Lagebericht von Kreisfußballwart Holger Franke

Saison im Amateurfußball: Abbruch oder eine Wertung?

Auch der Fußball wartet auf die Politik: Wie es mit dem Amateurfußball weitergehen wird, steht nicht fest. Die Politiker wollen sich am morgigen 3. März zum Lockdown äußern. Ob von etwaigen Lockerungen auch die Fußballer profitieren werden, darf bezweifelt werden.
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Auch der Fußball wartet auf die Politik: Wie es mit dem Amateurfußball weitergehen wird, steht nicht fest. Die Politiker wollen sich am morgigen 3. März zum Lockdown äußern. Ob von etwaigen Lockerungen auch die Fußballer profitieren werden, darf bezweifelt werden.

Was passiert im Amateurfußball? Diese Frage könnte sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Eschwege - Die Frage wie es weitergeht beschäftigt seit vielen Wochen und Monaten nicht nur die Offiziellen der diversen Fußballverbände, sondern auch die vielen Millionen Spieler – von den Kindern und Jugendlichen bis hin zu den Senioren, von der Regionalliga bis hinab in die Kreisliga C.

Eine Antwort auf diese Frage blieben die Politiker bislang stets schuldig. Keine Prognose, kein Fingerzeig und deshalb auch kein Licht am Ende des Tunnels in einer Sportart, die im Freien betrieben wird. Und weil aktuell die Temperaturen steigen, werden neue Begehrlichkeiten geweckt.

Seit dem 30. Oktober ist der Spiel- und Trainingsbetrieb im Hessischen Fußballverband (HFV) ausgesetzt. Auch im Kreis Werra-Meißner ist die Ungeduld zu spüren. Fußballwart Holger Franke hat sich jetzt mit einem Schreiben an die Vereine gewandt. Er verweist in seinem „Lagebericht“ auf den bestehenden Lockdown bis zum 7. März und auf das bevorstehende Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am morgigen 3. März.

Ministerpräsidenten treffen sich am morgigen Mittwoch

An diesem Tag sollen Perspektiven aufgezeigt werden, wie weitere Lockerungen vorgenommen werden können. Ob endlich auch der Amateurfußball profitieren wird, sei derzeit aber noch unklar, so Franke.

Der Verbandsvorstand des HFV wird am 11. März die Ergebnisse aus den politischen Beratungen besprechen und diskutieren. Klar sei aber jetzt schon, so Franke, „dass auch wir im Fußballkreis Werra-Meißner die Saison nicht wie geplant zu Ende spielen können“. Die zahlenmäßig größeren Klassen wie die Kreisoberliga und die Kreisliga B seien im vergangenen Sommer zwar bewusst geteilt und somit verkleinert worden, doch das Infektionsgeschehen der zweiten Welle in der Coronapandemie habe diese Ablaufpläne hart getroffen.

Selbst für den Fall, dass der Lockdown nicht verlängert würde und Amateursport wieder zulässig wäre, könnte unter Berücksichtigung der vom Verband angedachten Vorbereitungszeit von vier Wochen eine Rückkehr ins Spielgeschehen frühestens nach Ostern erfolgen.

Viele offene Fragen

Hinzu kommen Unklarheiten und Risiken. Denn unabhängig vom Starttermin stellen sich zahlreiche Fragen: Ist die Öffnung zunächst – wie nach dem ersten Lockdown – auf Kleingruppen beschränkt? Werden Öffnungen an Sieben-Tage-Inzidenz-Zahlen der Kreise gekoppelt? Werden Zuschauer erlaubt? Gibt es neue Anforderungen an Hygienekonzepte?

Die Linie des Verbandes sieht vor, dass eine Regelung gefunden werden soll, bei welcher eine sportliche Wertung mit Auf- und Absteigern erfolgen kann. Für die Fußballkreise mit traditionellem Spielmodell mit Vor- und Rückrunde bedeutet dies, dass die Vorrunde zu Ende gespielt werden soll. Auf dieser Grundlage (jeder hat gegen jeden einmal gespielt) könnte dann eine sportliche Wertung vorgenommen werden. Für die Kreisliga A wäre dies das passende Modell.

Alternativen

Wie Ligen mit alternativen Spielmodellen (Kreisoberliga, Kreisliga B) beendet werden sollen, wird derzeit diskutiert und rechtlich bewertet. Franke weist darauf hin, dass der Kreisfußballausschuss Werra-Meißner seine Stellungnahme bereits an den Verband übermittelt hat. Eine Überlegung sieht vor, die Play-off-Regelungen (Auf- und Abstiegsrunde) derart zu modifizieren, dass die Anzahl der auszutragenden Spiele weiter reduziert werden kann.

Dagegen sprechen aber erhebliche rechtliche Bedenken, da in einem laufenden Geschehen in die verabschiedeten Durchführungsbestimmungen eingegriffen würde und diese abgeändert werden müssten.

Sollte eine solche Vorgehensweise nicht rechtssicher umsetzbar sein, würde sich auch für den Kreis Werra-Meißner die Frage stellen, ob eine Wertung ausschließlich nach einer (vollständig ausgetragenen) Qualifikationsrunde möglich und vertretbar wäre und wie diese Wertung dann aussehen könnte.

Weiterhin müsste auch für die Kreisliga C (Einfachrunde) eine Wertungsmöglichkeit gefunden werden.

Annullierung

Eine Diskussion zu diesem Thema soll im Rahmen einer Video-Konferenz erst dann stattfinden, sobald die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen feststehen. Franke weist in seinem Schreiben aber ausdrücklich daraufhin, dass sich im weiteren Zeitablauf eine Situation ergeben kann, wonach die sportliche Beendigung der Vorrunde/Qualifikationsrunde nicht mehr sichergestellt werden kann. Dann müsste die Serie annulliert werden.

Wichtig sei, dass die Politik schnell eine Orientierung für einen Stufenplan zur Rückkehr auf die Fußballplätze gibt, wann (und unter welchen Bedingungen) der Trainings- und Spielbetrieb wieder erlaubt ist. „Erst dann können wir entscheiden, welche Konsequenzen sich hieraus ergeben“, sagt Holger Franke. (raw)

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