Manager macht Druck auf Ukrainer

Powetkin will Wladimir Klitschko boxen

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Alexander Powetkin ist heiß auf einen Kampf gegen Wladimir Klitschko.

Hamburg - Der Russe Powetkin bleibt Boxweltmeister und will endlich Wladimir Klitschko vor die Fäuste. Laut Promoter Kalle Sauerland soll das im Februar 2013 so weit sein.

Das Auftragsbuch von Wladimir Klitschko quillt über. Jetzt hat er schon zwei Gegner fürs nächste Jahr. Die Sauerland-Boxer Alexander Powetkin und Kubrat Pulew fordern nach ihren Siegen Samstagnacht in Hamburg den dreifachen Boxchampion aus der Ukraine heraus. Erst der Russe Powetkin, Weltmeister der WBA, irgendwann später der Bulgare Pulew, Europameister und internationaler IBF-Meister. „Der Kampf Powetkin gegen Klitschko muss spätestens bis zum 27. Februar ausgetragen werden“, verkündete Promoter Kalle Sauerland nach Powetkins K.o.-Sieg gegen den amerikanischen Ex-Weltmeister Hasim Rahman. „Alexanders Chancen sind auf jeden Fall besser als die von den Klitschkos zuletzt ausgegrabenen Pflaumen.“

Faules Obst hatte aber auch Powetkin vorgesetzt bekommen. Der abgetakelte Rahman gehört einfach nicht mehr in den Boxring. Seine Zeit ist nach 61 Profi-Kämpfen abgelaufen, seine Klasse dahin. In der zweiten Runde verprügelte Powetkin den einstigen Lennox-Lewis-Bezwinger wie einen Sandsack, so dass sich der 39 Jahre alte und nicht austrainierte Amerikaner ans Seil klammern musste, um nicht umzufallen. Der Ringrichter beendete folgerichtig das Duell. Nur 2,57 Millionen Zuschauer wollten das bei der ARD sehen.

Die Auswahl des WM-Rivalen ist weder dem 33-jährigen Powetkin noch dem Sauerland-Stall anzulasten, sondern einzig und allein der WBA. Die hatte Rahman zur Nummer eins und damit zum Pflichtherausforderer bestimmt. Das ist ebenso lächerlich wie die doppelte Führung von Weltmeistern. Powetkin ist seit August 2011 Champion. Den Titel besaß eigentlich Wladimir Klitschko. Doch der wurde dem Ukrainer weggenommen; stattdessen wird Klitschko seither als Superweltmeister geführt. Einfache Rechnung der WBA: zwei Weltmeister, mehr Titelkämpfe, mehr Einnahmen. Geld ist wichtiger als Seriosität.

Die besten Boxer-Sprüche

"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde." Eckhardt Dagge (rechts), Superweltergewichts-Weltmeister 1976. © dpa
George Foreman auf die Frage eines Interviewers, warum seine fünf Söhne alle "George" heißen: "Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen." © dpa
"Falls Du davon träumst, mich zu schlagen, dann wachst Du besser sofort auf und entschuldigst Dich bei mir!" Muhammad Ali © getty
"Ich weiß, wie ich Mike Tyson schlagen kann!" Das verkündete Peter Mc Neeley 1995 vor seinem Kampf gegen Mike Tyson (links). Tyson haute McNeeley (rechts) anschließend in der ersten Runde K.o. © dpa
"Er war unheimlich schnell als Champion. Er war so schnell, dass er das Licht löschte und im Bett war, bevor es im Schlafzimmer dunkel wurde..." George Foreman (links) über Muhammad Ali (rechts). Foreman wurde bei dem legendären Fight der beiden 1975 in Zaire ausgeknockt. © AP
"Es gibt schlaue Deutsche und schlaue Polen, aber Du bist ein dummer Pole. Mit Dir kann man nicht diskutieren, Du bist zu dumm..“ Graciano "Rocky" Rocchigiani (rechts) zu Dariusz "Tiger" Michalczewski (links) auf einer Pressekonferenz vor dem Kampf im Januar 2000. © dpa
„Er ist ein Asozialer. Der sollte sich auf der Straße prügeln". “ Der Tiger im April 2000 über Rocky. © dpa
Muhammad Ali wurde in einem Flugzeug vor dem Start von einer Stewardess aufgefordert, den Gurt anzulegen. Ali prahlte: "Superman braucht keinen Gurt." Die Stewardess konterte: "Superman braucht kein Flugzeug." © dpa
"Einmal machte ich zwei Wochen lang Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen." George Foreman © dpa
"In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal." Vitali Klitschko rechnete sich gute Chancen für sein Comeback aus. © dpa
Auf die 1939 gestellte Frage, ob er eigentlich wisse, wer William Shakespeare sei, antwortete Schwergewichtsboxer Tony "The TNT Kid" Galento: "Shakespeare? Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich vermute mal, er ist einer dieser ausländischen Schwergewichtler. Die sind alle lausig. Eins ist sicher, ich vermöbel den Penner." Da war die Dichterlegende nur schon fast ein halbes Jahrtausend tot. © dpa
Vor seinem letzten Profi-Kampf gegen  Trevor Berbick (links) 1981 war  Muhammad Ali (rechts) schon deutlich von seiner Parkinsonkrankheit gezeichnet. Die Bedenken, ob er überhaupt noch antreten solle, kommentierte Ali trocken: "Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht." © dpa
Alis Humor ist legendär: Nachdem er durch einen IQ-Test der US-Armee fiel, meinte er nur: “Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste” © dpa
Halbschwergewichtler Willie Pastranos kassierte böse Treffer bei einem Kampf in New York . Als er vom Ringarzt gefragt wurde, ob er überhaupt wisse, wo er sei, sagte Pastrano: “Davon kannst Du verdammt noch mal ausgehen. Ich bin im Madison Square Garden , wo ich gerade die Scheiße aus mir herausgeprügelt bekomme” © dpa
Ralf Rocchigiani lästerte: “ Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht” © dpa
Mike Tyson hörte von einem Reporter, dass sein Gegner Bruce Seldon über beeindruckende athletische Fähigkeiten verfüge. Tyson meinte nur: "Was will er tun, wenn ich ihn voll treffe? Hürdenlaufen?" Einen Tag später haute er Seldon in der ersten Runde die Lichter aus. © dpa
Mittelgewichts-Legende Hector "Macho" Camacho über seine Vorlieben: "Meine Frau buht mich aus, wenn wir Sex haben. Sie weiß, dass mich das anmacht." © dpa
Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis erzählte, wie er sich an seine einzige KO-Niederlage 1994 gegen Oliver McCall erinnert: "Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!" © dpa
"Iron-Mike" Tyson über sich selbst: "Ich weiß, ich bin ein Arschloch, aber das ist nun mal mein Stil." © dpa
Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Hein ten Hoff, als der 1952 Europameister im Schwergewicht geworden war und auf USA-Reise ging: "Nun boxen Sie mal schön, aber vergessen Sie nicht, daß wir mit den Amerikanern jetzt befreundet sind." © dpa
"Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen", erklärte Mike Tyson (links), nachdem er Evander Holyfield (rechts) 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte. Das Foto beweist das Gegenteil... © dpa
Der frühere britische Europa- und Weltmeister im Mittelgewicht, Alan Minter , meinte leicht verharmlosend: "Sicher, es gab Verletzungen und Todesfälle im Boxsport. Aber keine ernsthaften." © Getty
"Man weiß ja nicht, wie groß das bei einem da unten alles ist." Premiere-Kommentator und Ex-Profi Axel Schulz während des "Tiefschlag-Festivals" zwischen John Ruiz und Kirk Johnson . © dpa
"Er ist ein Typ der morgens um sechs Uhr aufsteht, egal welche Uhrzeit es ist." Coach Lou Duva 1996 über das harte Training von Andrew Golota (links). © Getty
"Ich werde dieses In terview sofort abbrechen, wenn Sie nicht ihr Maul halten!" US-Kommentatorenlegende Larry Merchant (Foto) während eines Interviews mit Hector Camacho Jr . zu Promoter Dan Goossen - der sagte Camacho die Antworten vor. © Screenshot: Youtube
Auf die Reporter-Frage, wie es denn zu seinem WM-Gewinn kam, antwortete Ralf Rocchigiani: “Ich habe es mal mit Training versucht” © dpa
"Ich finde, die Deutschen sind wunderbare Leute." Promoter-Legende Don King 1995 nach dem Skandal-Kampf zwischen Axel Schulz und Francis Botha , bei dem die aufgebrachten Zuschauer den Ring bewarfen. © dpa
„Warum sind Sie Boxer?“ wurde der irische Federgewichts-Champion Barry McGuigan (links) gefragt. Seine Antwort: „Weil ich kein Dichter bin. Ich kann keine Geschichten erzählen.“ © Getty
Mike Tyson über seine Ring-Strategie: "Ich versuche, die Nasenspitze meines Gegners zu treffen. Ich will ihm das Nasenbein ins Gehirn treiben." © Getty
Vor seinem Kampf gegen Rocky Marciano (Foto) verkündete Schwergewichts-Weltmeister "Jersey" Joe Walcott 1952: "Ihr könnt meinen Namen aus den Annalen streichen, wenn Marciano mich besiegt!" Marciano haute Walcott in der ersten Runde um. © AP
"Warum glaubte irgendjemand, dass er schlauer rauskommt? Er war drei Jahre im Knast - nicht auf der Uni." Promoter Dan Duva über Tyson, der sich vertraglich wieder an Don King band, kaum dass Tyson wieder ungesiebte Luft atmete. © dpa
"Mann am Bo den - jutet Jefühl" Lebensweisheit des Philosophen und Boxers Graciano "Rocky" Rocchigiani. © dpa
"Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?" Das fragte sich Schwergewichtler Michael Moorer. Doch entgegen seiner Prognose besiegte Holyfield Tyson 1996 per K.o. © dpa
"Wir sind verheiratet, wie Vater und Sohn." So beschrieb Promoter Don King sein Verhältnis zu Halbmittelgewichtler Julio César Chavez.  © dpa
Quizmaster und TV-Legende Robert Lembke ("Was bin ich?") befand: "In dieser Welt sind die einzigen Menschen, die noch die Rechte anderer beachten, die Berufsboxer." © dpa
"Foreman kann mich gar nicht getroffen haben, die Hallendecke muß heruntergekommen sein." "Smokin'" Joe Frazier (links) wurde von Foreman (rechts) 1973 mit einem linken Aufwärtshaken ausgeknockt. Frazier hob bei diesem Treffer mit beiden Beinen vom Boden ab. © Getty

„Bis zum 27. Februar wird es keinen Kampf von Wladimir gegen Powetkin geben“, erklärte Klitschko-Manager Bernd Bönte am Sonntag. „Die WBA hat uns eine 24-Monate-Frist ab dem Kampf gegen David Haye eingeräumt. Also vor Juli 2013 passiert gar nichts.“ Bönte sieht Powetkin lediglich als normalen Herausforderer, nicht als „echten Weltmeister“, wie er beteuerte. „Wir lassen uns von niemandem unter Druck setzen und zu nichts zwingen. Wladimirs Status ist so groß, dass uns kein Verband etwas vorschreiben wird.“

Den alten und neuen Europameister Pulew aus Bulgarien, der nach seinem Punktsieg über den 2,02 Meter großen und knapp 139 Kilo schweren Weißrussen Alexander Ustinow auf dem Weg zur Nummer eins der IBF ist, blendet Bönte als möglichen Rivalen für Klitschko vorerst aus. „Das wird mindestens noch ein Jahr dauern“, versicherte der Manager. „Außerdem werden wir nicht permanent Pflichtverteidigungen machen.“

dpa

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