Leichtathletin

Anastasia Troniceks Sprung in ein neues Leben

Vor gut einem Jahr reifte in der jungen Leichtathletin Anastasia Tronicek der Entschluss, ihre Karriere voranzutreiben.

Sie wechselte von der LG Alheimer Rotenburg-Bebra ins Erfurter Sportgymnasium.

Bad Hersfeld – Offen, unverkrampft und authentisch kommt sie rüber. Und sie weiß offenbar, was sie will. Anders ist es nicht zu erklären, als sie sich dazu entschloss, ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern. Weg vom Elternhaus, weg von der Modellschule Obersberg, weg von der LGA, weg von den Freundinnen – hin in die thüringische Landeshauptstadt. Anastasia, die vor wenigen Tagen 18 wurde, schlug ein neues Kapitel in ihrem Leben auf.

„Ich wollte Schule und Sport besser verbinden“, sagt sie, als sie dieser Tage mal wieder in Bad Hersfeld zu Besuch ist. Und der Ehrgeiz, sich zu entwickeln, nahm rasch Formen an. Im März vergangenen Jahres wechselte sie die Schule, erst vor wenigen Monaten den Verein. Dem Erfurter LAC gehört sie jetzt an.

Kaum angekommen, wollte sie die Norm von 4:55,20 knacken, um an den Deutschen Hallenmeisterschaften der U 20 in Neubrandenburg teilnehmen zu können. Binnen einer Woche verbesserte sie zweimal ihre persönliche Bestzeit: Ende Januar wurde sie in 5:05,1 thüringische Meisterin – am 2. Februar lief sie im Vorprogramm der Erfurter Indoors 4:55,01. Die 18-Jährige hatte ihr Ziel erreicht.

Dass Meisterschaftsläufe speziell sind, diese Erfahrung machte auch Anastasia. „Nervosität hat eine ganz große Rolle gespielt, und der Rennverlauf war ganz anders “, bemerkt sie. „Mit Ellbogen-Einsatz, und dass soviel nach Taktik gelaufen wird.“ Drei Vorläufe gab es, Anastasia erwischte den schnellsten – und wurde Vierte. Eine Läuferin war in einem anderen Lauf eine Sekunde schneller. Die 18-Jährige schied aus. Bitter war das.

Dass sie in Erfurt innerhalb kurzer Zeit durchstarten würde, das war so nicht abzusehen. „Das Pensum ist das Doppelte von dem bei der LGA“, sagt ihr Vater Tomas und ist von der raschen Leistungsentwicklung seiner Tochter schon ein wenig überrascht. Der Wechsel nach Erfurt, das ist schon ein Sprung in eine andere Welt. „Jeder gibt alles für den Sport“, hat Anastasia schnell ausgemacht. Die Einstellung ist ganz anders. Man unterstützt sich gegenseitig und wird von allen ernst genommen. Man merkt es auch bei Wettkämpfen.“

Der Tagesablauf der 18-Jährigen ist eng getaktet im Sportgymnasium. „Um 6.15 Uhr stehe ich auf, ab 7.30 Uhr ist für 90 Minuten Unterricht, es folgen zwei bis drei Stunden Training, nach dem Mittagessen wieder Schule und nochmals zwei Stunden Training.“ Anastasia brauchte eine Zeit der Eingewöhnung, und heute sagt sie: „In den ersten Wochen war es ganz schön stressig, ich bin abends um acht ins Bett gefallen und wusste gar nicht, wann ich die Hausaufgaben machen sollte. Aber irgendwann habe ich das hinbekommen.“

Eine Art Leitbild sieht sie in Gesa Felicitas Krause. „Ich wollte beim letzten Lollslauf im Oktober unbedingt Dritte über fünf Kilometer werden, damit sie mir eine Medaille überreichen konnte“. In Erfurt soll Anastasia neben den 1500 künftig auch die 400, 800 und 2000 Meter Hindernis laufen. Und hofft, dass sie Schule und Sport weiter unter einen Hut bringt.

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