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Biathlon bei Olympia 2018 in Pyeongchang: Das ist der deutsche Kader

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Die deutsche Gold-Hoffnung bei Olympia 2018: Biathletin Laura Dahlmeier.  

Die deutschen Biathleten reisen mit ambitionierten Zielen zu den Olympischen Winterspielen nach Pyeongchang. Wer steht alles im deutschen Kader und wie stehen die Chancen auf Edelmetall? Hier bekommen Sie den Überblick.

Pyeongchang - In keiner Disziplin sind die deutschen Gold-Hoffnungen derart groß wie beim Biathlon. Ein Blick auf die vergangenen Olympischen Winterspiele verrät, warum das so ist: Seit 1972 holte Deutschland sage und schreibe 20 Gold-, 26 Silber- und 15 Bronzemedaillen. Damit belegt man auch in der Nationenwertung den Spitzenplatz, noch vor der Wintersportnation Norwegen. 

Dabei gehört der Biathlon erst seit 1960 fest zum Programm der Olympischen Winterspiele. Als Vorgänger gilt der sogenannte „Militärpatrouillenlauf“, der noch bei den ersten Olympischen Winterspielen in Sankt Moritz ausgetragen wurde. 

Bei den Winterspielen in Pyeongchang wollen die deutschen Biathleten wieder voll angreifen und reichlich Medaillen abgreifen. Wenn es nach Björn Weisheit (Sportlicher Leiter Biathlon) geht, dann gibt es bereits eine sehr konkrete Zielvorgabe, wie viel Medaillen am Ende rausspringen sollen. „Fünf Medaillen sind das Ziel“, wird er vom SID zitiert. „Das ist mit dem DOSB abgesprochen. Wir peilen drei Medaillen in den Teamwettbewerben und zwei in den Einzelwettkämpfen an.“  

Diese ambitionierte Zielvorgabe scheint jedoch ob der Ergebnisse in den vergangenen Spielen durchaus realistisch. Seit 1992 holten die deutschen Biathleten immer mindestens fünf Medaillen. Ausgerechnet bei den Winterspielen 2014 in Sotschi reichte es allerdings „nur“ für zwei Silbermedaillen. 

Olympia 2018 in Pyeongchang: Termine und Zeitplan im Überblick

Olympia 2018 in Pyeongchang: Diese Biathleten sind qualifiziert

Wie auch bei den Biathlon-Weltmeisterschaften müssen sich die Athleten ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen über das Qualifikationssystem der IBU (Internationale Biathlon Union) erstreiten. Eine weitere Parallele stellen die sogenannten Startquoten dar, die sich bei den Olympischen Spielen an der Nationencupwertung der vorangegangenen Saison (2016/17) des Weltcups orientiert. Für Deutschland dürfen sowohl bei den Damen als auch bei den Herren die maximale Anzahl an Athleten an den Start gehen. Diese Athleten haben sich für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang qualifiziert:   

Damen:

  • Laura Dahlmeier (Partenkirchen)
  • Franziska Preuß (SV Haag)
  • Maren Hammerschmidt (Winterberg)
  • Denise Herrmann (Oberwiesenthal)
  • Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld)
  • Vanessa Hinz (Schliersee)

Herren:

  • Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld)
  • Simon Schempp (Uhingen)
  • Erik Lesser (Frankenhain)
  • Benedikt Doll  (Breitnau)
  • Roman Rees (Freiburg im Breisgau)
  • Johannes Kühn (Reit im Winkl)

Olympia 2018 in Pyeongchang: Das ist die Form der deutschen Biathleten

Unter den deutschen Teilnehmern steht vor allem Laura Dahlmeier im Fokus, auch wenn ihr das nicht wirklich recht ist. Die 24-Jährige gilt nicht gerade als Rampensau und konzentriert sich vorzugsweise auf ihre sportlichen Leistungen. Doch bei all dem Erfolg, den sie in den vergangenen Jahren dem deutschen Biathlon brachte, scheint es mehr und mehr eine Herausforderung, sich dem Scheinwerferlicht zu entziehen.

Zeigte Dahlmeiers Formkurve noch im vergangenen Jahr und Anfang Januar nach unten, so scheint sie kurz vor den Winterspielen rechtzeitig in Olympia-Form zu kommen. Bei der Generalprobe im italienischen Antholz konnte die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin mit einem Sieg, einem zweiten und einem fünften Platz bei den Weltcuprennen überzeugen. Beim Weltcup in Ruhpolding zuvor hatte sie mit Platz 48 noch das schlechteste Ergebnis ihrer Karriere abgeliefert, doch kurz vor dem Olympia-Trainingslager in Hochfilzen wirkt sie topfit. „Ich weiß, wo ich stehe und ich weiß, was möglich ist. Es hat sich gezeigt, dass die Formkurve stimmt“, bestätigt Dahlmeier diesen Eindruck. Die deutschen Biathlon-Fans dürfen sich berechtigterweise Hoffnungen machen, dass Dahlmeier auch in Pyeongchang wieder für Furore sorgen wird. 

Auch ihre Teamkolleginnen konnten kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele eine gute Leistung zeigen. Mit ihrem zehnten Platz im Massenstart in Antholz löste auch Franziska Preuß als letzte deutsche Biathletin ihr Ticket für Südkorea. Die Platzierungen von Maren Hammerschmidt (6.) und Vanessa Hinz (9.) sorgten ebenfalls für strahlende Gesichter im Lager der deutschen Biathleten. Im Sprint wiederum konnten Franziska Hildebrand (9.) und Denise Herrmann (10.) überzeugen. 

Olympia 2018 live im TV bei Eurosport: Das ändert sich für die Zuschauer

Olympia 2018 in Pyeongchang: Schempps Gesundheitszustand bereitet Sorgen

Bei den Biathlon-Herren dagegen steht das Stimmungsbarometer nicht ganz so hoch wie bei den Damen. Starke Rückenschmerzen zwangen die deutsche Nummer eins Simon Schempp in Antholz bereits nach dem Sprint zur Abreise. Bundestrainer Mark Kirchner zeigte sich anschließend besorgt: „Wir müssen das medizinisch abklären und dann alles dafür tun, dass er schmerzfrei nach Pyeongchang reisen kann.“ 

Immerhin konnte Johannes Kühn mit seinem fünften Platz im Massenstart seine Olympia-Teilnahme klarmachen. Benedikt Doll belegte einen guten vierten Platz. Noch besser machte es Arnd Peiffer, der im Sprint (Platz drei) einen Podestplatz holte und auch in der Verfolgung (Platz vier) vorne mit dabei war.

Olympia 2018 in Pyeongchang: Die Biathlon-Athleten im Medaillen-Check

Bevor es ab dem 9. Februar ernst wird, lohnt ein Blick auf die jeweiligen Medaillen-Chancen der deutschen Biathleten. Wer darf sich Hoffnungen auf Edelmetall machen und wer kann für eine Überraschung sorgen. Hier gibt es den Überblick: 

Laura Dahlmeier (Alter: 24): Kämpft eigentlich in jeder Disziplin um Gold. Ihre ansteigende Form vor Olympia macht Hoffnung auf gleich mehrere Podestplätze.  

Denise Herrmann (29): Viel wird von ihrer Treffsicherheit am Schießstand abhängen. Erwischt sie einen guten Tag, kann sie eine Medaille gewinnen. Die Chancen stehen nicht allzu schlecht.  

Franziska Hildebrand (30): Ihre Leistungen waren in der jüngsten Vergangenheit zu durchwachsen, um große Hoffnungen auf Edelmetall zu hegen. Doch mit ein bisschen Glück kann es auch sie auf das Treppchen schaffen. 

Franziska Preuß (23): Befindet sich auf dem Weg zu ihrer alten Form. Kann sie ihre Leistungen vor Olympia bestätigen, ist ein Überraschungserfolg drin. 

Vanessa Hinz (25): Top-Ten ja, Medaille eher nein. 

Maren Hammerschmidt (28): Auch sie kann, sollte sie verletzungsfrei bleiben, für eine Überraschung sorgen. 

Kann Simon Schempp bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang richtig angreifen? 

Simon Schempp (29): Bei ihm hängt viel von seinem Rücken ab, doch die Zeit wird knapp. Für einen topfitten Schempp ist es allerdings bereits zu spät. 

Arnd Peiffer (30): Ruft konstant gute Leistungen ab - vor allem im Sprint kann er sich Chancen ausrechnen. 

Erik Lesser (29): Hatte einen starken Saison-Start, lahmte aber zuletzt ein wenig. Eine Medaille scheint jedoch möglich. 

Benedikt Doll (27): Muss ganz eindeutig am Schießen arbeiten, denn in der Loipe gehört er zu den Schnellsten. Ein Podest-Erfolg scheint eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Roman Rees (24): Neuling und Ersatzmann, von dem noch nicht allzu viel zu erwarten ist. 

Johannes Kühn (26): Konnte sich erst im letzten Rennen für die Olympischen Winterspiele 2018 qualifizieren. Ob er überhaupt zum Einsatz kommt?  

Olympia 2018 in Pyeongchang: Das sind die Wettbewerbe beim Biathlon

Herren: 

  • Sprint 10 km (11. Februar)
  • Verfolgung 12,5 km (12. Februar)
  • Einzel 20 km (15. Februar)
  • Massenstart 15 km (18. Februar)
  • Staffel 4 x 7,5 km (23. Februar)

Damen:

  • Sprint 7,5 km (10. Februar) 
  • Verfolgung 10 km (12. Februar)
  • Einzel 15 km (14. Februar)
  • Massenstart 12,5 km (17. Februar)
  • Staffel 4 x 6 km (22. Februar)

Mixed:

  • Staffel 2 x 6 km und 2 x 7,5 km (20. Februar)

kus mit Material von SID

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