Eschweger zum „Fittest Man“gekürt

Angelo Di Milo bezwingt Konkurrenz seines Alters bei Crossfit Open

Angelo Di Milo
+
Ist zufrieden mit seinem Abschneiden bei der Crossfit Open: Angelo Di Milo aus Eschwege, hier zu sehen auf einem Archivfoto. Archivfoto: Privat/nh

„Ich war einfach total geflasht und habe gedacht, ich sehe nicht richtig. Mit diesem Erfolg hätte ich nie gerechnet“, sagt Crossfit-Athlet Angelo Di Milo aus Eschwege.

Eschwege ‒ Was ihn so sehr bewegt hat? Das Resultat seiner Teilnahme bei der „Crossfit Open“, einem weltweiten Wettbewerb. Dort erreichte der 45-Jährige den ersten Platz in seiner Altersklasse und darf sich fortan Deutscher Meister nennen. Aber der Reihe nach.

„Crossfit ist letzten Endes ein moderner Mehrkampf. Übergreifend über mehrere Disziplinen wird hier die Fitness der Wettkämpfer getestet“, erklärt Di Milo, der mit „Box9“ ein eigenes Fitnessstudio in Eschwege führt. Wobei er mit einem Lachen hinzufügt: „In unserer Szene sagen wir eher Box dazu.“

Die Crossfit Open seien eines der wichtigsten Turniere in der Szene. „Die Open haben einen riesigen Stellenwert, da sie weltweit Beachtung finden und so viele Sportler daran teilnehmen“, sagt Di Milo. Allein in diesem Jahr seien es knapp 240.000 Sportler aus zahlreichen Ländern der Welt gewesen.

Preis für Di Milo

Der Eschweger selbst trat in der Klasse der fortgeschrittenen Sportler seines Alters an und räumte dabei hierzulande den ersten Platz ab – bei großer Konkurrenz. Allein in Deutschland musste er sich gegen über 200 andere Athleten behaupten. Die Belohnung: Ab sofort darf sich Di Milo als „Fittest Man“, also den fittesten Mann, in ganz Deutschland bezeichnen.

Gegenüber der weltweiten Konkurrenz schnitt der 45-Jährige ebenfalls gut ab: „Über den ganzen Globus verteilt haben 13.000 Leute in meiner Klasse teilgenommen, da belegte ich Platz 244.“

Doch wie funktioniert das Turnier in einer Zeit, in der dank Coronapandemie sportliche Wettkämpfe weltweit kaum beziehungsweise nur unter strengen Auflagen möglich sind? Das Zauberwort lautet hier „Internet“. Die Wettkämpfer bekamen Programme zugeschickt, die es zu absolvieren gab. Diese mussten gefilmt werden – ob Zuhause oder im Fitnessstudio, das war egal. Eine Jury bewertete dann die Leistung der Sportler und vergab dafür Punkte.

„Die Programme waren für uns unbekannt. Wir haben sie freitags zugeschickt bekommen und mussten das Video bis Montag abgeschickt haben“, fügt Di Milo hinzu. Insgesamt seien vier Programme über drei Wochen zu absolvieren gewesen. An den ersten beiden Wochenenden jeweils ein Programm, am finalen Wochenende zwei.

„Die ersten beiden Programme liefen extrem gut für mich. Da war ich in meiner Altersklasse weltweit sogar unter den besten zehn“, erinnert sich Di Milo. Danach musste er aber federn lassen: „Übungen drei und vier hatten mehr mit Gewichten zu tun. Da habe ich als leichterer Athlet natürlich das Nachsehen.“

Nichtsdestotrotz war der 45-Jährige mit seiner Leistung sehr zufrieden. „Eigentlich bin ich ganz entspannt an die Open rangegangen. Ich wurde ein halbes Jahr davor noch operiert. Deswegen war ich total begeistert, dass ich so gut abgeschnitten habe“ drückt Di Milo seine Freude aus.

Qualifikation für WM

Seine gute Leistung wurde mit dem Erreichen der nächsten Runde der Qualifikation für die sogenannten „Crossfit Games“ belohnt – der Weltmeisterschaft in der Sportart. Laut Di Milo seien nur die besten zehn Prozent der Open für diese Qualifikationsstufe zugelassen gewesen. Die besten 20 aus dieser Runde seien für die finalen Wettkämpfe der Crossfit Games qualifiziert.

Dort wird Di Milo aber nicht dabei sein. Die Qualifikationsrunde begann bereits Anfang Mai – und der 45-Jährige hatte nicht die Möglichkeit, sich ausreichend dafür vorzubereiten. „Ich war positiv auf Corona getestet worden und konnte einfach nicht richtig trainieren.“ Daher blickt er lieber zuversichtlich auf das kommende Jahr: „Nächstes Jahr wird wieder bei der Open geballert und dann schauen wir, wie weit es bei den Crossfit Games für mich geht, sofern ich mich qualifiziere.“

An der Motivation soll es jedenfalls nicht scheitern. Di Milo will in den kommenden zwölf Monaten hart trainieren, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Denn, und das sei das Besondere am Crossfit, man weiß nie, womit man es zu tun bekommt. „Unsere Programme vereinen keine klassischen Disziplinen aus anderen Wettkämpfen. Da kann es sein, dass du verschiedene Elemente miteinander kombinieren musst“, fügt Di Milo hinzu.

Stolz auf Schüler

Neben seinem eigenen Abschneiden ist Di Milo zusätzlich noch stolz auf die Leistung seines Schülers, Sedrick Ladner. Der erreichte bei der Open eine Platzierung unter den 100 besten Deutschen – und erreichte ebenfalls die nächste Qualifikationsrunde der Crossfit-Games.

Erfolgserlebnisse wie diese sind es, die Di Milo motivieren, täglich zu trainieren. „Crossfit ist einfach eine geile Reise. Es gibt immer wieder etwas Neues in diesem Sport und man entwickelt sich weiter.“ Zudem lobt er die weltweite Gemeinschaft in dieser Sportart. „Nach meinem Titel als Fittest Man in Deutschland haben mir Kollegen aus der ganzen Welt gratuliert.“ Hoffentlich erhält Di Milo diese Glückwunsche auch im nächsten Jahr wieder. (Kevin Hildebrand)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.