Finn, Erik und Sina Hiege betreiben seit ihrer Kindheit Kampfsport

Geschwister Hiege stehen auf Karate

Die Geschwister Sina Mackel (von links), Finn Hiege und Erik Hiege aus Morschen-Konnefeld vom Karate-Dojo Rotenburg.
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Kampfkunst aus Leidenschaft: Für die Geschwister Sina Mackel (von links), Finn Hiege und Erik Hiege aus Morschen-Konnefeld war und ist das Training im Karate-Dojo Rotenburg ein fester Bestandteil ihres Lebens.

Bei den Geschwistern Hiege aus Morschen-Konnefeld dreht sich alles um Karate. Angefangen hat alles vor etwa 21 Jahren mit Sina Mackel (geborene Hiege), die mit ihren Cousins beim Training im Karate-Dojo Rotenburg vorbeischaute.

Hersfeld-Rotenburg - Schnell entwickelte sich die Kampfkunst zu einem festen Bestandteil ihrer Kindheit, und auch ihre beiden jüngeren Brüder Erik und Finn fanden Gefallen an dem Sport, den sie seither in Rotenburg ausüben. Dazu trug auch die freundschaftliche und familiäre Atmosphäre in der Karate-Gemeinschaft bei, wie die Geschwister erzählen.

Zwei- bis dreimal pro Wochen fuhren die Eltern ihre Kinder zum Training nach Rotenburg – denn auch dank ihnen kam der Kampfkunst in der Familie eine große Bedeutung zu. Auch ihr Sohn Felix war dem Karate eine lange Zeit verbunden. „Das tut euch gut“, hätten die Eltern damals zu ihren Kindern gesagt. Was genau sie damit meinten, ist den Geschwistern heute mehr als bewusst. „Karate ist ein guter Ausgleichssport mit vielen Elementen“, erklärt Sina Mackel.

Egal ob Respekt, Disziplin, Gehorsamkeit, Selbstbewusstsein, Integration oder Durchhaltevermögen – all diese Eigenschaften bekamen die Geschwister durch die Kampfkunst vermittelt. „Im Nachhinein haben wir durch den Sport sehr viel Charakterbildung betrieben“, betont Erik Hiege und fügt hinzu: „Das war eine gute Sache und hat uns viel gebracht. Vielen fehlt das heute.“

Doch egal wie erfolgreich die Geschwister in all den Jahren waren, der Sport war für sie stets ein Hobby. „Für uns stand immer an erster Stelle Spaß zu haben, nichts anderes“, betont Sina Mackel, die ihren größten Erfolg 2015 als Norddeutsche Vize-Meisterin feierte. Mittlerweile engagiert sich die 29-Jährige, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel arbeitet und den Schwarzgurt (2. Dan) trägt, als Jugendtrainerin im KD Rotenburg. Denn aufzuhören mit dem Karate war für sie nie eine Option.

Ihr Bruder Erik Hiege wiederum machte zwischen 2006 und 2013 auf sich aufmerksam und zählt heute zu den erfolgreichsten Karate-Sportlern des KD Rotenburg. Durch seine sehenswerte Titelausbeute, unter anderem als zweifacher Mitteldeutscher Meister, dreifacher Norddeutscher Meister und Deutscher Vize-Meister, wurde auch der Bundestrainer auf ihn aufmerksam. Dieser lud den damals 17-Jährigen zum Stützpunkttraining ein, doch der Schwarzgurt-Träger (1. Dan) aus Konnefeld entschied sich dagegen und lehnte dankend ab. „Ich hatte damals andere Dinge im Kopf und habe mich anders orientiert. Deshalb habe ich gesagt, sie sollen den Platz lieber wem anders geben“, sagt der 25-Jährige, dem das Training nie anstrengend genug sein konnte. Mittlerweile studiert er in Kassel Wirtschaftsingenieurwesen und schafft es deshalb nur noch selten zum Karate nach Rotenburg.

Eine ähnliche Laufbahn schlug auch sein jüngerer Bruder Finn ein, der die 8. Klasse des Gymnasiums in Spangenberg besucht. Seit 2018 darf sich der Grüngurt-Träger (6. Kyu) unter anderem Mitteldeutscher-Meister, Mitteldeutscher Vize-Meister und Norddeutscher Vize-Meister nennen. „Finn ist ein Aushängeschild für den Verein“, sagt Volker Sandrock, Trainer und Vorsitzender des Karate-Dojo Rotenburg.

Doch im Gegensatz zu seinen beiden älteren Geschwistern, die nun vor allem den Verein unterstützen und die Karate-Jugend voranbringen wollen, lebt für Finn Hiege der Traum vom Titel als Deutscher Meister noch. „Das wäre noch schön“, betont der 13-Jährige, dessen größtes Vorbild sein Bruder Erik ist. „Dafür hat er aber noch Zeit“, entgegnet seine Schwester und fügt hinzu: „Jeder von uns freut sich über die Erfolge der anderen.“

Im vergangenen Jahr musste die Deutsche Karate-Meisterschaft, für die Finn Hiege bereits qualifiziert war, wegen der Corona-Pandemie allerdings abgesagt werden. Sofern es die Situation zulässt, hofft der Schüler nun auf einen Start in diesem Jahr. Bis dahin trainiert er hart auf seine gesteckten Ziele hin – das Zeug zum Schwarzgurt habe der 13-Jährige laut Sandrock auf jeden Fall.

Von Alicia Kreth

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