1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Handballer aus Hersfeld überzeugen höherklassig

Erstellt:

Kommentare

Im Deckungsverbund: Lasse Reinhardt und sein Bruder Fynn (in Rot von links) sowie ihr Mitspieler Phil Räbiger im Spiel gegen die Menden Sauerland Wölfe.
Im Deckungsverbund: Lasse Reinhardt und sein Bruder Fynn (in Rot von links) sowie ihr Mitspieler Phil Räbiger im Spiel gegen die Menden Sauerland Wölfe. © Dieter Schachtschneider

Diese Zugabe hätten sie nicht gebraucht. Knapp verpassten die Drittliga-Handballer des GSV Eintracht Baunatal am Ende der Vorrunde den Sprung in die Aufstiegsrunde der 3. Liga – und damit den vorzeitigen Klassenerhalt.

Baunatal/Fritzlar – Damit dauert auch für die ehemaligen Bad Hersfelder Fynn und Lasse Reinhardt die Saison bis Mitte Mai. Ist der Spielplan der unteren Ligen, in denen ihr Heimatklub TV Hersfeld um den Klassenerhalt in der Landesliga kämpft, schon kompliziert, so wird es einige Etagen höher erst recht knifflig.

Grob vereinfacht gesagt: Es gibt sieben Gruppen mit je fünf oder sechs Mannschaften. Die ersten zwei schaffen den Klassenerhalt, die dahinter liegenden Mannschaften – insgesamt 25 – müssen in der kommenden Saison eine Etage tiefer antreten. Die Großenritter müssen sich in ihrer Gruppe mit Burgwedel, Budenheim, Burgdorf II und Bad Neustadt auseinandersetzen, zudem zählen die Ergebnisse, die sie in ihrer Vorrundengruppe gegen die Sauerländer Wölfe Menden erspielt haben. Das waren 2:2 Punkte. Hinzugekommen sind seitdem ein 26:26 bei Hannover-Burgwedel, ein 34:23 in Bad Neustadt, ein 33:32 im Topspiel in Burgdorf und ein 31:27 im ersten Heimspiel der Serie gegen Hannover-Burgwedel.

Hinter Tabellenführer Burgdorf ist die Mannschaft von Trainer Dennis Weinrich momentan Zweiter, hätte also den Klassenerhalt gepackt.

Fynn Reinhardt (23), im linken Rückraum zu Hause, ist seit 2018 bei der Eintracht, sein Bruder Lasse (21), der im Rückraum auf beiden Seiten spielt, folgte ihm ein Jahr später. „Wir wollten nie in diese Abstiegsrunde“, stellt Lasse Reinhardt klar. „Gegen Ende der Vorrunde haben wir Duelle gegen direkte Konkurrenz verloren, aber auch den Tabellenführer geschlagen. Normalerweise wären wir im Mittelfeld der Tabelle gelandet.“

Jetzt stünden der Mannschaft noch vier Wochen lang wichtige Spiele bevor, „da brauchen wir jeden Punkt“, sagt Lasse Reinhardt. „Wir haben den Klassenerhalt in der eigenen Hand, und es sieht gut aus.“ Fünf Treffer gelangen ihm in den bisherigen vier Spielen der Runde, drei seinem Bruder Fynn. Der gehörte mit 76 Treffern in der Hauptrunde zu den torgefährlichsten Baunatalern. Beide haben für die kommende Saison der Eintracht mündlich zugesagt. Endgültig entschieden, so Lasse Reinhardt, wird am – hoffentlich glücklichen – Ende der Serie.

Ähnlich kompliziert mit Staffeln, Auf- und Abstiegsrunden gestaltet sich der Saisonverlauf bei den Frauen. Für Hannah Berk und ihr Team vom SV Germania Fritzlar allerdings ist die Saison beendet. Die vom TV Hersfeld stammende Berk wurde in ihrer Zwölferstaffel mit den Fritzlarerinnen Fünfte. Ausreichend für den vorzeitig gesicherten Klassenerhalt, aber zu wenig, um in der Aufstiegsrunde mitzumischen.

Trotzdem ein Erfolg, an dem die 19-Jährige selbst großen Anteil hat. So führte sie ihr Team mit neun Treffern am ersten Spieltag zum 24:23 gegen den Hannoverschen SC und war Teil des Rumpfteams, das in Recklinghausen brillierte. Bei der SVG ist folglich seit zwei Wochen Zeit, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben.

2019 wechselte Hannah Berk nach Fritzlar und kommt dort als Rechtsaußen oder im rechten Rückraum zum Einsatz. 110 Tore gelangen ihr in 20 Einsätzen, sie ist damit elftbeste Werferin der Staffel und mit Abstand treffsicherste Fritzlarerin.

Beim Spiel gegen Recklinghausen, einem ihrer stärksten Auftritte in der Saison: Hannah Berk, die früher beim TV Hersfeld spielte.
Beim Spiel gegen Recklinghausen, einem ihrer stärksten Auftritte in der Saison: Hannah Berk, die früher beim TV Hersfeld spielte. © Artur Schönburg

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf“, berichtet Berk. „Vor der Saison gab es einen Umbruch, mehrere erfahrene Spielerinnen haben aufgehört, viele junge sind dazugekommen.“ Die treffsichere 19-Jährige weiß, dass auf sie und ihre Tore gesetzt wird. „Das ist schon ein gewisser Druck“, gibt sie zu, „denn ich möchte ja auch liefern“. Trotzdem gehe sie mitviel Spaß an die Sache heran. Und das auch in der kommenden Saison in Fritzlar: Der Vertrag für die Serie 2022/23 ist unterschrieben. Ein Zweitliga-Aufstieg mit der Germania wäre ein Traum, eine Zukunft irgendwann einmal in der Bundesliga ein weiterer, den Hannah Berk nicht aus den Augen verlieren möchte.

(Rainer Henkel)

Auch interessant

Kommentare