Vor Ort: Bei der Jugend-Bezirksrangliste im Badminton glänzt Gastgeber Vellmar

Brachial oder wieselflink

Es geht um die Rückschlagskraft: Jugend-Schläger werden mit bis zu 10 Kilogramm bespannt.

Vellmar. Schmetterbälle, schnelle Beine und packende Duelle gab es am vergangenen Wochenende bei der 2. Jugend-Bezirksrangliste im Badminton zu bestaunen. Der TSV Vellmar lud zu den Wettkämpfen im Einzel und Mixed-Doppel. Besonders in der Alterklasse U 19 dominierten die Gastgeber, wobei zwei Jungen die ältere Konkurrenz besonders aufmischten.

Janek Klusmeier ist 14 Jahre alt und startet normalerweise bei den unter 17-Jährigen. In der heimischen Brüder-Grimm-Halle in Vellmar startet er allerdings eine Altersklasse weiter oben – und gewinnt. Wie kann es sein, dass ein schmächtig wirkender Teenager seinen drei Jahre älteren und beinahe zwei Köpfe größeren Kontrahenten an den Rand der Verzweiflung bringt? „Der ist ein flinkes Wiesel“, erzählt der 13-jährige Jan Mosenhauer vom TSV Vellmar. Und Mosenhauer muss es wissen: Im Halbfinale der Größten scheiterte er selbst an Klusmeier. Die beiden Jungen starten bei den Ältesten, weil sie in ihren Altersklassen bereits für die hessische Rangliste gesetzt sind.

Doch zurück zum Finale: Klusmeier holt den ersten Satz klar, sein Gegner Pascal Melles erkämpft sich den zweiten. Während Klusmeier beinahe jeden Ball erläuft, verzweifelt Melles an seinen Fehlern aber vor allem am wendigen Gegner – der entscheidende Satz endet 21:9 für Klusmeier.

Auf dem Feld daneben wird gezeigt, wie Badminton auch geht: Jan Mosenhauer und Michel Schmidt jagen sich die Bälle wie Peitschenhiebe um die Ohren. Der 16-jährige Schmidt gewinnt, wenn auch knapp in drei Sätzen und wird Dritter. Im Mixed-Doppel der unter 19-Jährigen setzt sich das favorisierte Vellmarer Duo Lea Noll und Pascal Melles durch. Die 17-jährige Noll hatte zuvor bereits die Mädchen-Konkurrenz für sich entschieden.

Schlägerkunde vom Experten

Abseits der Felder versorgt Lars Westermann die Sportler mit der neuesten Ausrüstung. Zwischen Schuhen, Griffbändern und Bekleidung steht ein Service besonders im Mittelpunkt: Westermann bespannt die Schläger direkt in der Halle, individuell angepasst an jeden Kunden. „Bespannungshärte, Kopf- oder Grifflastigkeit und Saitendicke machen schon einiges aus“, fachsimpelt er über die Spielgeräte, die nicht mehr als 90 Gramm wiegen. Wenn er nicht selbst beim BC Kassel trainiert, berät und verkauft er bei Turnieren in der Region. Bestimmt auch wieder im März, wenn der TSV Vellmar die Hessen-Rangliste ausrichtet.

Von Gregory Dauber

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