Am Sonntag erstmals im ZDF 

Moderatorin, Autorin, Tennisspielerin: Andrea Petkovic ist keine normale Sportlerin 

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Jetzt auch als Moderatorin im TV zu sehen: Tennisspielerin Andrea Petkovic. 

Sie ist nicht nur eine erfolgreiche Tennisspielerin, sondern auch eine Autorin und seit neuestem auch Moderatorin: Andrea Petkovic.

Vor dem ersten Aufschlag gab es Grüße von Marko Marin. Wie Tennisspielerin Andrea Petkovic wurde der Fußballer im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren. Auf Serbisch wünschte Marin der 32-Jährigen viel Glück beim Debüt als Moderatorin der ZDF-Sportreportage am Sonntag. 

Petkovic hat ihre Heimat in Darmstadt gefunden. Noch ist sie auch im Tennis-Zirkus unterwegs. Doch sie bereitet sich schon auf ihr Leben danach vor. Unter anderem als Autorin.

Andrea Petkovic - Die Moderatorin

„Ich bin die Neue hier.“ So begrüßte Petkovic die ZDF-Zuschauer im roten Oberteil, roten Rock, schwarzer Strumpfhose und schwarzen Stiefeln gegen 17.10 Uhr am Sonntag. Bei ihrem ersten Casting sei sie sehr nervös gewesen, sagte die 32- Jährige in einem Interview gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die Nervosität war Petkovic auch als es ernst wurde, noch anzumerken. Zunächst. Doch das legte sich. Und ihre größte Angst, ein Versprecher der Marke Schalke 05 oder Mainz 06, unterlief ihr nicht.

Petkovic leitete von Fußball-EM zu Marko Marin weiter zur 2. Liga und Handball-WM der Frauen und schließlich vom Biathlon zur Formel 1. Das lief schon ganz flüssig, vielleicht ein bisschen zu viel Gestik und sprachliche Akzentuierung.

Andrea Petkovic - Die Intellektuelle

Den Spitznamen „Intellektuelle“ hat Petkovic auf der Tennistour weg. Und das nicht, weil sie die 11. Klasse übersprang und ihr Abitur mit der Note 1,2 abschloss. Nicht weil sie neben der Tenniskarriere auch ihr Fernstudium der Politikwissenschaft vorantrieb. Die 32-Jährige interessiert sich für Kunst und Kultur. Ihr Freund Jesse Kotansky ist Geiger. Sie mittlerweile Autorin.

Für die Süddeutsche und die FAZ war sie als Kolumnistin im Einsatz. In den USA schreibt sie für diverse Zeitschriften, zum Beispiel das Racquet Magazine. Der SZ sagte sie, sie sehe sich eher als Schriftstellerin denn als Moderatorin. Ende 2020 soll ihr erstes eigenes Buch erscheinen – eine fiktionale Autobiografie.

Andrea Petkovic - Die Sportlerin

Bekannt wurde Petkovic aber als Tennisspielerin. Zu ihrer besten Zeit stand sie auf Rang neun der Weltrangliste, sie gewann sechs Turniere auf der WTA-Tour und spielte bislang mehr als sieben Millionen Euro Preisgeld ein. Sie begann mit dem Sport, als sie sechs Jahre alt war. Ihr Vater Zoran war Tennislehrer.

Ihr Stil wurde oft als Hauruck-Tennis beschrieben. Immer nach vorn, immer aggressiv, immer kraftvoll. Petkovic ist eine Kämpferin. Ihre besten Zeiten liegen aber in der Vergangenheit. Verletzungen warfen die 32-Jährige immer wieder zurück. Im SZ-Interview sagte sie: „Verletzungen können einem den Glauben nehmen.“ Dennoch startet sie im Januar in ihre 15. Profisaison – als Weltranglisten-79.

Nicht nur im Tennis setzt sich Petkovic für Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ein. Sie beschreibt sich selbst nicht als Feministin. Wenn es frauenfeindlich werde, wähle sie diese Bezeichnung aber selbst – zur Abgrenzung.

Andrea Petkovic - Die Heimatverbundene

Petkovic wurde in Tuzla im ehemaligen Jugoslawien geboren. Ihre Familie flüchtete nach Deutschland, als sie sechs Monate alt war. Heute heißt ihre Heimat Darmstadt. Obwohl ihr Freund in den USA lebt, hat Petkovic ihren Wohnsitz in Hessen. Sie isst dort gern im Restaurant Radieschen, schätzt die vegetarische Küche.

Nach Mainz zum ZDF hat sie es also nicht weit. Am kommenden Sonntag wird sie das nächste Mal die Sportreportage moderieren. Beim ersten Mal verabschiedete sich Petkovic so: „Das war’s für mich mit meiner ersten Sportreportage. Ich hoffe, es hat auch Ihnen ein bisschen Spaß gemacht.“ Dann ging sie aus dem Bild. Wir hätten auf jeden Fall nichts gegen einen Petko-Dance am Sonntagabend.

Weitere Sportler, die ins TV wechselten

  • Franziska Schenk, Ex-Eisschnelläuferin: Neben mehreren deutschen Meistertiteln, einem WM-Sieg und Olympia-Bronze 1994 hatte Franziska Schenk immer auch die Karriere danach im Blick. Die heute 45-Jährige studierte nämlich Germanistik, Film- und Medienwissenschaften und legte den Magistergrad ab. Seit 1998 arbeitet sie als Moderatorin und Reporterin für die ARD und den MDR, vornehmlich bei Eisschnelllauf-, Bob- und Rodelwettbewerben. Seit 2012 gehört Schenk zum Team der ARD-Sportschau. Sie lebt in Leipzig, ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Töchter sowie einen Sohn.
  • Rudi Cerne, Ex-Eiskunstläufer: Zweimal deutscher Meister, einmal EM-Zweiter und bei Olympia 1984 ganz knapp die Medaille verpasst – nach der aktiven Eiskunstlauf-Karriere ging es über die Show „Holiday on Ice“ zum Fernsehen. Nach freier Mitarbeit bei WDR und HR berichtete der heute 61-Jährige von Eiskunstlauf- und Tanzwettbewerben – zunächst in der ARD, später beim ZDF. Hier moderierte er unter anderen das „Aktuelle Sportstudio“ und präsentiert seit 2002 die Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Cerne lebt mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in der Nähe Hanaus.
  • Kristin Otto, Ex-Schwimmerin:  Längst gehört Kristin Otto zu den Gesichtern des ZDF. Die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Sportjournalistin für den Mainzer Sender tätig. In den 80er-Jahren feierte sie Titelgewinne am Fließband. Allein bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 eroberte sie für die DDR sechs Goldmedaillen. 2013 wurden Otto von der US-Fachzeitschrift Swimming World die Auszeichnungen als Weltschwimmerin des Jahres (1984, 1986, 1988) aberkannt – wegen systematischen Dopings in der DDR.
  • Alexander Bommes, Ex-Handballspieler: Zu den besten deutschen Handballern zählte Alexander Bommes nicht. Aber zumindest kann der heute 43-Jährige Erstliga-Einsätze bei Bayer Dormagen und Traditionsklub VfL Gummersbach vorweisen. Als Torjäger glänzte der gebürtige Kieler in der 2. Liga bei seinem Heimatklub TSV Altenholz. Schon während seiner Handball-Karriere war er als Sportreporter für den NDR tätig. Inzwischen moderiert er regelmäßig die ARD-Sportschau. Einem breiten Publikum wurde Bommes durch seine Moderation der Sendung „Gefragt, gejagt“ bekannt.
  • Danja Müsch, Ex-Beachvolleyballerin: Die Außenangreiferin, die aus Vellmar stammt und jetzt mit ihrer Familie im Rheinland lebt, absolvierte 45 Länderspiele für die Nationalmannschaft und gewann 1994 mit Münster den Europapokal. Danach wechselte die heute 48-Jährige in den Sand, wurde mit Beate Bühler Europameisterin und nahm an drei Olympischen Spielen teil. Es folgten Auftritte im Fernsehen, unter anderen als Moderatorin bei Sport 1. Bei sportdigital.tv war Müsch als Reporterin neben Volleyball auch für Basketball und Handball zuständig. Heute arbeitet sie im Marketing bei Asics.

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