Amateure gegen Profis

Regio Team der MT Melsungen steht bei DM vor seiner größten Herausforderung

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Vor seiner vierten Deutschen Meisterschaft: A-Fahrer Axel Hauschke, der „unbedingt ankommen“ will.

Melsungen. Für Team-Manager Dieter Vaupel ist‘s ein „Riesenabenteuer“, für seine Schützlinge ein echter Kraftakt. Die Teilnahme des Regio Teams SF der MT Melsungen an der Deutschen Radsportmeisterschaft nämlich, dem Straßenrennen zwischen Baunatal und Edermünde über 204 Kilometer, ermöglicht durch eine Wild Card des Veranstalters.

Aus eigener schmerzvoller Erfahrung. Als einziger SF-Fahrer hat der 38-Jährige (als A-Fahrer) bisher an den deutschen Titelkämpfen (2001, 2002, 2003) teilgenommen - und ist dreimal nicht angekommen. Denn: „Die Jungs waren einfach zu schnell.“ Gemeint waren u.a. die Tour-Helden Jan Ulrich und Erik Zabel. Diesmal will er „unbedingt ankommen“ und glaubt realistisch an eine „50:50“-Chance, dass ich das schaffe.“

Auch Teamkollege Roman Kuntschik, der als aktuelle Nummer 86 der BDR-Rangliste als einziger MTer direkt für die DM qualifiziert wäre, sieht in der Distanz das Hauptproblem für die Lokalmatadoren. „Ab 150 Kilometer wird‘s richtig schwer“, erwartet der 30-Jährige. Und dann dürfte auch der zwölfmal zu bewältigende 14-Prozent-Anstieg in Holzhausen richtig weh tun. Wohl mehr ihm als seinen Weltklasse-Sprintkollegen André Greipel, John Degenhardt, Marcel Kittel oder Simon Geschke, denn die dürften da „locker rüberkommen“. Also hofft der Hessenmeister von 2012 auf einen „humanen Tag“ sprich ein bescheidenes Tempo sowie „Glück“, um am Ende vielleicht bei einem Massensprint dabei zu sein.

Die Unterstützung seiner Mannschaftskollegen ist dem Kasseler gewiss. Wie bei seinen bisherigen drei Saisonsiegen, zwei davon in Rennen mit Profibeteiligung. Wer und wie viele ihm helfen werden ist noch offen. Infrage kommen neben Hauschke die A-Fahrer Philipp Sohn, Stefan Arndt, Falk Hepprich und Aadyl Khatib. Aufgrund der Rekordmeldezahl von 235 Startern könnte bei einem erlaubten Feld von höchstens 200 das Regio-Team, mit einem eigenen Materialwagen dabei, von sechs auf vier Starter reduziert werden.

Dessen ungeachtet sind alle MT-Fahrer „heiß“ (Vaupel) auf die vielleicht größte Herausforderung ihrer Radsportkarriere. „Je näher die Deutsche rückte, desto motivierter und stärker sind wir gefahren“, erklärt Roman Kuntschik die seit Mitte Mai deutlich ansteigende Formkurve seines Teams. Keine schlechten Voraussetzungen also, dass Kollege Hauschke im vierten Anlauf endlich mal durchkommt und die „Rakete“ selbst für einen Achtungserfolg vor heimischem Publikum sorgt.

Von Ralf Ohm

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