19. Etappe 

Tour de France: Norweger Boasson Hagen gewinnt vor Arndt

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Bei der 19. Etappe konnte der Norweger Edvald Boasson Hagen zum Ende der 222 Kilometer langen Strecke den Tagessieg ins Ziel fahren. 

Nikias Arndt hat bei der Tour den großen Coup ganz knapp verpasst. Der Bonner Debütant belegt auf der 19. Etappe den undankbaren zweiten Platz hinter dem Norweger Edvald Boasson Hagen. 

Salon-de-Provence - Nikias Arndt jagte im Stile eines Zeitfahrers die Zielgerade hinauf, dann schüttelte er enttäuscht den Kopf. Ganz knapp hat der 25-jährige Bonner bei seiner ersten Tour-Teilnahme nach einer schweißtreibenden 190-Kilometer-Flucht einen Etappensieg verpasst. Nur wenige Meter fehlten dem zweitplatzierten Arndt zum Sieg in der Hitze von Salon-de-Provence. Stattdessen jubelte der Norweger Edvald Boasson Hagen, der den deutschen Sunweb-Profi kurz vor dem Ziel abgeschüttelt hatte und fünf Sekunden Vorsprung rettete. Chris Froome gönnte sich dagegen im Gelben Trikot eine Bummelfahrt und erreichte mit über zehn Minuten Rückstand hinter der Ausreißergruppe im Peloton das Ziel.

„Natürlich bin ich enttäuscht. Wenn ich in einer Ausreißergruppe fahre, will ich auch gewinnen. Aber Boasson Hagen war eindeutig der Stärkste. Er hat am Schluss den größten Punch. Da konnte ich nicht mehr mithalten“, sagte Arndt.

Froome: Kräfte sparen für das große Spektakel

Arndt verpasste damit den größten Erfolg seiner Karriere, nachdem er im vergangenen Jahr die Schlussetappe des Giro d'Italia gewonnen hatte - damals allerdings durch die Disqualifikation des Italieners Giacomo Nizzolo. Auch mit dem sechsten deutschen Etappensieg bei der diesjährigen Tour wurde es nichts, zuvor hatte der am Mittwoch ausgestiegene Marcel Kittel fünfmal zugeschlagen.

Geschützt von seiner Über-Mannschaft Sky sparte Froome Kräfte für das große Spektakel am Samstag vor gut 67 000 Zuschauern im Stade Vélodrome von Olympique Marseille, wo beim Zeitfahren über 22,5 Kilometer das Gesamtklassement festgezurrt wird. Froome liegt 23 Sekunden vor dem französischen Vorjahreszweiten Romain Bardet. Weitere sechs Sekunden dahinter folgt der Kolumbianer Rigoberto Uran.

Froome, der mit Abstand beste Zeitfahrer, will von einer Vorentscheidung noch nichts wissen. „Es ist ein enges Rennen, es kann alles passieren. Wenn das Zeitfahren wie in Düsseldorf läuft, dann habe ich die Oberhand. Ich bin zuversichtlich“, sagte der dreimalige Tour-Champion und sieht vor allem in Uran „die größere Bedrohung“. Der Sky-Kapitän erinnert daran, dass der Kolumbianer bei seinem zweiten Gesamtrang beim Giro 2014 das Zeitfahren gewann - und dabei namhafte Konkurrenz wie Ex-Toursieger Cadel Evans hinter sich ließ.

Angesichts des letzten Kraftakts auf dem Weg zu Sieg Nummer vier dürfte es Froome am Freitag recht gewesen sein, dass sich frühzeitig eine 20-köpfige Gruppe bildete. Damit war schnell ein Massensprint bei der Tour-Premiere in Salon-de-Provence ausgeschlossen.

Spezial-Asphalt wird in Fußball-Stadion verlegt

Der elfmalige Etappensieger André Greipel, der seit 2011 immer mindestens eine Tour-Etappe gewann, fährt in diesem Jahr damit weiter einem Erfolgserlebnis hinterher. Als letzte Chance bleibt der Prestigesprint auf den Champs Élysées am Sonntag. Auch im vergangenen Jahr hatte Greipel auf den letzten Drücker noch in Paris einen Etappensieg gefeiert.

2015 und 2016 durfte der deutsche Ex-Meister in der französischen Hauptstadt jubeln, womit ein besonderer Hattrick winkt. Das Grüne Trikot ist indes außer Reichweite. Fährt Michael Matthews die Tour zu Ende, ist dem Australier der Sieg in der Punktewertung nicht mehr zu nehmen. Gleiches gilt für seinen französischen Sunweb-Teamkollegen Warren Barguil im Bergtrikot.

Bevor in Paris der Vorhang für die 104. Frankreich-Rundfahrt fällt, hofft aber auch noch Tony Martin auf sein Erfolgserlebnis. Im Zeitfahren gehört der Weltmeister neben Froome und Ex-Skispringer Primoz Roglic aus Slowenien zu den Favoriten auf den Tagessieg. Nach überstandenen Sturzverletzungen und überwundener Erkältung rechnet sich Martin Chancen aus. Beim Auftakt war er noch im Regen am Gelben Trikot vorbeigefahren.

Auf jeden Fall wird es für Martin und Co. ein unvergessenes Erlebnis. Erstmals in der Tour-Geschichte werden Start und Ziel eines Zeitfahrens in einem Fußball-Stadion ausgetragen. 750 000 Euro lässt sich die Stadt des früheren Champions-League-Siegers die Show kosten. Dafür wird in der Arena, in der unter der Woche noch Popstar Céline Dion auftrat, ein 14 Zentimeter hoher Spezial-Asphalt verlegt.

dpa

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