Kolumne: Mein Südkorea 

Olympia 2018: Warum in Südkorea so viele Kim oder Lee heißen 

Während der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeonchang schreibt unsere Autorin über Kurioses und Wissenswertes über das Gastgeberland. Im ersten Teil geht es um koreanische Nachnamen. 

Hatten Sie auch schon mal den Eindruck, dass viele Koreaner den gleichen Nachnamen besitzen? Ein Sprichwort lautet: Wenn man einen Stein von einem Berg in der Hauptstadt Seoul wird, trifft er immer eine Person, die Kim oder Lee heißt. Das Sprichwort sollte man nicht wörtlich nehmen. Doch was ist dran an der Behauptung?

Allein von den 122 südkoreanischen Athleten tragen 35 den Namen Kim, 13 heißen Lee und immerhin neun Athleten hören auf den Namen Park, der mit einem angelegten Grünstreifen allerdings rein gar nichts zu tun hat (die koreanische Ausssprache ist „bak“).

Klar, auch hierzulande gibt es häufige Nachnamen. Bayern-Stürmer Thomas Müller hat sage und schreibe 300 000 Namensvetter in Deutschland. Andere Namen sind eher regional geläufig. So taucht Wilke ganze 259 mal im Telefonbuch auf, und das allein im Kreis Waldeck-Frankenberg. Die zehn Millionen Kims in Südkorea können über diese Dimensionen nur lachen.

Warum gibt es also so wenigen Nachnamen in Korea? Viele deutsche Namen wie Koch oder Becker gehen auf Berufe zurück. Auf der koreanischen Halbinsel ist das anders: Früher waren Nachnamen nur Königen und Aristokraten vorbehalten. Ärmere Leute hatten nicht das Privileg eines Nachnamens, die etablierten sich erst später.

Übrigens sind nicht alle Kims, die bei den Olympischen Winterspielen antreten, verwandt oder verschwägert, da gibt es regionale Familienclans. Bleibt also abzuwarten, welcher Kim, Lee oder Park für Südkorea die ersten Medaillen absahnt.

Unsere Autorin:Nora Pfützenreuter ist 28 Jahre alt, hat zur Hälfte südkoreanische Wurzeln, ist aber in Deutschland aufgewachsen. Sie hat insgesamt fünf Mal das Heimatland ihrer Mutter besucht. Dazu gehörte ein viermonatiger Aufenthalt nach dem Abitur und ein Auslandssemester an der Korea University in Seoul. Seit Oktober 2017 ist sie Online-Redakteurin bei der HNA und interessiert sich für Social Media, Musik und Handball.

Rubriklistenbild: © picture alliance / ./YNA/dpa

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