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Aufschlag, Chance und ganz viel Jubel

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Rainer Henkel, Sportredakteur
Rainer Henkel, Sportredakteur © Nadine Maaz

Sie haben es tatsächlich geschafft: Eintracht Frankfurt ist Europapokalsieger! Im Elfmeterschießen bezwangen die Frankfurter die Glasgow Rangers und krönten ihre tolle sportliche Reise über den Kontinent.

Ganz sicher hat jeder von uns Freunde, Bekannte, Kollegen, die mit der Eintracht fiebern oder sogar in Sevilla dabei waren. Ihre Geschichten werden sie oft und lange erzählen. Glückwunsch!

Glückwunsch auch an einen heimischen Verein: 50 Jahre wird alt wird der TTC Lax. Zum runden Geburtstag haben sich die Laxer eine Tischtennis-Hessenmeisterschaft gewünscht – und sie für dieses Wochenende bekommen. Das wiegt umso mehr, als es aus bekanntem Grund lange keine solchen größeren Veranstaltungen gab. Der Hunger danach ist also groß. Und der Kampf der besten Hessen vor eigenem Publikum ist obendrein ein Lohn für langjährige tolle Vereinsarbeit.

Alexander Prokopenko ist 20 Jahre jung und hat Mut. Der in Friedlos geborene Fußballer hat den Regionalligisten Carl-Zeiss-Jena verlassen und versucht, bei der U 23 des SC Freiburg in der 3. Liga Fuß zu fassen. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

Womit wir wieder beim überregionalen Fußball wären. Denn eben jener SC Freiburg steht heute zum ersten Mal in seiner Geschichte im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig. Bei aller gebotenen Neutralität: Viele Fans dürften eher der Elf aus dem Breisgau und ihrem sympathischen Trainer Christian Streich die Daumen drücken als dem Klub des Getränke-Multis Red Bull. Siegt der Sportclub, gäbe es wohl die nächsten großen Fußball-Jubelszenen. Denn vor Frankfurt erlebte schon Gelsenkirchen nach Schalkes Aufstieg einen Platzsturm, danach Stuttgart nach dem Klassenerhalt des VfB und Bremen nach Werders Aufstieg.

Nun sind Platzstürme gefährlich und sollten nicht zur Regel werden, und auch in Frankfurt blieb die Feier leider nicht so friedlich wie gewünscht. Doch eins scheint klar: Die Begeisterung der Fans, sie bricht sich auch deswegen so ungezügelt und überschäumend Bahn, weil es genau das ist, was wir so lange vermisst haben. Das Zusammensein im Jubel, die Emotionen im Stadion und später in der Stadt. Geisterspiele, Fußball ohne Fans – das war nichts, lautet die Botschaft. Erst jetzt und in diesen Momenten ist der Fußball zurückgekehrt.

Kein Verständnis für den Stuttgarter Jubel hatte allerdings Uli Hoeneß: „In Stuttgart denkt man ja, sie haben die Weltmeisterschaft gewonnen. Dabei sind sie nur nicht abgestiegen“, stichelte der Ehrenpräsident des Rekordmeisters Bayern München.

Missgunst? Kaum. Eher Ärger darüber, dass den frenetisch jubelnden Fans anderer Klubs mediale Aufmerksamkeit zuteil wird, während die eigenen Anhänger die zehnte Meisterschaft eher beiläufig zur Kenntnis nehmen. Stuttgart-Boss Alexander Wehrle konterte Hoeneß übrigens verbal aus: „Wenn man die Emotionen bei den Feiern der Bayern sieht, denkt man, sie sind gerade Zehnter geworden – und nicht zum zehnten Mal Meister.“

Schönes Wochenende!

Von Rainer Henkel

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