Regionalliga Südwest: Testspiele gegen Chinas U20 vorerst abgesetzt - KSV wäre 2018 dran

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Auslöser: Zuschauer hatten in Mainz Tibet-Flaggen gezeigt.

Kassel. Nach nur einer ausgetragenen Partie werden die Freundschaftsspiele gegen die chinesische U20-Fußball-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest bis zur Winterpause ausgesetzt.

Aktualisiert:14.33 Uhr - Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mit. Am Samstag (14 Uhr) hätten Chinas Nachwuchsspieler eigentlich beim FSV Frankfurt antreten sollen.

Hintergrund des Ganzen: Beim Debüt am vergangenen Wochenende hatten einige Zuschauer im Stadion von Schott Mainz Tibet-Flaggen gezeigt. Daraufhin waren die chinesischen Spieler vom Feld gegangen und die Partie war für etwa 30 Minuten unterbrochen. „Zum Bedauern aller beteiligten Parteien hat das Projekt nicht die erwartete breite Zustimmung erhalten“, teilte der DFB mit.

Abgesagt werden deshalb die Spiele gegen Frankfurt, Hoffenheim II und Wormatia Worms - die drei Partien sollen auf das Jahr 2018 verschoben werden. „Tatsächlich wurde das Projekt von einigen wenigen Zuschauern genutzt, um Botschaften zu setzen, die von der chinesischen Mannschaft, den Offiziellen, dem Betreuerstab des Chinesischen Fußball-Verbandes und auch den chinesischen Zuschauern als verletzend empfunden wurden“, schrieb der DFB. Der KSV Hessen Kassel wird erst im kommenden Jahr gegen Chinas U20 spielen - sollten die Partien bis dahin noch stattfinden.

„Wir bedauern aufrichtig, die Serie verschieben zu müssen, insbesondere wenn man bedenkt, was diese Spiele für die sportliche Entwicklung der chinesischen U20 und auch die mögliche Entwicklung der Regionalliga Südwest bedeutet hätten“, sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann: „Dennoch erachten wir die Verschiebung für zwingend, denn so schaffen wir ausreichend Zeit, um die neu entstandene Situation in aller Ruhe und Offenheit zu besprechen und im Sinne des Sports eine vernünftige Lösung zu finden. Wir sind zuversichtlich, dass wir die hervorragende Beziehung zwischen CFA (chinesischer Verband) und DFB weiterentwickeln werden.“

Das sagt der KSV

Tobias Cramer, Trainer KSV Hessen Kassel:  "Ich muss dem DFB in dieser Hinsicht wirklich mal eine positive Rückmeldung geben. Ich bin in einer Demokratie aufgewachsen. Wir leben die Demokratie als politisches System. Dazu gehört auch die freie Meinungsäußerung. Wenn die Chinesen das nicht akzeptieren, dann müssen sie wieder fahren. So ein Verhalten muss verhindert werden. Jeder Mensch ist unantastbar. Egal, wie viele Millionen die hier reinbuttern. Dann bekommen die ihr Geld zurück und gut. Insofern ist das vom DFB eine klare Linie und in Ordnung."

Jens Rose, Vorstandsmitglied des KSV Hessen Kassel: "Ob das Spiel in der Rückrunde nun gegen uns stattfindet, steht in den Sternen. Wir haben mit dem Geld zwar noch nicht geplant. Aber es ist Geld, dass wir nun nicht mehr verplanen können. An der Grundsätlichkeit wird sich bis Januar ja nichts verändern. Da sagen die Chinesen ja nicht auf einmal: Oh ja, jetzt können wir damit umgehen. Sportlich ist das schade, Ich habe mich auf das Spiel gefreut. aber wir haben eine demokratische Grundordnung und das muss man respektieren. Das ist die Problematik, wenn man aus eine Diktatur kommt und sich mit einer Demokratie auseinandersetzen muss." (mt sid)

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