Badminton-Talent Lia Mosenhauer startet am Wochenende bei Deutscher Rangliste

Übersicht wie eine Große

Schon Mitglied im Nationalkader: die elfjährige Vellmarerin Lia Mosenhauer. Foto: Malmus

Vellmar. Lia Mosenhauer hat schon einige Male auf nationaler Ebene aufhorchen lassen. Am Wochenende kann die Badminton-Nachwuchshoffnung vom TSV Vellmar bei der Deutschen Rangliste der U 13 in Stockstadt einen wichtigen Schritt machen, um im kommenden Frühjahr bei den Deutschen Meisterschaften an den Start gehen zu können. Wenn sie bei der Titelvergabe noch kein gewichtiges Wörtchen mitreden sollte, wäre es kein Beinbruch. Sie ist erst 11. „Vier, fünf starke Mädchen scheiden aus der Altersklasse aus und sind bei den folgenden Meisterschaften nicht mehr dabei“, erklärt Lia. Wir haben das Nationalkadermitglied mal bei einer Übungseinheit besucht.

Sie wärmt sich auf. Bei einem Turnier wie der Deutschen Rangliste ist Lia eine Stunde vor dem ersten Wettkampf des Tages in der Halle. Ein bisschen Laufen, viel Dehnen im Bereich Arme, Beine, Hüfte – damit geht es los. „Gerade der Oberkörper muss beim Badminton gut vorbereitet werden“, sagt das Talent. Warum das so ist, wird beim Einspielen klar: Der Federball wird in einem Tempo über das Netz geschlagen, wie es allenfalls ein ICE erreicht. Der Fachmann spricht bei diesem Schlag von Drive. Es folgen lange Bälle, kurze Bälle. Die ganze Palette eben.

Sie schlägt auf. Eine von Lias Spezialitäten ist eine Angabe mit der Rückhandseite. Die 1,50 m große Vellmarerin täuscht an, das Spielgerät kurz hinters Netz zu platzieren. Letztlich übt sie darauf so viel Druck auf, dass er bis an die entsprechende Grundlinie fliegt. „Spielerinnen, die gleich groß oder etwas kleiner sind“, erläutert Lia, „können in Rücklage den Ball nur im hohen Bogen zurück spielen.“ Das kommt schließlich einer Einladung zum Schmettern gleich.

Sie spielt den Cross Drop. Wenn Lia einen Paradeschlag, dann ist es der Cross Drop. Der Ball wird mit etwas Druck diagonal kurz hinter das Netz befördert – oft unerreichbar für ihre Kontrahentinnen. Wie wertvoll diese Technik ist, zeigen ihre Erfolge. Dei den German Masters der U 11 wurde sie Erste im Einzel und Dritte im Doppel. Ab Altersklasse U 13 werden Deutsche Meister ermittelt. Dabei wurde Lia als Elfjährige immerhin 16. Bei den Hessenmeisterschaften Mitte November ist sie die Favoritin auf alle drei Titel.

Sie macht’s mit Köpfchen. Wo andere gleichaltrige Gegnerinnen manchmal noch etwas kopflos ihr Heil vorn am Netz suchen, diktiert Lia das Geschehen gekonnt aus dem Halbfeld und guckt genau, wo die Widersacherin steht. Natürlich verdankt sie einiges ihrem Trainer Danny Pohl, das Talent für die Sportart wurde der Sechtsklässlerin der Ahnatal-Schule in Vellmar aber auch in die Wiege gelegt. Als Papa Frank, früher sogar zweimal bis zu DDR-Meisterschaften gekommen, selbst noch in Vellmar in einer Mannschaft aktiv war, schaute sie als Kleinkind in der Halle zu. Mit acht griff sie selbst richtig zum Schläger.

Sie schmettert. Hat sie eine gute Position, dann setzt sie den Schmetterschlag ein. Wenn der erste noch nicht den Punkt gebracht hat, dann spätestens der zweite. So machen es auch die Weltklasseakteure Carolina Marin aus Spanien und Marc Zwiebler aus Deutschland, ihre Vorbilder. Diese hat sie schon live erlebt bei den German Open in Mülheim, wo das U-11-Turnier German Masters zum Rahmenprogramm zählte. „Irgendwann“, hofft Lia, „will ich dort auch mal dabei sein.“

Von Björn Mahr

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