Cindy Roleder holt Bronze

Baunataler Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz feiert EM-Silber 

+
Doppelte Freude: Die Baunataler Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz (links) holt in Berlin die Silbermedaille und feiert mit der Drittplatzierten Cindy Roleder.

Berlin. Pamela Dutkiewicz ist jetzt Deutschlands Nummer eins im Hürdensprint. In einem packenden EM-Finale auf der 100-Meter-Distanz entthronte die frühere Baunatalerin Titelverteidigerin Cindy Roleder.

In 12,72 Sekunden holte Dutkiewicz am Donnerstagabend die Silbermedaille hinter der Weißrussin Elvira Herman, die Dutkiewicz auf den letzten Metern allerdings noch den Sieg wegschnappte und mit 12,67 Sekunden ins Ziel kam. EM-Bronze ging im Berliner Olympiastadion an Roleder mit der Zeit von 12,77 Sekunden.

Bereits im Halbfinale hatten die WM-Dritte Dutkiewicz und Titelverteidigerin Roleder einen Empfang nach Maß bekommen. Das Publikum im Olympiastadion spürte ganz deutlich: hier geht was. Was, das zeigten die beiden deutschen Mit-Favoritinnen dann kurz darauf. Roleder gewann ihren Lauf in 12,83 Sekunden, Dutkiewicz benötigte sogar nur 12,71 Sekunden zum Sieg. Mit ins Finale rutschte noch die dritte Deutsche Ricarda Lobe.

In der Folge hatten die deutschen Hürdenläuferinnen gerade einmal zwei Stunden Zeit, um Kraft für das Finale zu tanken. Dementsprechend fokussiert blieb dann auch Pamela Dutkiewicz, die bis 2007 das Trikot der LG Baunatal-Fuldabrück trug, bevor sie zum TV Wattenscheid wechselte. Im leichten Dauerlauf ging es durch die Reihen der wartenden Journalisten: „Ich habe leider keine Zeit“, blieb ihr einziger Kommentar vor dem großen Final-Auftritt.

Insgesamt angesagt gewesen war das Duell eines Quartetts. Auf der einen Seite die beiden Deutschen Pamela Dutkiewicz (26) und Cindy Roleder (28), und auf der anderen Seite die zwei Schnellsten der bisherigen Saison: Alina Talay (29) und Elvira Herman (21) aus Weißrussland. Mit ihren bisher erzielten 12,42 Sekunden über die 100 Meter Hürden galt vor dem Finale am Donnerstagabend Talay als Favoritin auf den EM-Sieg.

Mannschaftsintern war Roleder mit der etwas besseren persönlichen Bestzeit von 12,59 Sekunden nach Berlin gekommen. Dutkiewicz’ Bestzeit liegt bei 12,61 Sekunden, aber in dieser Saison hatte die für den SV Halle startende Roleder bisher nur schwer Tritt gefasst. 12,81 Sekunden waren ihre diesjährige Saisonbestzeit, 12,67 Sekunden die von Dutkiewicz.

Soweit die Zahlen, aber auf der Bahn ist oft manches anders. Vor allem im Hürdensprint, wo höchste Konzentration mit größtmöglicher Schnelligkeit kombiniert werden müssen. „Es ist wichtig, beim Hürdensprint auf die Signale des Körpers zu hören“, hatte Dutkiewicz noch in diesen Tagen gesagt.

Vor dem EM-Start, bei dem Dutkiewicz und Roleder aufgrund ihrer Saisonbestzeiten direkt für das Halbfinale qualifiziert waren, hatten die beiden Rivalinnen im DLV-Trainingslager in Kienbaum noch miteinander Starts geübt. Sogar vom gemeinsamen Baden und Essen war in der Berliner Presse die Rede.

Am Donnerstag nun stand der eigene Ehrgeiz eindeutig im Vordergrund. Mit entscheidendem Vorteil für Pamela Dutkiewicz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.