Biathlon

Mark Andree Sippel schaut beim Weltcup genau hin

Liegendschießen: Mark Andree Sippel visiert beim Sommerbiathlon die Scheibe an.
+
Liegendschießen: Mark Andree Sippel visiert beim Sommerbiathlon die Scheibe an.

Faszination Wintersport: Der Haunetaler Mark Andree Sippel schaut beim Biathlon-Weltcup genau hin.

Stärklos – Am Sonntagmorgen hat der 28-Jährige Stärkloser, der in Wiesbaden im Hessischen Competence Centrum arbeitet, noch einen Waldlauf absolviert. Vom Sternberg bis zur Autobahn und wieder zurück – 14 Kilometer in rund 90 Minuten. Ein für ihn langsamer, aber nichtsdestotrotz notwendiger Lauf. „Im Winter ist es wichtig, die Fitness hochzuhalten“, sagt er.

Seit 2014 ist der Sportschütze auch Läufer, seit ein paar Jahren auch Biathlet – aber nur im Sommer. „Skifahren, vor allem Skaten, habe ich nicht gelernt“, bekennt er freimütig. „Vielleicht sollte ich es mal versuchen.“

Sippel ist als guter Schütze bekannt. Die Resultate aus seinem zweiten Hobby, dem Laufen, haben ihn dazu ermuntert, einen Biathlonwettkampf zu bestreiten. Bei der Präsenzvariante des Bad Hersfelder Lollslaufes wurde er über die Zehn-Kilometerdistanz Dritter, in 39:44 Minuten nur vier Sekunden hinter dem Triathleten Lars Hildebrand. Über fünf Kilometer wurde er in 17:05 Minuten sogar Zweiter – ein Resultat, das sich sehen lassen kann. „Damit war ich mehr als zufrieden“, sagt er. Im Biathlon waren seine Ergebnisse schon so stark, dass er bei den Deutschen Meisterschaften starten durfte. Und mit der Mannschaft sogar einen fünften Platz belegte. Die Frage, welche Sportart - Schießen, Laufen oder Biathlon - ihm am besten gefällt, bezeichnet er als „richtig gemein“: „Schließlich habe ich in allen schon gute Resultate erzielt. Aber inzwischen ist es so, dass der Reiz beim Biathlon, also der Kombination zwischen Schießen und Laufen, am größten ist.“ Wobei beim Schießen es nur darauf ankomme, das die Scheibe fällt. „Beim normalen Sportschießen wird ja die Ringzahl gezählt.“ Zurück zum vergangenen Sonntag: Nach dem 14-Kilometerlauf hat sich Sippel dann selbstverständlich die Liveübertragung vom Biathlon in Antholz im Fernsehen angesehen.

Immer wieder fallen ihm Details bei einzelnen Athleten auf. Zum Beispiel wie sie sich beim Schießen konzentrieren. Die Aufmerksamkeit beim Anschlag ist das A und O. Komplett unter Körperspannung und unter schwierigen äußeren Bedingungen wie Nebel oder Wind die Scheibe treffen – das ist der große Reiz. „Da spielt sich alles im Kopf ab. Dein Leistungsvermögen muss permanent hoch sein, um da erfolgreich zu bleiben.“ Es sei erstaunlich, wie viele Schützen weniger als eine halbe Minute für fünf Treffer brauchen,. „Die wichtigsten Schüsse sind dabei immer die ersten und die letzten.“

Wie dicht Glück und Pech im Biathlon beieinander liegen, musste das deutsche Damenteam in Südtirol erfahren. Obwohl sie weniger Nachlader hatten als die anderen Teams, kamen sie nur auf Rang zwei.“ Der Weltcup in Antholz war im Übrigen der letzte vor der WM im slowenischen Pokljuka. Da hätten die Deutschen gute Medaillenchancen. „Ich denke, bei den Mannschaftsdisziplinen wird es schon Edelmetall geben. Wenn wir im Einzel etwas holen wollen, müssten wir schon einen Sahnetag erwischen.“ Bei den Männern seien vor allem die Norweger, die schon im Weltcup sehr dominant aufgetreten sind, die großen Favoriten. Johannes Thingnes Boe will sicherlich seine Einzelergebnisse der letztjährigen Weltmeisterschaft wiederholen, wo er Sieger beim Massenstart wurde. „Er will aufs Treppchen, ganz klar.“

Sippel ist im Übrigen ein Fan von Laura Dahlmeier. „Sie motiviert sich, in dem sie sich immer Ziele setzt“, sagt er. Auch Sippel hat ein Ziel: Bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich zu sein. Das scheint möglich.

Hartmut Wenzel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.