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Aus für Para-Tischtennisspielerin Tiziana Oliv im WM-Viertelfinale

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Höhepunkte und Tiefschläge: Gut in den Wettkampf gestartet, reichte es am Ende nicht ganz für Tiziana Oliv bei der Para-Tischtennis-WM.
Höhepunkte und Tiefschläge: Gut in den Wettkampf gestartet, reichte es am Ende nicht ganz für Tiziana Oliv bei der Para-Tischtennis-WM. © Hannes Doessler/NH

Nach einem starken Achtelfinale gegen die spanische Hausherrin Pilar Gonzales scheiterte sie im Viertelfinale knapp an der Weltranglistendritten Kim Seongok und schied ohne Medaille aus.

Granada – Freude, Wut, Trauer und am Ende überwiegend Stolz: Bei ihrer ersten Para-Weltmeisterschaft erlebte Nachwuchs-Tischtennis-Ass Tiziana Oliv Anfang November ein Wechselbad der Gefühle. Aus dem Turnier nimmt die 19-Jährige viel mit.

„Es war der Hammer, wirklich ein Erlebnis“, schwärmt die Schülerin aus Elgershausen, die mit einer Hemiparese – also einer Halbseitenlähmung – geboren wurde, über die acht Tage in Andalusien. „Ich habe gefühlt alle Emotionen durchlebt. Beim Einlaufen zum ersten Spiel hatte ich Gänsehaut, auch für meine Eltern war es sehr emotional. Sie haben mich von der Tribüne aus angefeuert und ich war nach jedem Spiel bei ihnen. Schade, dass ich so früh ausgeschieden bin.“

Im Achtelfinale zeigte die Schülerin eine überragende Partie

Dabei startete die Schülerin gut in den Wettkampf. Im Achtelfinale stand sie der vom Jubel hunderter spanischer Fans getragenen Gonzalez gegenüber und zeigte eine überragende Partie. In fünf spannenden Sätzen (11:8, 11:13, 12:10, 8:11, 11:4) besiegte sie die Lokalmatadorin. Einen Tag später ging es dann gegen die Konkurrenz aus Südkorea – und um eine Podestplatzierung.

Auch hier stieg Oliv überzeugend in die Partie ein, wurde nach ihrem ersten gewonnenen Satz aber zunehmend durch lange Pausen ihrer Gegnerin aus dem Rhythmus gebracht und verlor schließlich 1:3 (11:9, 8:11, 7:11, 8:11). „Ich war dran und hätte sogar gewinnen können“, sagt Oliv. „Aber meine Gegnerin hatte einfach mehr Erfahrung.“

Austausch mit Sportlern aus 51 Ländern

Insgesamt war das deutsche Team in der Granada City Sports Hall äußerst erfolgreich. Acht Medaillen, davon drei in Gold, schlummerten auf dem Rückweg im Gepäck der Athleten – zusammen mit vielen Erinnerungen an eine erlebnisreiche Zeit. „Wir hatten ein gutes Teamgefüge“, sagt Oliv mit fröhlicher Stimme. „Alle waren bei jedem Spiel dabei und haben sich gegenseitig angefeuert. Wir konnten leider nicht so viel zusammen unternehmen, weil alle unterschiedliche Spieltermine hatten, das war schade. Aber in der Halle hat man die Unterstützung gespürt.“

Mit Sportlern der anderen 51 vertretenen Länder habe sie sich während der Wettbewerbe auch ein wenig austauschen können, allerdings wegen pandemiebedingter Einschränkungen des Deutschen Behindertensportverbands nur in einem gewissen Rahmen. Bei der feierlichen Abschlusszeremonie sei man dann etwas mehr in Kontakt gekommen.

Im nächsten Jahr steht die Europameisterschaft in Sheffield an

Die WM hat Oliv Lust auf mehr gemacht. „Ich habe Bock, weitere Turniere zu spielen“, sagt die 19-Jährige überzeugt. „Dieses Mal konnte ich leider nur zwei Spiele machen, auch weil bei den Doppel- und Mixed-Teams auf die etablierten Leute gesetzt wurde. Aber abgesehen davon hat vieles so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte Spaß, habe mir keinen Druck gemacht und konnte Erfahrungen sammeln.“

Und das wird sie auch weiterhin tun. Schon im nächsten Jahr steht die Europameisterschaft in Sheffield an. Dort erhofft sich Oliv mehr Einsatzzeit – und einen Ausgang mit positiven Emotionen. (Lucca Günther)

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