Prevc ist der Überflieger

Schnellcheck: Slowene gewinnt Vierschanzentournee, Freund wird starker Zweiter

Kassel. Am Ende hat es nicht gereicht: Severin Freund überzeugte zwar beim vierten Skispringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen mit Platz zwei, doch Peter Prevc war nicht mehr einzuholen. Der 23-jährige Slowene sicherte sich nicht nur den Tages-, sondern auch den Gesamtsieg vor dem DSV-Adler mit der Rekordpunktzahl von 1139,4 Zählern. Der Schnellcheck:

Wie nah dran war Severin Freund am Wunder von Bischofshofen?

Sagen wir es mal so: Es hätte schon Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen müssen, damit Severin Freund sich noch den Gesamtsieg sichert. Er hat wieder einmal seine ganze Klasse gezeigt, mit Sprüngen auf 136 und 141 Meter, aber Peter Prevc spielt derzeit einfach in einer anderen Liga. Allein im ersten Durchgang nahm der Slowene dem Deutschen bei seinem Satz auf 139 Meter sieben weitere Punkte ab. Im zweiten Durchgang landete er zudem noch einmal bei der Tagesbestweite von 142,5 Metern. „Es ist sehr viel aufgegangen bei der Tournee“, sagte Severin Freund, der sich „wahnsinnig“ über den zweiten Platz in der Gesamtwertung freute.

War der Weltcup in Willingen schon Thema?

Naja, Willingen ist ja irgendwie immer Thema. Denn mit Stephan Leyhe befindet sich ein Athlet des Skiclubs in diesem Winter richtig gut in Form. Die Generalprobe vor dem am Freitag beginnenden Weltcup im Upland verlief jedoch anders als erwartet. Mit 118,5 Metern schaffte es der 24-Jährige in Bischofshofen nicht in den zweiten Durchgang. Aber manchmal sind ja verpatzte Generalproben genau das Richtige.

Wie haben sich die anderen deutschen Skispringer geschlagen?

Es begann eher durchwachsen. Karl Geiger und Michael Neumayer ereilte das gleiche Schicksal wie Leyhe. Für Richard Freitag (129/129,5 Meter), Andreas Wank (126/128 Meter) und Andreas Wellinger (124,5/129 Meter), die nach dem ersten Durchgang auf den Plätzen 15, 16 und 17 lagen, ging es auch im zweiten Durchgang nicht mehr sonderlich weit nach vorn.

Wie waren die Bedingungen beim Tournee-Abschluss?

Die Springer hatten meist leichten bis mittelstarken Rückenwind, aber insgesamt waren die Bedingungen für den letzten Wettbewerb der Vierschanzentournee ordentlich. Anders als zuletzt in Innsbruck, als der deutsche Bundestrainer Werner Schuster den schlecht präparierten Aufsprunghang kritisierte, ging bei den Landungen in Bischofshofen alles glatt.

Gab es einen besonderen Moment?

Auf jeden Fall. Simon Ammann gelang zusammen mit Severin Freund und dem Österreicher Stefan Kraft mit 136 Metern die zweitbeste Weite des ersten Durchgangs. Und das ausgerechnet auf der Schanze, wo der Schweizer im vergangenen Jahr so schwer gestürzt war. „Es war ein krasser Moment. Dass ich mich nach dem letzten Jahr so präsentiere, ist schon toll“, sagte der 34-Jährige in der ARD und zeigte sich sichtlich erleichtert.

Wie war die Fernsehübertragung?

Matthias Opdenhövel und Dieter Thoma moderierten gewohnt souverän, Philipp Sohmer kommentierte eher zurückhaltend. Ihm hätte manchmal etwas mehr Emotion gutgetan. Sorgte aber für den Spruch des Tages. Nachdem der Norweger Kenneth Gangnes den Anlauf verkürzen ließ, sagte der ARD-Mann: „Eine richtige Entscheidung, sonst wäre er auf dem Parkplatz gelandet.“

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