Schnellcheck: Deutschland erarbeitet sich beim Confed Cup 1:1 gegen Chile – Halbfinale noch nicht klar

Ein Punkt im Kampf von Kasan

Der Ausgleich: Deutschlands Lars Stindl (Mitte) setzt sich gegen Charles Aranguiz durch und überwindet Torwart Johnny Herrera. Foto:  dpa

Kassel. Mit einem Sieg gegen Chile hätte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Einzug ins Halbfinale beim Confed Cup in Russland perfekt machen können. Im zweiten Gruppenspiel in Kasan gab es allerdings ein 1:1 - und so ist vor den abschließenden Partien am Sonntag noch nichts entschieden. Unser Schnellcheck:

Vorab: Was veränderte Bundestrainer Jogi Löw im Vergleich zum ersten Auftritt gegen Australien?

Für Bernd Leno stand Marc-André ter Stegen im Tor. Zudem liefen Emre Can, Matthias Ginter und Niklas Süle für Julian Brandt, Antonio Rüdiger und Sandro Wagner auf. Vier Änderungen also - und mit Lars Stindl nur ein Stürmer.

Wie war das Spiel gegen den Südamerika-Meister?

Um es aus Sicht der deutschen Spieler zu sagen: wuchtig, schnell, körperbetont. Denn so gingen die Chilenen von Beginn zu Werke. Und das hatte Erfolg. Das 0:1 in der 6. Minute resultierte allerdings aus einem individuellen Fehler. Shkodran Mustafis Pass aus dem eigenen Strafraum wird von Arturo Vidal geblockt, landet bei Alexis Sánchez. Der nimmt die Picke. Innenpfosten. Tor.

Und auch danach sind es die Südamerikaner, die immer wieder zu guten Chancen kommen. Eduardo Vargas scheitert mit einem Schuss aus 20 Metern an der Latte (19.). Kurz vor der Pause dann aber auf einmal der Ausgleich: Can spielt einen perfekten Pass in den Lauf von Jonas Hector, der serviert direkt in die Mitte. Dort grätscht Stindl zum Ausgleich ein. Pause.

Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie dann zusehends, wobei Chile weiter die besseren Chancen hatte. Sanchez per Freistoß (48.) und Vidal per Kopfball (59.) trafen aber nicht. Und so blieb es ein rassiges Duell mit vielen Zweikämpfen, in dem das junge deutsche Team einen Punkt aus dem Kampf von Kasan mitnahm.

Nach dem unglücklichen Auftritt von Leno gegen Australien: Wie machte sich ter Stegen in Spiel zwei?

Gut. Beim 0:1 war er chancenlos, ansonsten ohne Fehler. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte tauchte er schnell ab und verhinderte den Rückstand und den zweiten Treffer von Sánchez. Auch in Halbzeit zwei blieb er ein starker Rückhalt. Ein Empfehlungsschreiben für weitere Einsätze.

Gab es sonst noch etwas, das besonders auffiel?

Der Videobeweis bleibt weiterhin gewöhnungsbedürftig. Nach dem 0:1 feierten einige Chilenen, andere standen bei Schiedsrichter Alireza Faghani aus dem Iran. Der machte Anstalten den Videobeweis in Anspruch zu nehmen. Auch in der Wiederholung war aber alles sauber - außer, dass Mustafi nach seinem Fehlpass auch noch durch eine rüde Grätsche gegen Vidal auffiel. Aber das darf natürlich nicht zum Nachteil Chiles gewertet werden.

Ansonsten bemerkenswert: Löw wechselte nicht einmal. Und das bei diesem kräftezehrenden und laufintensiven Spiel. Das sieht man selten.

Wie war die Übertragung im TV?

ARD-Kommentator Gerd Gottlob war sich bereits nach drei Minuten sicher: „Deutschland wird heute wenig Ballbesitz haben.“ Prophetisch - und nicht ganz richtig. Ansonsten aber solide. Sein Fazit: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Chilenen lieber mit einem Dreier direkt ins Halbfinale gekommen wären.“ Stimmt wohl.

Wie sieht es in der Gruppe B nun aus?

Weil sich Kamerun im ersten Spiel 1:1 von Australien trennte, ist für die Deutschen theoretisch vom ersten bis zum letzten Platz noch alles möglich. Wie gesagt, theoretisch. Praktisch können sie mit einem Unentschieden am Sonntag gegen die Afrikaner (17 Uhr, ZDF) das Halbfinale klarmachen.

Von Maximilian Bülau

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