Pro und Kontra zu Fußballnächten vorm TV

Björn Mahr (Pro) und Gerd Brehm (Kontra) über lange Fußballnächte

Von der Tagesschau bis zum Morgengrauen – der Ball rollt bei der Frauen-WM und der U-21-EM. Dazu ein Pro und Kontra von den Sportredakteuren Björn Mahr und Gerd Brehm.

Gibt es im Fernsehen zu viel Fußball? Björn Mahr findet schon. Sein Pro:  

Mit der U 21 in den Abend, mit den Fußball-Frauen durch die Nacht und zum Frühstück noch ein Auftritt der U-20-Junioren bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland. Geht’s noch? Ein Sommer ohne WM bei den Männern – und es wird so viel Fußball im Fernsehen gezeigt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Das ist in vielerlei Hinsicht schlecht. Zunächst für den Fußball in Deutschland, denn es tritt eine Übersättigung ein. Die Vorfreude auf den Start der Bundesligen wird spürbar gedämpft.

Dann trifft es aber auch für viele andere Sportarten. Diese erfahren normalerweise in einem Jahr ohne Männer-WM- oder EM im Juni eben jene Beachtung, die sie brauchen. Die Veranstalter von bedeutenden Leichtathletik-Meetings, großen Tennis-Turnieren und anderen Sportereignissen gucken in die Röhre, weil die Sendeplätze bereits den U-21-Jungs und den Frauen gehören. Angeblich sitzen die Zuschauer von ARD und ZDF ja traditionell in der ersten Reihe. In diesen Tagen ist dieser Platz aber einer, dem sich wenig Vielfalt bietet.

Anders sieht es Sportredakteur Gerd Brehm in seinem Kontra:

Stundenlang mitten in der Nacht Frauenfußball: Da spüren selbst Fußball-Junkies - wie ich - den Impuls, die Kompetenz der Programmmacher in Frage zu stellen. Nach unaufgeregter Betrachtung steht aber fest: An jeder Fernbedienung ist eine Taste zum Abschalten. Und es hat sich bisher noch kein Zuschauer gemeldet, der gezwungen wurde, sich die Spiele anzuschauen. Fernsehen, so hört man, ist in Deutschland eine freiwillige Angelegenheit.

Zudem gibt es für jeden, der auf einen Fernsehabend nicht verzichten möchte, Alternativen. Angesichts von rund 50 empfangbaren TV-Sendern ist die Palette zwischen Hochkultur und Trash breit. Und wer sich am frühen Sonntag das WM-Spiel China gegen Kamerun anschaut, wird besser einschlafen als mit einer Überdosis Beruhigungspillen.

Außerdem erinnern sich ältere Fernsehfreaks an die Zeiten, in denen ab Mitternacht das Testbild gesendet wurde. Später fuhr ein Zug mit Kamera in der Lokomotive seine Strecke ab. Und das war nicht viel interessanter als China gegen Kamerun.

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