Corona-Pandemie

Auch Nordhessencup fällt aus, aber WVC will Lauf ausrichten

„Es macht einfach keinen Sinn.“ Fünf Worte reichen Armin Hast aus, die endgültige Absage nun auch des Volkslauf-Nordhessencups zu verkünden.

18 einzelne Veranstaltungen von Klubs unter dem Dach des von Hast geführten Cup-Vereins waren in diesem Sommer geplant. Doch eine nach der anderen musste verlegt und/oder abgesagt werden. „Letztlich ist es nicht möglich, transparente, nachvollziehbare Wertungskriterien für eine Serie zu erstellen“, sagt Hast.

Armin HastNordhessencup-Vorsitzender

Die Lage

Den Bebraer schmerzt diese Entscheidung, schließlich ist die 2003 begründete Laufserie noch nie ausgefallen. „Es gab immer mal einzelne Rennen, die meist kurzfristig nicht stattfinden konnten. Aber da wurde immer reagiert und oft der Lauf auch nachgeholt“, berichtet Hast. Natürlich habe er sich inzwischen mit den Folgen der Corona-Pandemie arrangiert, „zwangsläufig“, aber die Absage jetzt sei auch angesichts vieler Reaktionen enttäuschter Laufenden bitter. Immerhin wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 10 000 Starts gezählt.

Der Zwiespalt

Hast sieht sich da auch im Zwiespalt der Gefühle, denn auch Unverständnis mischt mit. „Ich kann derzeit einige politische Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen. Da sind viele Regelungen im Umgang mit Corona nicht mehr transparent, es scheint, als mache von Bundesland zu Bundesland jeder, was er will. Im privaten Bereich sind Feiern mit bis zu 250 Menschen erlaubt, in den Schulen sind sich Jugendliche und Lehrer wieder sehr nahe, und auch im Sport gibt es keine klare Linie“, sagt der 51-Jährige.

Die Hoffnung

... sie stirbt zuletzt. Und tatsächlich gibt es da ein Team von sechs, sieben Leuten, die zumindest einen Renntag hinbekommen wollen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Hygiene- und Zonenkonzept für den Hessischen Leichtathletik-Verband und die Behörden der Stadt Kassel, um am 16. August unseren Lauf anbieten zu können. Und das real, nicht virtuell“, erklärt Martin Bussas von der WVC Kassel am Auedamm. „2018 waren wir die einzigen, die ihr Rennen absagen mussten, jetzt wollen wir die Einzigen sein, die ausrichten.“

Der Plan: Läufe über 15 und 20 Kilometer nur für Erwachsene, die vorangemeldet sind, Wellenstarts für Kleingruppen mit jeweils zehn Aktiven, um mehr Abstand zu ermöglichen. Am Donnerstag sollen intern die nächsten Weichen gestellt werden.

Der Ausblick

Normalerweise klopft Nordhessencup-Macher Armin Hast am 30. Juni bei den Vereinen die Pläne und Termine für das nächste Jahr ab. Das will er auch jetzt in Angriff nehmen. Doch es gibt viele, viele Fragezeichen über die Rahmenbedingungen – und das wird wohl auch noch längere Zeit so bleiben. „Welche Möglichkeiten haben die gastgebenden Vereine vor Ort? Sind Startbereich und Laufstrecke breit genug zum Einhalten von Abstandsregeln und welche Vorgaben gelten dann überhaupt? Wie sieht es bei Umkleiden und Duschen aus? Können die Vereine über Catering Einnahmen generieren?“ Das sind die Fragen, die auch für 2021 die Perspektive für den Nordhessencup abbilden. Archivfoto: Andreas Fischer/nh HINTERGRUND

Nur ganz selten sind Nordhessencup-Läufe ausgefallen. Mehrfach betroffen war aus Armin Hasts Erinnerung die TG Wehlheiden, weil bei Gewittern in Kassel Bäume umgestürzt waren und kurzfristig die Laufstrecke im Park Schönfeld von der Stadt gesperrt werden musste. 2018 musste die WVC aus Ausrichter passen, weil auf der Fulda eine Wassersport-Großveranstaltung eine Sperrung der Laufstrecke für die Leichtathleten auf dem Auedamm nicht zuließ. Und im vergangenen Jahr „verliefen“ sich etliche Teilnehmer bei der FTSV Heckershausen auf der neuen Fünf-Kilometer-Route, sodass dieses Rennen nur bedingt für die Serie gewertet werden konnte.

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