Auf einem Ski zur Goldmedaille

Paralympics 2018: Das sind die 20 deutschen Athleten bei den Winterspielen

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Der Topstar des deutschen Teams: Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber gewann 2014 in Sotschi fünfmal Gold. 

Die Winter-Paralympics beginnen am Samstag im südkoreanischen Pyeongchang. 670 Athleten aus 45 Ländern kämpfen in sechs Sportarten um 80 Goldmedaillen.

Blind mit 120 Kilometern pro Stunde die Piste hinabrasen, querschnittsgelähmt Runden drehen in der Langlaufloipe oder auf einem Kufenschlitten Eishockey spielen – das sind nur einige der Disziplinen, in denen es um Gold, Silber und Bronze geht. 

Paralympics 2018: Das sind die 20 deutschen Starter

Ski Alpin: Anna Schaffelhuber ist der Star des deutschen Teams. Die Monoskifahrerin war 2014 in Sotschi in fünf Disziplinen dabei und gewann fünfmal Gold. Die 25-Jährige ist fünfmalige und amtierende Behindertensportlerin des Jahres. Eine von Schaffelhubers Konkurrentinnen im Monoski ist Anna-Lena Forster. Die Studentin vom Bodensee gewann 2014 bei ihren ersten Winterspielen zweimal Silber und einmal Bronze.

Im Gegensatz zu Schaffelhuber und Forster, die in der Klasse „Sitzend“ auf einem Ski unterwegs sind, hat Andrea Rothfuss keine Gehbehinderung. Ihr fehlt seit Geburt die linke Hand. Die 28-Jährige ist in der Klasse „Stehend“ auf zwei Skiern dabei.

Die dritte Kategorie ist „Sehbehindert“ – dort geht die 27-jährige Noemie Ristau aus Marburg an den Start. 2017 gewann sie mit WM-Bronze im Slalom. Früher war sie Nationalspielerin im Blindenfußball.

Das Küken des deutschen Alpin-Teams ist die 18-jährige Anna-Maria Rieder. Bei den Männern sind Thomas Nolte (33) aus Braunschweig und Georg Kreiter (33) dabei. Kreiter ist auf einen Rollstuhl angewiesen, nachdem er 2002 mit dem Motorrad auf dem Weg zu einem Fußballspiel verunglückte.

Paralympics in Pyeongchang: Das deutsche Team, alle Termine und TV-Übertragungen

Biathlon und Langlauf: Andrea Eskau werden neben Schaffelhuber die größten Chancen zugerechnet, als Fahnenträgerin für die Eröffnungsfeier ausgewählt zu werden. Die 46-Jährige Psychologin ist als einzige Deutsche bereits bei Sommer- und Winter-Paralympics gestartet. Sie gewann schon Gold als Radfahrerin sowie im Langlauf und Biathlon.

Neben Eskau gehen auch zahlreiche weitere deutsche Behindertensportler sowohl im Biathlon als auch im Langlauf an den Start – einige von ihnen mit guten Chancen auf Edelmetall. Martin Fleig (28) ist im Biathlon als zweifacher Weltmeister und Gesamtweltcupsieger von 2017 einer der Topfavoriten.Als zweifache Vizeweltmeisterin reist Clara Klug (23) zu ihren ersten Paralympics. Anja Wicker gewann 2014 in Sotschi Biathlon-Gold über zehn Kilometer und Silber über 12,5 Kilometer. Im Langlauf hat die 26-Jährige lediglich Außenseiterchancen.

Hinweis: Hier finden Sie unser aktuelles Spezial zu den Paralympics.

Ebenfalls in beiden Sportarten geht Vivian Hösch (26) an den Start. Der Jüngste im Team der nordischen Athleten ist der 23-jährige Langläufer Nico Messinger. Den weitesten Weg ins Training hat Steffen Lehmker aus Wolfsburg. Der 29-jährige ist zum ersten Mal bei Paralympics dabei.

Fast schon einmal bei Olympischen Winterspielen dabei gewesen wäre Alexander Ehler. Er sollte 1992 in Albertville als Biathlet für sein Geburtsland Kasachstan starten. Kurz vor den Spielen hatte er einen Unfall, infolge dessen er eine Beinlängendifferenz von neun Zentimeter hat. Nun gibt er mit 48 Jahren sein Paralympics-Debüt.

Rollstuhlcurling:  Rollstuhlcurling wurde erst 2006 in Turin ins paralympische Programm aufgenommen. Die deutschen Teilnehmer sind Skip Christiane Putzich (42), Heike Melchior (50), Wolf Meißner (48), Harald Pavel (67) und Martin Schlitt (51). Eine minimale Medaillenchance räumt Bundestrainer Bernd Weißer seinem Team ein – Gold gilt aber als sehr unrealistisch.

Snowboard und Eishockey: Sowohl im Snowboard als auch im Para-Eishockey sind keine deutschen Starter dabei. Die Snowboard-Wettbewerbe feierten 2014 im russischen Sotschi Premiere, Eishockey ist bereits seit 1994 im paralympischen Programm.

Von Christopher Ziermann und Thomas Lange (mit dpa)

Hintergrund: ARD und ZDF übertragen Wettkämpfe

ARD und ZDF übertragen aus Pyeongchang mehr als 65 Stunden live. Das ZDF macht am Freitag mit der Übertragung der Eröffnungsfeier (ab 11.50 Uhr) den Anfang. Samstag ab 0.25 Uhr gibt es die ersten Bilder von den Wettkämpfen. Die ARD übernimmt am 14. März und überträgt bis zum 18. März. Die Live-Übertragungen beginnen immer kurz nach Mitternacht deutscher Zeit und enden zur Frühstückszeit. Dazu gibt es täglich Zusammenfassungen. Als Service gibt es Audiodeskriptionen für Menschen mit Seheinschränkungen, Untertitel und die Tageszusammenfassungen online in Gebärdensprache. Die Abschlussfeier wird im Internet unter www.sportschau.de und im Kanal ONE zu sehen sein.

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