Finnland zu abgeklärt, Leistung macht aber Hoffnung

Eishockey-Team mit Pleite zum Olympia-Start - „Hatten zu viele Strafzeiten“

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Mika Pyörälä (Mite) erzielt den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für Finnland.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat das Auftaktspiel bei Olympia 2018 gegen Finnland zwar klar verloren, doch die Leistung macht Hoffnung. Phasenweise dominierte die DEB-Auswahl das Geschehen.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist nach acht Jahren mit einer Niederlage auf das olympische Eis zurückgekehrt. Im ersten Vorrundenspiel in Pyeongchang unterlag das Team von Bundestrainer Marco Sturm dem sechsmaligen Medaillengewinner Finnland mit 2:5 (1:2, 0:2, 1:1). Die schwarze Serie gegen den zweimaligen Weltmeister setzte sich damit fort: Seit 34 Jahren hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei Olympia nicht mehr gegen Finnland gewonnen (Eishockey bei Olympia 2018: Das ist der Kader der deutschen Nationalmannschaft).

Der Münchner Brooks Macek (9.) und der Berliner Frank Hördler (42.) erzielten die deutschen Tore. Für die Finnen, die bei fünf der letzten sechs Olympiaturniere Edelmetall geholt hatten, trafen Sami Lepistö (4.), Mika Pyörälä (16.), Eeli Tolvanen (38.), Lasse Kukkonen (39.) und Jonas Kemppainen (53.).

"Wir hatten zu viele Strafzeiten. Das kann man sich gegen große Nationen nicht erlauben", sagte Sturm: "Im zweiten Drittel waren wir nahe am Ausgleich. Dann haben wir wieder ein dummes Foul gemacht. Das wurde bestraft. Dann war das Spiel fast schon vorbei." Zweiter Gegner in der Gruppe C ist am Freitag (21.10 Uhr OZ/13.10 MEZ) Weltmeister Schweden. Zum Abschluss der Vorrunde trifft das deutsche Team am Sonntag (12.10 Uhr OZ/4.10 MEZ) auf Norwegen (Eishockey bei Olympia 2018 in Pyeongchang: Das ist der Spielplan).

Olympia 2018: Ausgleich durch Macek gibt Deutschland Sicherheit

Der erste Auftritt auf der großen Bühne seit Vancouver 2010 begann denkbar schlecht. Nach einem völlig überflüssigen Foul des Nürnbergers Yasin Ehliz hinter dem gegnerischen Tor nutzten die Finnen die erste Überzahl zum frühen Führungstor. Torhüter Danny aus den Birken war bei Lepistös Schuss in den Winkel machtlos. Sturm hatte dem Goalie des deutschen Meisters EHC Red Bull München den Vorzug gegeben. "Er macht einen sehr guten Eindruck, er bringt Ruhe rein", sagte der Bundestrainer.

Doch der 32-Jährige, einer von 20 Olympia-Debütanten auf dem Eis, war genauso nervös wie seine Vorderleute. Erst mit dem Ausgleich legte sich die Anspannung etwas. Nach einem klugen Pass des langjährigen NHL-Verteidigers Christian Ehrhoff traf Macek in Überzahl mit dem ersten deutschen Torschuss des Spiels. Doch ausgerechnet der erfahrene Ehrhoff leitete das zweite Gegentor ein, als er im eigenen Drittel einen Fehlpass spielte, Pyörälä stocherte den Puck über die Linie.

Im Mittelabschnitt steigerte sich das deutsche Team und drängte auf den Ausgleich. Die beste Chance ließ der Wolfsburger Gerrit Fauser aus (30.). Nachdem Sturms Mannschaft zwei Überzahlsituationen nicht genutzt hatte, schlugen die Finnen im Powerplay zu. Das 1:4 81 Sekunden später entschied das Spiel.

Olympia 2018: Sturm verzichtet auf Endras, Akdag und Mauer

Nur auf der Tribüne saßen Torhüter Dennis Endras, der einzige Spieler im Kader neben den früheren NHL-Profis Ehrhoff und Marcel Goc mit Olympia-Erfahrung, dessen Mannheimer Klubkollege Sinan Akdag und der Münchner Frank Mauer. Aus dem 25-köpfigen Aufgebot dürfen nur 22 Spieler pro Partie eingesetzt werden.

Die DEB-Auswahl hatte die Winterspiele in Sotschi vor vier Jahren verpasst. Die Rückkehr will sie nutzen, um wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu gelangen. "Du bekommst hier eine ganz andere Plattform, diese Chance musst du nutzen", hatte DEB-Präsident Franz Reindl gefordert. Unter Bundestrainer Sturm, der kurz vor Olympia seinen Vertrag bis 2022 verlängert hatte, gab es zuletzt einen klaren Aufwärtstrend: In den vergangenen beiden Jahren erreichte das deutsche Team jeweils das WM-Viertelfinale.

SID

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