Was schlecht klingt, aber dennoch Freude bereitet

Top 5 des Olympia-Tages: Ausgehungert und verletzt

Sabine Kusterer.
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Sie nahm in nur 45 Tagen acht Kilogramm ab: die deutsche Gewichtheberin Sabine Kusterer.

Die Olympischen Spiele bieten weit mehr als Goldmedaillen und Podestplätze. Für einige Sportler sind die Tage in Tokio auch ohne den ganz großen Erfolg ein Ereignis, das sie niemals vergessen werden.

Diese besonderen Geschichten sammeln wir in unserer Top 5 des Olympia-Tages. Heute strotzt diese nur so von Frauenpower.

1. Ausgehungert: „Ich habe meinen Körper sehr gefordert in letzter Zeit. Jetzt ist es an der Zeit, meinem Körper mit gutem Essen danke zu sagen.“ Dieses Zitat stammt von der deutschen Gewichtheberin Sabine Kusterer. Die 30-Jährige war nur wegen Dopingsperren anderer Nationen nachgerückt – und musste so ordentlich abnehmen, bevor es losging, um das Gewichtslimit von 59 Kilogramm zu schaffen. Kusterer verlor in 45 Tagen acht Kilogramm, nahm vier Wochen lang weniger als 1000 Kalorien pro Tag zu sich. Manchmal habe sie nach dem Heben sogar Schwindelattacken bekommen, berichtet sie. Doch nun ist das Hungern vorüber. Im Wettkampf reichte es für Rang zehn – und es gab schon mal eine Banane mit Schokocreme zwischendurch. Jetzt will Kusterer ihrem Körper aber wieder etwas mehr Futter geben. Verdient hat sie es sich. Und das Grinsen war ihr so oder so ins Gesicht geschrieben. Sie war dabei. Was auch unserer nächsten Protagonistin ausreichte.

2. Olympisch: Sie lebt das olympische Motto. Die Turnerin Danusia Francis (27) aus Jamaika zog sich kurz vor Beginn der Spiele in Tokio einen Kreuzbandriss zu – das hinderte sie aber nicht daran, in Japan an den Start zu gehen. Francis wollte einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen und schwang sich deshalb trotz der Verletzung für elf Sekunden an den Stufenbarren. Anschließend waren die Spiele für sie beendet. Aber: Sie hat das olympische Motto gelebt.

3. Einfallsreich: In Tokio wird nur wenig dem Zufall überlassen. Nicht nur die Eröffnungsfeier ist vorher geprobt worden, auch bei schwierigen Siegerehrungen wird gern mal geschaut, wie es denn im Fernsehen am besten rüberkommt. So auch bei der ersten Dressur-Entscheidung. Statisten spielten dabei die Rolle der Medaillengewinnerinnen. Und für die Pferde? Da kannte der Einfallsreichtum keine Grenzen mehr. Kurzerhand nahmen die Organisatoren Golfcars zur Hilfe, um die Positionen der Vierbeiner zu simulieren. Ob die Gefährte dann pferdegerecht vor- und zurückrollten, ist nicht bekannt.

4. Aufgeregt: Das war Nadine Apetz. Die 35-Jährige trat nämlich als erste deutsche Boxerin überhaupt bei einem olympischen Turnier an. Doch auch wenn die Auftaktpartie im Weltergewicht mit 2:3 Punkten gegen die Inderin Lovlina Borgohain verloren ging, lieferte sie im Anschluss eine unterhaltsame Erklärung. Sie sagte in der ARD: „Das ist hier halt kein Wald-und-Wiesen-Verein, sondern Olympia.“ Und fast hätte sie sich beim Finden dieses Olympias noch verirrt, denn zunächst stand Apetz in der Triathlon- statt in der Box-Halle. Zum Kampfbeginn hatte sie dann aber die richtige Örtlichkeit gefunden.

5. Philosophisch: So präsentierte sich wieder einmal Carsten Sostmeier, der legendäre Reitsport-Kommentator. Während der olympischen Dressur beschrieb er eine Darbietung mit den Worten: „Spielerisch leicht wie das Lichtspiel einer Kerze“. Dem war nichts weiter hinzuzufügen. (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

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