Severin Freund freut sich über Platz drei, Lokalmatador Stephan Leyhe nicht ganz zufrieden

Schnellcheck zum Skisprung-Weltcup: Prevc fliegt allen auf und davon

Willingen. Am Ende eines gelungenen Weltcup-Wochenendes setzte sich der Favorit durch: Peter Prevc gewann in Willingen am Sonntag das Einzelspringen.

Nach dem Sieg mit der Manschaft am Tag zuvor sprang Deutschlands Topathlet Severin Freund vor 12.058 Zuschauern an der Mühlenkopfschanze erneut aufs Siegertreppchen. Der 27-Jährige wurde Dritter. Der Schnellcheck.

Wie war das Duell zwischen Severin Freund und Peter Prevc?  

Leider schon im ersten Durchgang sehr deutlich zugunsten des Slowenen vorentschieden. Peter Prevc zeigte mit 148,5 Metern die größte Weite des ersten Durchgangs und nahm Severin Freund mehr als acht Punkte ab. Der deutsche Überflieger präsentierte sich zwar erneut stark, blieb aber mit 145,5 Metern knapp hinter dem Norweger Kenneth Gangnes auf Platz drei zurück.

An der Reihenfolge änderte sich nichts mehr. Freund übernahm nach 133 Metern in Durchgang zwei zunächst die Führung, dann übertrumpften ihn zunächst Gangnes (141 Meter) und der Weltcup-Führende Prevc mit 145,5 Metern. Der Slowene gewann mit mehr als 20 Punkten Vorsprung. „Das war ein super schönes Wochenende in Willingen. Mit Platz drei bin ich zufrieden, auch wenn 30 Punkte Rückstand auf Platz eins etwas zu krass sind“, sagte Freund. Und Bundestrainer Werner Schuster meinte: „Die Reisestrapazen der vergangenen Wochen haben sich heute ein bisschen bemerkbar gemacht.“

Wer hat von den anderen deutschen Springern noch überzeugt? 

Ganz klar: Andreas Wellinger. 143,5 Meter und Platz fünf nach dem ersten Durchgang ließen den 20-Jährigen sogar von einem Platz auf dem Podium träumen. Daraus wurde nichts. Immerhin: Er bestätigte im zweiten Durchgang seine gute Leistung mit 129,5 Metern. Er blieb Fünfter. Und sagte: „Der erste Sprung war richtig gut, der zweite nah dran. Aber die Bedingungen waren auch nicht einfach.“

Wie ausgeruht war Lokalmatador Stephan Leyhe nach seinem Erholungstag im Hotel? 

Vielleicht war er noch ein bisschen im Sofa-Modus. Nach 126,5 Metern und schlechten Windbedingungen schaffte er soeben als 28. den Sprung in den zweiten Durchgang. Dort landete der 24-Jährige bei 124,5 Metern und beendete seinen Heimweltcup auf Platz 23. Er war nicht ganz zufrieden: „Mein Ergebnis ist eher mittelmäßig. Ich dachte, ich wäre ein bisschen besser drauf.“

Gab es denn eine Überraschung? 

Gleich zwei Überraschungen hatten die Nordamerikaner auf Lager – eine positive und eine negative. MacKenzie Boyd-Clowes aus Kanada hatte nicht nur den schönsten Namen, er landete auch bei für ihn überragenden 136 Metern und wird sich diesen Sprung sicher einrahmen wollen. Sein US-Kollege Kevin Bickner durfte erst gar nicht antreten, weil er wegen falscher Maße seines Anzuges disqualifiziert wurde.

Welche Sprünge fanden sonst noch Beachtung? 

Da ist der Hüpfer einer jungen Dame zu nennen, die ganz offensichtlich die Freundin des deutschen Springers Andreas Wank ist. Das Pärchen busselte sich im Innenbereich ab. Das Problem: Wanks Freundin stand noch jenseits der Absperrung. Mit Wanks Hilfe und der des Renndirektors Walter Hofer überwand sie das Hindernis mit einem gekonnten Sprung – und verschwand mit Wank. Am Ende wusste nicht einmal Wanks Teamkollege Stephan Leyhe, wie die junge Dame heißt.

Wie war die Stimmung beim Einzelspringen an der Mühlenkopfschanze? 

Wie gewohnt: klasse. Die 12 058 Zuschauer trotzten der Kälte und hielten sich mit Anfeuerung warm. Die Fans kamen aus den unterschiedlichsten Nationen. Selbst die Polen stellten eine starke Delegation, obwohl ihnen derzeit ein Siegspringer fehlt. Insgesamt kamen am Wochenende knapp mehr als 35.000 Besucher, etwas mehr als vergangenes Jahr.

Wie geht es jetzt eigentlich weiter? 

Für die Skisprungelite geht es jetzt ins österreichische Bad Mitterndorf. Dort findet am kommenden Wochenende die Skiflug-Weltmeisterschaft statt. Da geht es noch weiter als in Willingen, auch wenn die Mühlenkopfschanze die größte Großschanze der Welt ist. In Willingen selbst findet nächste Woche der Continentalcup mit Lokalmatador Paul Winter statt. Der Weltcup gastiert vom 27. bis zum 29. Januar 2017 wieder im Upland.

Hier gelangen Sie zu unserem Skisprung-Weltcup-Spezial mit allen Berichten vom Wochenende.

Fotos vom Freitag:

Skispringen in Willingen: Impressionen vom  Freitag

Fotos vom Samstag, Teil 1:

Weltcup Willingen: So sehen die Sieger aus

Fotos vom Samstag, Teil 2:

Skispringen in Willingen: Impressionen von Samstag

Fotos vom Sonntag:

Skispringen in Willingen: Impressionen von Sonntag

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