Person des Sturmtiefs Mike. Denn der KSV-Wirbelwind Mike Feigenspan war vergangenes Wochenende nicht zu stoppen und schnürte in Elversberg binnen sechs Minuten einen Doppelpack.

Nun ja. „An den Wurzeln haben wir sicher nicht gesägt. Die Niederlage tat den Elversbergern auch so schon weh genug. Das mit dem Baum war dann sicher noch das i-Tüpfelchen“, sagt Torsten Pfennig vom KSV Hessen. Wie sich nun herausstellte, war das Löwengastspiel das letzte Heimspiel der Elversberger, bei dem der Namensgeber als stiller Zeuge vor dem Stadion beiwohnte.

„Für den Verein ist das natürlich schade und bitter“, sagt Pfennig. Schließlich habe die Kaiserlinde eine Symbolkraft gehabt.

Ob die Pleite gegen Kassel die Elversberger im Aufstiegsrennen trifft, das werden die nächsten Wochen zeigen. „Wie sehr uns die Niederlage tatsächlich wehtut, das sage ich ihnen am Ende der Saison“, zeigt sich Elversbergs Sprecher Röder kämpferisch.

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