Verständnis für Saisonabbruch

Nach vorzeitigem Saisonende äußern sich Vertreter von Mannschaften aus der Region

Die Entscheidung ist gefallen: Die Saison im Tischtennis ist vorzeitig beendet. Die Stände vom 13. März gelten in allen deutschen Klassen – außer der Herren-Bundesliga – als Abschlusstabellen. Daraus ergeben sich Auf- und Absteiger. Die Relegationen fallen aus. Gestern Nachmittag gab der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) bekannt: Wer als Relegationsteilnehmer aufsteigen will, geht hoch. Die Teams der Abstiegsrelegation bleiben in ihren Klassen. Wir haben die Verantwortlichen von vier Vereinen aus der Region zum Saisonabbruch befragt.

SC Niestetal

„Ich finde es gut, dass es eine bundesweit einheitliche Regelung gibt“, sagt Peter Schumann zum vorzeitigen Saisonende. Der Vorsitzende des SC Niestetal hatte schon zuvor nicht mehr mit einer Fortsetzung der Saison gerechnet. Er sagt aber auch: „Jeder weiß, dass es so nicht ganz gerecht ist. Es gibt Härtefälle. Anders als im Fußball ist im Tischtennis die Anzahl der Spiele in der Tabelle meist ungleich.“ Auswirkungen auf das Damenteam in der 3. Bundesliga hat das nicht, es stand bereits als Absteiger fest.

Dafür sieht Schumann die Zweite Mannschaft in der Hessenliga benachteiligt. Er hätte dem Team aufgrund des leichteren Restprogramms als der Tabellenzweite Rodheim noch den Sprung in die Aufstiegsrelegation zugetraut. „Da haben wir gelitten“, sagt er.

TSV Besse

Ein Nutznießer der Regelung ist der TSV Besse. Die Herren des Hessenligisten stehen mit 30:2 Punkten an der Tabellenspitze, aber Verfolger NSC Watzenborn/Steinberg (28:0) hatte zwei Partien weniger absolviert. Zudem hätte das Spitzenspiel noch in Mittelhessen stattgefunden. So stand aber Besse schon vorgestern als Oberliga-Aufsteiger fest. „Natürlich freue ich mich darüber, dennoch hätte ich die Saison lieber regulär zu Ende gespielt“, sagt Besses Kapitän Sebastian Pfaff. Aber für die Mittelhessen kam gestern Nachmittag die gute Nachricht: Als Relegationsteilnehmer dürfen auch sie aufsteigen. Pfaff hatte schon zuvor gesagt: „Ich wünsche den Watzenbornern, dass sie aufsteigen dürfen. Sie haben es verdient.“

SVH Kassel

Abhaken müssen die Herren der SVH Kassel den Aufstieg in die 3. Bundesliga auf sportlichem Weg. Der Regionalliga-Zweite hätte Spitzenreiter Velbert II noch abfangen können. Eine Aufstiegsrelegation gäbe es nicht. Aber: „Es gibt in der 2. und 3. Bundesliga Mannschaften, die zurückziehen. Als Nachrücker könnten wir doch aufsteigen“, sagt Abteilungsleiter Dieter Salmen.

Das vorzeitige Saisonende geht nach Salmens Ansicht in Ordnung: „Wir können ja nicht einschätzen, wie lange die Pause gedauert hätte. Irgendwann hätten wir ohne Training wieder beginnen müssen, zudem hätte es Hallenprobleme gegeben. Zumal sich die Enttäuschung in Grenzen hält. Auch der zweite Platz ist super.“

TSV Breitenbach

„Als ich am Dienstag von der Entscheidung hörte, dachte ich an einen Aprilscherz“, sagt Sebastian Dung. Einen, den er nicht zum Lachen fand. Denn Verbandsligist TSV Breitenbach, für den er als Spieler und Abteilungsleiter tätig ist, steht auf Tabellenrang zwei. Mit guten Chancen, Spitzenreiter Lüdersdorf noch abzufangen. Aber seit gestern ist das alles egal – auch der TSV darf nun aufsteigen. Für Dung hätte es dennoch einen besseren Abschluss gegeben: „Ich hätte nach dem Stand der Hinrunde gewertet. Auch wenn wir dann ebenso nur Zweiter gewesen wären.“

Allerdings gibt es laut Dung noch ein anderes Problem: „Einige Spieler haben in der Rückrunde erst ein oder zwei Spiele gemacht. Um sie für die nächste Serie melden zu können, müssen sie aber auf mindestens vier kommen. Wie sollen sie das jetzt noch schaffen?“ Foto: privat (3)/Kasiewicz,

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