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Auswärtsspiele sind kalt und teuer: Die Badminton-Abteilung des TSV Vellmar kommt aktuell noch gut zurecht

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Ein Badminton-Schläger und ein Badminton-Federball.
Wie wirkt sich die Energiekrise auf den Badminton-Sport in der Region aus? Beim TSV Vellmar wird schon gespart, aber der Spielbetrieb läuft noch weitgehend normal. © Imago

Die Energiekrise hat Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft – auch auf den Sport. Wir fragen nach, welche Folgen das für die Vereine in Stadt und Kreis Kassel hat.

Vellmar – „Toi, toi, toi“, dass der TSV Vellmar durch die Energiekrise noch nicht in finanzielle Schieflage geraten ist und hoffentlich auch so schnell nicht wird, sagt Frank Mosenhauer, Kassenwart der Badminton-Abteilung des Vereins. „Spürbar hat sich nichts verändert“ sagt er. Die Trainigszeiten sind wie gewohnt, die Duschen und die Halle warm.

Dass letztere, die Brüder-Grimm-Halle in Vellmar, zum Energiesparen nur noch auf 17 Grad geheizt wird, hat Mosenhauer nicht einmal bemerkt. Wie Astrid Kneuer von der Stadt Vellmar auf Anfrage mitteilt, wurden auch weitere Maßnahmen bereits umgesetzt: Die Umkleiden werden auf 20 Grad beheizt, die Temperaturen in Räumen, die nicht genutzt werden, soweit abgesenkt, dass der Frostschutz gewährleistet ist, was bei etwa sechs Grad der Fall ist. Darüber hinaus werden Beleuchtung – die in den Umkeleiden und Duschen über energiesparende LEDs läuft –, Lüftung und Heizung ab 23 Uhr komplett abgeschaltet. Lediglich die Wassertemperatur bleibt aufgrund der Legionellen-Gefahr bei 60 Grad.

In anderen Hallen ist das nicht der Fall, weiß Mosenhauer: „Bei Auswärtsspielen in Südhessen, zum Beispiel in Frankfurt oder Darmstadt, war das Duschen zuletzt gar nicht möglich.“ Auswärtsspiele stellen die rund 115 Sportler aus drei Senioren- und zwei Jugend-Badmintonmannschaften des TSV aber noch vor eine ganz andere Herausforderung. „Die Spritkosten können nicht eins zu eins ausgeglichen werden“, sagt der Kassenwart – obwohl der Zuschuss seit Februar angehoben wurde: von zehn auf zwölf Cent pro Kilometer. „Die Abteilung kann finanziell nicht alles tragen“, sagt Mosenhauer, „aber jeder der fährt, weiß, dass er damit kein Geld verdient.“ Zusammenhalt und Engagement seien stark, auch bei den Eltern, die die Kinder in Fahrgemeinschaften zu den Spielen fahren.

Zwar verzeichnet die Badminton-Sparte einen Mitgliederschwund von rund 15 Prozent – „aber nicht aufgrund der Energiekrise“, sagt Mosenhauer. Der Grund ist gerade zu dieser Jahreszeit eher der Schulwechsel. „Kinder und Jugendliche ziehen für Ausbildung oder Studium weg. Das ist eine übliche Fluktuation.“

Wie sich die Situation bezüglich Heizen, Duschen und Licht in den nächsten Monaten verändern wird, weiß Mosenhauer nicht. Die Stadt Vellmar prüft jedenfalls derzeit alle bereits umgesetzten und weitere Maßnahmen zum Energiesparen. (Lea-Sophie Mollus)

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