Fußball: Timo Wlodarczak, Hessenliga-Aufsteiger, hat als Schiedsrichter noch viel vor

Autoritär und konsequent

Der Aufsteiger mit seinen Assistenten: Timo Wlodarczak (Mitte) wird bei seinen Einsätzen an der Linie oft von Sebastian Knoth (links) und Andreas Börner (rechts) unterstützt. Foto: nh

Weiterode. „Den Traum, Bundesliga zu pfeifen, hat jeder Schiedsrichter“, sagt Timo Wlodarczak. Doch so weit denkt der 23-Jährige, der erst im November den Sprung in die Fußball-Hessenliga geschafft hat, nicht. „Mein Ziel ist es, mich in der Hessenliga zu etablieren, mittelfristig aufzusteigen und DFB-Schiedsrichter zu werden“, gibt sich der Weiteröder bescheiden und zugleich ambitioniert.

Seine Karriere verlief bisher im Eiltempo. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Es ist aber eine Herausforderung, die ich gerne annehme“, sagt Wlodarczak. Dabei wollte er gar nicht Unparteiischer werden.

„Rainer Noll ist Schuld daran“, sagt er und lächelt. Der heutige Coach des Kreisoberligisten ESV Weiterode, damals noch Jugendleiter, hätte ihn gefragt, ob er sich vorstellen könnte, mal Trainer zu werden und deshalb den Schiedsrichter-Lehrgang zu absolvieren. „Ich wollte nur Regelkenntnisse für den Trainerjob erwerben“, sagt Timo Wlodarczak.

Das war im Jahr 2005. Die Aufgabe, die E-Junioren des ESV zu coachen, übernahm er 2006. Parallel dazu spielte er in der A-Jugend, stieg mit ihr in die Bezirksliga auf und pfiff seine ersten Spiele im Seniorenbereich auf Kreisebene.

Mit der Abseitsregel hätte er als Spieler immer auf Kriegsfuß gestanden“, sagt der ehemalige Stürmer, der seine Fußballschuhe für die Schiedsrichter-Laufbahn an den Nagel hing. „Ich habe es durch die Aufstiege als Schiedsrichter zeitlich nicht mehr gepackt, Fußball zu spielen“, erzählt Timo Wlodarczak.

Als sein Vorbild nennt er den ehemaligen Bundesliga-Referee Lutz Wagner (197 Bundesligaspiele). „Den habe ich mal kennengelernt. Er ist menschlich top.“ Diese Eigenschaft findet der Weiteröder wichtig. Und die, mit beiden Füßen auf der Erde zu bleiben. „Nur so kann man immer 100 Prozent konzentriert bleiben auf dem Spielfeld.“

Respekt das A und O

Er selbst sei ein autoritärer und konsequenter Unparteiischer. „Ich reagiere sehr empfindlich auf Unsportlichkeiten“, bekennt er, „das Allerwichtigste auf dem Platz ist gegenseitiger Respekt.“ Spiele seines ESV, dem er sich immer noch sehr verbunden fühle, besucht er nur noch selten. „Mittlerweile bin ich meistens Samstag und Sonntag als Schiedsrichter unterwegs“, erläutert er.

Wenn Timo Wlodarczak doch mal in Weiterode zuschaut, hat er meist die Unparteiischen-Brille auf: „Es ist schwierig, sich Spiele nur als Fan anzusehen. Wenn man Schiedsrichter ist, dann ist man auch als Zuschauer immer Schiedsrichter.“ Das es auch Abstiege im Leben eines Referee geben kann, macht ihm keine Angst. „Ich habe schon Rückschläge hinnehmen müssen und schlechte Noten bekommen. Ich richte aber den Blick immer nach vorne und versuche immer, meine beste Leistung abzurufen.“

Dieses Rezept hat ihn bis in die Hessenliga geführt. „Im März geht es los“, freut sich Timo Wlodarczak. Welche Partien er pfeifen wird, weiß er noch nicht. „Mindestens sechs Spiele werden es wohl werden“, schätzt der angehende Diplom-Betriebswirt. „Dazu werde ich weiter in der Verbandsliga und Gruppenliga pfeifen.“

Als Assistent hat Timo Wlodarczak schon Erfahrung in der Hessenliga gesammelt. „In der Hessenliga geht es schneller zu als in der Verbandsliga“, weiß der 23-Jährige. „Ich will versuchen, über den Winter körperlich fit zu bleiben. Ich werde viel Konditionstraining machen und Regelkenntnisse auffrischen. Fitness ist sehr wichtig“, sagt Timo Wlodarczak. Er freut sich auf den Frühling: „Es ist toll, in der Hessenliga pfeifen zu dürfen.“

Von Felix Gaber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.