Sport für jede Statur 

Kasseler Footballspieler begeistern Nachwuchs bei Probetraining 

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Etwas eindrehen: Dariusch Baumann zeigt Anna von Schwerin und Emma Neunes, wie sie einen guten Wurf vorbereiten. 

Wenn es einen Sport gibt, bei dem wirklich jeder ins Team passt, dann ist das Football. So sehen es zumindest die Spieler der Kassel Titans.

„Groß, klein, dick, dünn – die Statur ist völlig egal. Hier zählt nur, dass die Mannschaft aus Teamplayern besteht“, sagt Marcus Blair, einer der Coaches der Football-Abteilung im TSV 1891 Kassel-Oberzwehren. Bei einem gemeinsamen Tryout (Probetraining) haben die Titans am Freitag in der Sporthalle der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule rund 30 Sportbegeisterten gezeigt, worum es beim Football geht.

Aber auch wenn in erster Linie der Spaß und der Teamgeist die größte Rolle spielen – ohne Disziplin läuft nichts. Also startet die gemeinsame Trainingseinheit erst einmal mit einem strammen Aufwärmprogramm. Kurze Sprints, Knie in die Höhe, immer wieder hin und zurück. „Es ist richtig hart, ich kann kaum noch atmen, aber es macht richtig Bock“, sagt Sebastian aus Schauenburg. Er probiert sich zum ersten Mal im Football aus.

Körperspannung und Konzentration: Kolja Czerwinski (rechts) erklärt Lenn, wie er am besten verteidigt.

Sich gegenseitig motivieren, anfeuern, unterstützen – das ist bei den Kassel Titans selbstverständlich. „Wir sind eigentlich nicht nur eine Mannschaft, sondern eine große Familie“, beschreibt Dominic, einer von den Seniors, den Zusammenhalt. So ist es für die Mannschaft völlig normal, im Takt zu klatschen und „Komm schon“ zu rufen, wenn einer von den Neuen erschöpft seinen Sprint abbricht.

Nachdem den Ersten der Schweiß von der Stirn läuft, geht es an die richtige Technik. Dazu wird die große Gruppe in unterschiedliche Teams geteilt. Die erfahrenen Profis schätzen je nach Größe und Statur ein, welche Position später auf dem Spielfeld am besten passen könnte. Und dann werden wie bei einer Art Zirkeltraining folgende Positionen trainiert:

Receiver: „Receive“ heißt auf Deutsch übersetzt so viel wie „Empfangen“. Wer auf dem Football-Feld die Position des Receivers einnimmt, kümmert sich also darum, die Pässe zu fangen und anschließend so weit wie möglich in Richtung Endzone zu rennen. Was ein Receiver unbedingt mitbringen sollte: Schnelligkeit. Im Tryout wurden deshalb kurze Sprints und das Fangen der Bälle während des Laufens geübt.

Running Back: Der Running Back ist so etwas wie der Ballträger. Auch er hat die Aufgabe, den Ball in Richtung Endzone zu befördern. Seine Aufgabe ähnelt der des Receivers, allerdings bekommt der Running Back den Ball häufig direkt in die Hände. Er muss sich deshalb erst den Weg durch die gegnerische Verteidigung bahnen, um zur Endzone zu gelangen.

Defensive Back: Bei dieser Position handelt es sich um eine Verteidigungsreihe. Beim Tryout wurde daher trainiert, die gegnerischen Spieler im Laufspiel zu stoppen. Dabei ist natürlich voller Körpereinsatz gefragt.

Linebacker: „Das hier ist eine Position für die Dickeren“, ruft einer der erfahrenen Spieler. Und das ist nicht abwertend gemeint. Denn diese Verteidigungsreihe ist die letzte, die den Gegner im Lauf noch aufhalten kann. Eine zarte Körperstatur ist hier also völlig fehl am Platz.

Im professionellen Football gibt es natürlich noch weitaus mehr Positionen. Das Tryout soll zunächst nur eine erste Einschätzung liefern. So viel steht fest: Ausgepowert sind am Ende alle. „Erst hatte ich ein bisschen Angst, dass sich beim Football alle nur gegenseitig umhauen, aber es macht richtig Spaß“, stellt die 18-jährige Anna von Schwerin fest. Und damit ist sie nicht allein. Dass die Kassel Titans wie eine große Familie sind, davon hat jeder zumindest ein bisschen was gespürt.

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