Anzug zu groß: Polnisches Team bei Weltcup disqualifiziert

Wurde am Samstag im Teamspringen disqualifiziert: der Pole Kamil Stoch. Foto:  Fischer

Willingen. Willingen und Kamil Stoch - das ist ein ganz besonderes Kapitel. Am Freitag feierte der Pole noch einen Hattrick an der Mühlenkopfschanze.

Nach den beiden Siegen im vergangenen Jahr gewann er nun auch das erste Einzelspringen des aktuellen Weltcups. Auch am Samstag stand der 27-Jährige im Blickpunkt - freilich aus einem ganz anderen Grund.

Beim Teamwettkampf soll Stoch einen Anzug getragen haben, der zu groß war. Deshalb wurde seine Mannschaft disqualifiziert. Zum zweiten Durchgang durfte sie nicht mehr antreten, was zunächst für Verwunderung sorgte. Schließlich gilt Stoch als tadelloser Sportsmann.

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Was also war genau passiert? „Der Anzug war einfach zu groß, und das ist in der Kontrolle aufgefallen“, sagte Materialkontrolleur Sepp Gratzer, der von sich aus entscheidet, wer zur Kontrolle muss - und wer eben nicht. „Das liegt ganz in meinem Ermessen.“

Dieses Mal fiel die Wahl eben unter anderem auf Stoch. „Der Stoff, aus dem der Anzug ist, ist ein recht flexibles Material, das sich dehnt. Nach fünf bis zehn Sprüngen sollte der Sportler seinen Anzug daher besser kontrollieren und reagieren.“ Heißt: „Enger nähen.“

Auch am Freitag sei Kamil Stoch zwar kontrolliert worden, aber „wir kontrollieren nicht immer die Anzüge“. Deswegen: „Es ist reine Spekulation, ob der Anzug eventuell auch am Freitag schon nicht gepasst hat.“ Überhaupt ging die Disqualifikation eher im Stillen über die Bühne: Im Stadion wunderten sich die Zuschauer darüber, dass plötzlich die Italiener am Start auftauchten und von den Polen nichts mehr zu sehen war.

„Ich habe nur über Funk von der Disqualifikation mitbekommen. Was genau gefehlt hat, kann ich nicht sagen. Man muss sein Material ständig kontrollieren. Schade für Kamil, aber der Kontrolleur wird sich diesen Schritt genau überlegt haben“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. „Ich kann nicht viel dazu sagen, warum, es kann aber immer mal passieren. Es ist nur ärgerlich fürs Team“, sagte der Deutsche Richard Freitag.

Stochs Vergehen im Teamwettbewerb hat allerdings keine Auswirkungen auf den Wettkampf heute. Da steht erneut ein Einzelspringen auf dem Programm. Stoch geht als Favorit ins Rennen. Er muss nur aufpassen, dass sein Anzug nicht zu groß ist. (frg, mis, hag)

Bilder vom Skispringen in Willingen, Tag 2

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