Der Brasilianer wurde dreimal Weltmeister

Pelé: Der König des Fußballs wird 75

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Schwungvoll: Auch in einem Länderspiel gegen Schweden in Malmö, das die Brasilianer 1960 mit 7:1 gewannen, war der damals 19-jährige Pelé nicht zu stoppen. 

Kassel. Er gilt als der weltweit beste Fußballspieler: DEr Brasilianer Pelé. Am Freitag wird der Fußballgott  75 Jahre alt. 

„Wenn er einen Freistoß ausführte, wollten sich die Spieler, die die Mauer bildeten, am liebsten umdrehen, um sich das Tor nicht entgehen zu lassen“, schreibt Eduardo Hughes Galeano. Der uruguayische Schriftsteller erzählt von dem Mann, der Edson Arantes do Nascimento heißt, Pelé genannt wird und O Rei do Futebol (König des Fußballs) ist. 

Wir können unsere Hochachtung nicht besser ausdrücken als Galeano und Ferenc Puskas. „Der beste Spieler der Geschichte war Alfredo Di Stefano. Ich weigere mich, Pelé als Spieler zu klassifizieren. Er war darüber“, sagte der Ungar, der selbst zu den besten Fußballern zählte.

Wir gratulieren Pelé mit den Mitteln des Journalismus. Wir erzählen von dem Fußballer, der auch UN-Sonderbotschafter, Unternehmer, Politiker und Werbestar war beziehungsweise noch ist.

JUGEND

Fast alle Menschen, die später großartige Fußballspieler wurden, waren als Kinder arm. Edson war Schuhputzer und schwänzte die Schule, um öfter Fußball spielen zu können. Die Kinder der Straßenmannschaft Sete de Setembro wurden auch die Schuhlosen genannt und spielten mit zusammengebundenen Socken oder einer Grapefruit.

FC SANTOS

Der FC Santos, ein Klub in der Hafenstadt vor den Toren Sao Paulos, war ein ganz normaler Fußballverein bevor der 15-jährige Edson für ihn Tore schoss und köpfte. 18 Jahre später hatte der FC Santos 26 Titel gewonnen, darunter zweimal den Weltpokal (1962 und 1963).

COSMOS NEW YORK

Als Pelé ein Jahr nach dem Ende seiner ersten Karriere eine zweite startete, machte er das nicht, weil er noch Lust auf Fußball hatte, sondern weil er pleite war. Unseriöse Finanzberater hatten den Fußballer zu Immobiliengeschäften gedrängt. Der Verlust betrug umgerechnet zwei Millionen Euro. Das war Pelés gesamtes Vermögen.

Der zweite Klub des Brasilianers hieß Comos New York und wollte mithilfe des besten Spielers das Fußballspiel in den USA populär machen. Pelé gelang dies - später auch kurz an der Seite von Franz Beckenbauer - allerdings nur vorübergehend. Selbst Pelé konnte sich auf Dauer gegen dominierende Sportarten wie American Football und Baseball nicht durchsetzen.

NATIONALMANNSCHAFT

Brasilianischer Nationalspieler war Pelé zwischen 1957 und 1971. In diese Zeit fielen vier Weltmeisterschaften, und dreimal hieß der Sieger Brasilien. 1966 scheiterten die Südamerikaner nur, weil Pelé in einem Vorrundenspiel von den Portugiesen zusammengetreten wurde. Bobby Moore - der Kapitän des englischen Weltmeisterteams von 1966 - hat einmal gesagt: „Pelé war der komplette Spieler. Er hatte keine Schwächen.“ Ein schönes Kompliment hat auch Sigvard Parling gemacht. Parling war im WM-Finale 1958 beim 5:2-Sieg Brasiliens gegen Schweden der Gegenspieler des damals 17-Jährigen und sagte: „Nach dem fünften Tor wollte ich applaudieren.“ 

ABSEITS VOM FUSSBALL

Fernab vom Fußballplatz ist Pelé ein ganz normaler Mensch mit Stärken und Schwächen, scheiterte als brasilianischer Sportminister und hatte auch im Privatleben nicht immer Glück. Der siebenfache Vater ist geschieden und lebt von seiner zweiten Frau getrennt.

Zum Schluss aber lassen wir Tarcisio Burgnich zu Wort kommen. Der Italiener war 1970 beim WM-Finale, das Brasilien 4:1 gewann, Pelés Gegenspieler. Burgnich hat seine Meinung über Pelé wie ein Poet formuliert: „Vor dem Endspiel sagte ich zu mir: Pelé ist aus Fleisch und Knochen, so wie ich. Danach erkannte ich, dass ich Unrecht hatte.“

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