Das Phänomen Klopp - Ein Kommentar zum Dortmunder Aus gegen den Ex

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Welch ein Fußballspiel und welch ein dramatisches Ende: Mit 4:3 hat der FC Liverpool unter Trainer Jürgen Klopp Borussia Dortmund besiegt - und ist so doch noch in der Europa League ins Halbfinale eingezogen. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Nach diesem unglaublichen Abend an der Anfield Road in Liverpool erhärtet sich der Verdacht, dass die irrsten Fußballspiele nur Mannschaften gewinnen können, die Jürgen Klopp trainiert. Er hat den Fans in seiner neuen Heimat nun auch ein Malaga-Erlebnis beschert - ein Erlebnis, das unvergessen bleibt, das nachhallt und das lange Zeit schier ausgeschlossen schien. Liverpools Anhänger werden sich das in Jahren in diversen Mediatheken noch anschauen, um gute Laune zu bekommen.

Klopp bleibt damit das, was er in Dortmund geworden ist: ein Phänomen, das es wie kein Zweiter versteht, Fußball auf eine emotionale Ebene zu heben. Gegen seinen Ex-Verein ist ihm, diesem Adrenalinmonster, das gleich in doppelter Hinsicht gelungen. Er hat sein Team selbst nach einem deutlichen Rückstand weiter nach vorn getrieben - mit der Hilfe der Masse, die er dirigiert. Und er hat die Dortmunder durch seine Art verunsichert. Im Hinspiel wurde das extrem deutlich, als Rückkehrer Klopp die Borussia mit seiner Gefühlsduselei förmlich eingelullt hat.

Das zeigt, dass er in erster Linie Profi ist, der die mentalen Dinge für sich zu nutzen weiß. Klopp mag immer noch Sympathien für Dortmund haben. Aber er scheut sich auch nicht davor, nach diesem für die Borussia so bitteren Aus eine Ehrenrunde zu drehen, sich feiern zu lassen und den Liverpoolern gestenreich zu vermitteln, für wen sein Herz jetzt schlägt. Das ist die Reaktion eines knallharten Erfolgsmenschen und nicht die eines Romantikers. Die Pointe des Spiels ist, dass in Dortmund nun alle glauben, unter Trainer Klopp wäre ihnen ein solches Ausscheiden nicht passiert. 

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