Viererbob: Am Königssee „Dresche bekommen“

Arndt-Crew mit Speer EM-Sechster

Den Gesamtweltcup gewonnen: Maximilian Arndt, Alexander Rödiger, Jan Speer und Marko Hübenbecker (v.l.). Foto:  Hase/dpa

Königssee. Jan-Martin Speer hat seinen Einsatz beim Weltcup-Finale der Bobfahrer am Königssee bekommen; doch an die Spitze fahren konnte der Viererbob von Weltcup-Gesamtsieger Maximilian Arndt mit dem Wirmighäuser Anschieber an Position vier bei den gleichzeitig als Europameisterschaft gewerteten Rennen am Sonntag nicht.

Der Olympia-Ersatzmann aus Wirmighausen belegte im Arndt-Schlitten die Plätze acht (für das letzte Weltcup-Rennen) und sechs (für die EM-Wertung). „Die Leistungen waren sehr durchwachsen. Aber die Wetterverhältnisse waren nicht pralle; es lag öfters Schnee in der Bahn. Nach jedem dritten Schlitten musste gekehrt werden“, beschrieb Jan-Martin Speer die schwierige Verhältnisse. Zudem sei im zweiten Lauf auch noch Material getestet worden. Dennoch freute sich der Wirmighäuser, als er nach den Rennen mit den Teamkameraden der Arndt-Crew die Weltcupschale in Empfang nehmen durfte.

Der Waldecker war für Martin Putze in den Arndt-Vierer gekommen. Der Vierer lag in der internen deutschen Wertung hinter dem Francesco Friedrich-Schlitten, aber vor dem Thomas Florschütz-Bob. „Dass ich jetzt auch noch die EM fahren darf, ist genial“, hatte sich Speer im Vorfeld gefreut. Arndt machte mit seiner Platzierung den Gewinn des Gesamt-Weltcups perfekt.

„Sind alle enttäuscht“

Dennoch war das Abschneiden der deutschen Bobs nicht zufriedenstellend; von der „Schmach am Königssee“ war sogar die Rede. „Die olympische Generalprobe hatten wir uns sicherlich anders vorgestellt. Wir hatten uns mehr vorgenommen und sind alle enttäuscht, dass es nicht funktioniert hat“, meinte Cheftrainer Christoph Langen. Alarmsignale ließ der Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt verlauten: „Wir haben auf der Bahn hier richtig Dresche bekommen. Wir wissen nicht genau warum, das müssen wir noch genau analysieren.“ Routinier Florschütz wollte vor Olympia keine Unruhe aufkommen lassen: „Das Ergebnis kann man vergessen, man muss es so hinnehmen. Das ist nicht unser Leistungsstand, das wissen wir auch.“

In der Königsklasse gab es somit lange Gesichter. „Das hatte ich mir sicherlich etwas anders vorgestellt, um den Weltcupsieg perfekt zu machen. Doch vor der Saison war die Kristallkugel mein Ziel und dies habe ich geschafft. Wenn die Generalprobe in die Hose geht, kann das Hauptziel nur gut werden“, sagte Arndt.

Anstrengender Tag

Für Jan-Martin Speer endete spät am Sonntag Abend ein anstrengender und langer Tag, denn der Wirmighäuser trat noch am Abend mit Vater und Freunden die Rückreise nach Waldeck an. Auch die nächsten Tage sind für den Wirmighäuser prall gefüllt: „Am Montag Mittag kommt FFH zu mir zum Interview. Danach gilt es noch weitere Vorbereitungen zu treffen, Wäsche zu machen und vieles mehr. Aber jetzt freue ich mich total auf Olympia“, sagte Speer. Möglicherweise stehe auch noch Athletik-Training auf dem Programm.

Im Hessen-Fernsehen

Vor Sotschi und nach seinem Weltcup-und EM-Einsatz am Königssee macht Jan-Martin Speer einen weiteren Abstecher ins Hessen-Fernsehen am heutigen Montag, 22.45 Uhr, in der Sendung Heimspiel. (dpa/had/rn)

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