Zwölf Sekunden auf Bronze

Pechstein verpasst in Pyeongchang zehnte Olympia-Medaille deutlich

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Claudia Pechstein völlig erschöpft nach den 5000 Metern. 

Claudia Pechstein riskierte alles, konnte ihr Tempo aber nur bis zur Hälfte der 5000 Meter durchstehen. Im siebten Olympia-Rennen gab es das sechste Gold für Holland.

Pyeongchang - Claudia Pechstein stützte die Arme auf die Knie und winkte mit verzerrter Miene nur kurz ins Publikum. Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin hat am Freitag die ersehnte zehnte Olympia-Medaille bei den Winterspielen in Pyeongchang um Längen verpasst. Im Alter von 45 Jahren und 359 Tagen misslang der Berlinerin mit Platz acht über 5000 Meter das Vorhaben, als älteste Frau der Olympia-Geschichte eine Medaille in einer Einzel-Disziplin zu holen.

In 7:05,43 Minuten musste die Eis-Oma im Gangneung Oval der Jugend den Vortritt lassen. Die gerade 22 Jahre alt gewordene Esmee Visser holte in 6:50,23 Minuten im siebten Olympia-Rennen das sechste Gold für die Niederlande. Sotschi-Siegerin Martina Sablikova aus Tschechien rettete in Südkorea Silber vor Natalia Woronina aus dem Team der Olympischen Athleten aus Russland. „Es ist unglaublich, Olympiasiegerin zu sein“, sagte Visser dem TV-Sender NOS.

Pechstein ist nun die älteste Frau, die je bei Olympia in einer Einzel-Disziplin an den Start ging, doch ihre Zielstellung nach dem Weltcupsieg von Stavanger war eine ganz andere.

Zwölf Sekunden auf Bronze

Sie riskierte alles, um vor 5000 Zuschauern die vorgelegte Zeit von Visser zu knacken. „Ich habe einen Plan, und wenn ich den umsetze, reicht das für eine Medaille“, hatte sie angekündigt. Doch der Plan ging nicht auf. Ihre stabilen Rundenzeiten im Bereich von 32 Sekunden hielt sie nur bis etwa zur Hälfte des Rennens durch, dann kam der so genannte „Mann mit dem Hammer“, die Zeiten stiegen von Runde zu Runde. So war der Rückstand von fast zwölf Sekunden auf den Bronzerang mehr als bitter.

3000-Meter-Europameisterin Visser hatte vor dem Rennen großen Respekt vor der mehr als doppelt so alten Veteranin aus Deutschland geäußert. „Es ist wirklich beeindruckend, was sie macht. Ich kann mir kaum vorstellen, noch so lange zu laufen, wie ich jetzt lebe. Ich ziehe den Hut vor ihr.“ Auf dem Eis ließ sie ihr dann aber keine Chance.

Mit dem Rennen in Pyeongchang schließt sich für Pechstein ein Kreis. Ihre erste internationale Medaille hat sie vor 30 Jahren mit Silber bei der Junioren-WM gewonnen. Und diese fand auch in Südkorea - in Seoul - statt. Neunte wurde dort die heutige DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen. Nur die Medaille, die war für Pechstein diesmal nicht in Reichweite.

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dpa

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