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Als „Uns Uwe“ in Wichmannshausen Tore schoss: Fußballer war 1973 und 1978 zu Gast

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Uwe Seeler traf sechs Jahre nach seinem offiziellen Abschied auch beim 6:3-Sieg eines Prominententeams in Wichmannshausen. Er war auch von Reinhold Weimar (rechts) nicht zu bremsen.
Uwe Seeler traf sechs Jahre nach seinem offiziellen Abschied auch beim 6:3-Sieg eines Prominententeams in Wichmannshausen. Er war auch von Reinhold Weimar (rechts) nicht zu bremsen. © Siegfried Furchert

Die Fußballwelt trauert um Uwe Seeler. Ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, dass die HSV-Legende auch Tore im Werra-Meißner-Kreis schoss.

Wichmannshausen – Die Fußballwelt trauert. Uwe Seeler, die Hamburger Fußball-Legende, starb im Alter von 85 Jahren. Beliebt wie kaum ein anderer deutscher Fußballer, weil Seeler zeitlebens ein bescheidener Mensch blieb.

Keine Skandale, ein Synonym für Vereinstreue und Bescheidenheit. In seiner aktiven Zeit zweifellos einer der besten Mittelstürmer der Welt. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, ein Vorbild für die Jugend.

Über Uwe Seelers sportliche Leistungen und Verdienste, 476 Spiele und 404 Tore nur für den Hamburger SV (von 1953 bis 1972), seine 72 Länderspiele und 43 Tore (von 1953 bis 1970) ist dieser Tage alles in den verschiedenen Medien zu lesen.

Zum letzten Mal trug Seeler das HSV-Trikot im Mai 1972 in einer Partie gegen eine Weltauswahl, dann war Schluss. Bei der WM 1970 in Mexiko das letzte Länderspiel (9. September), bei dem Seeler mit dem berühmten Hinterkopf-Treffer beim 3:2 gegen England glänzte.

Ältere Fußballfans der Region erinnern sich aber auch daran, dass „Uns Uwe“, wie ihn alle Welt liebevoll nannte, zweimal auch im Kreis Eschwege, in Wichmannshausen, Tore schoss: 1973 mit der Uwe-Seeler-Traditionself des HSV, als der Hamburger auch Taufpate für die neue „Uwe-Seeler-Sporthalle“ war.

Dann 1978 zum zweiten Mal Seeler-Tore in Wichmannshausen, als vor über 2000 Zuschauern ein Prominententeam, in dem neben dem Ehrenspielführer zahlreiche Ex-Nationalspieler und Prominente wie Zehnkämpfer Willi Holdorf spielten, das Seniorenteam der Gastgeber mit 7:3 besiegte.

Taufpaten gesucht

Wie aber kam der Kontakt des TSV Eintracht Wichmannshausen zu Uwe Seeler zustande? Es war der damalige TSV-Vorsitzender und HSV-Anhänger Hans-Dieter Grützner, der 1973, als der TSV sein 60-jähriges Jubiläum feierte, für die neu errichtete Wichmannshäuser Sporthalle einen prominenten Taufpaten suchte.

Erfolg hatte Grützner beim HSV, der zusagte. Die Hamburger kamen mit Uwe Seeler, der nach seinem offiziellen Abschied weiter aktiv sein wollte und eine Traditionsmannschaft gründete, in der unter anderem auch Uwes Bruder Dieter und Ex-Nationalspieler Willi Giesemann aktiv waren. Vor großer Zuschauerkulisse besiegten die Hamburger die heimische Eintracht mit 7:5, wobei auch Uwe Seeler einige spektakuläre Treffer erzielte.

„Uns Uwe“ hatte das Toreschießen also nicht verlernt. Und nach der offiziellen Taufe wurde in der „Uwe-Seeler-Halle“, die den Namen heute noch trägt, kräftig weiter gefeiert.

Über 2000 Zuschauer

Den Kontakt zum HSV pflegten die Wichmannshäuser weiter. Fünf Jahre später, 1978, lud Hans-Dieter Grützner Uwe Seeler noch einmal ein, der diesmal ein Team mit viele Ex-Nationalspielern und Prominenten mitbrachte. Über 2000 Zuschauer beklatschten die Aktionen und Treffer von Uwe Seeler, Weltmeister Helmut Rahn und unter anderem der Alt-Internationalen Horst Szymaniak, Horst-Dieter Höttges, Rudi Assauer, Pico Schütz und Torhüter Wolter.

1978 sahen über 2000 Zuschauer Uwe Seeler und ein Prominententeam in Wichmannshausen 6:3 gegen die Eintracht siegen. Im Erinnerungsfoto (von links) Trainer Linnhardt (Wichm.), Szymaniak, Karges, H. Rabe, Maske, Piechowiak, Fritsche, Weimar, Cebulla, E. Rabe, Sode, N. Schilling, R. Reimuth, Wolter (Torhüter), Rahn, Holdorf (Zehnkämpfer), Seeler, Kaack, Assauer, Roland (Regisseur), Giesemann und Höttges. Vorne von links: Matischak, L. Stunz, D. Reimuth, Schellhase, Iffert, Schütz, Erb und Lorenz.
1978 sahen über 2000 Zuschauer Uwe Seeler und ein Prominententeam in Wichmannshausen 6:3 gegen die Eintracht siegen. Im Erinnerungsfoto (von links) Trainer Linnhardt (Wichm.), Szymaniak, Karges, H. Rabe, Maske, Piechowiak, Fritsche, Weimar, Cebulla, E. Rabe, Sode, N. Schilling, R. Reimuth, Wolter (Torhüter), Rahn, Holdorf (Zehnkämpfer), Seeler, Kaack, Assauer, Roland (Regisseur), Giesemann und Höttges. Vorne von links: Matischak, L. Stunz, D. Reimuth, Schellhase, Iffert, Schütz, Erb und Lorenz. © Siegfried Furchert

6:3 besiegten die Gäste die sich eifrig wehrende Eintracht. Natürlich auch mit Treffern von Uwe Seeler, der sechs Jahre nach seinem Abschied zwar etwas fülliger geworden, aber immer noch einer der Eifrigsten und Schnellsten war. Der TSV Eintracht Wichmannshausen spielte damals in der A-Klasse eine führende Rolle, trainiert von Norbert Linhardt.

Spieler wie Norbert Schilling, Dirk Reimuth, Hubert Deiß, Reinhold Weimar, Horst Rabe, Hubert Iffert und Lothar Stunz wehrten sich energisch gegen eine hohe Niederlage.

Die Routine der Gäste und ein immer noch beweglicher und schussstarker Seeler sorgten aber für den 6:3-Sieg der Prominenz. 44 Jahre sind seit diesem denkwürdigen Spiel mit Seelers Treffern vergangen, an das viele ältere Wichmannshäuser und die, die damals aktiv waren, gern zurückdenken. Erinnerungen, die bleiben.

(Siegfried Furchert)

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