Toronto erstmals NBA-Champion 

Skimasken gegen Sektduschen: Toronto Raptors holen die Meisterschaft

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Die Stars der Toronto Raptors: Kawhi Leonard (links) und Kyle Lowry feiern in der Kabine die erste Meisterschaft in der NBA für das kanadische Team. Beide tragen Skimasken. 

Kassel. Fast exakt ein Jahr ist es her, dass die Toronto Raptors den Grundstein für ihren heutigen Erfolg legten.

Mitte Juni 2018 wurde offiziell vermeldet, dass das kanadische Basketball-Team – das einzige in der nordamerikanischen Profiliga NBA – Kawhi Leonard von den San Antonio Spurs verpflichtet. In einem Trade folgte ihm zudem Danny Green in den Norden. Dafür ging mit DeMar DeRozan ein langjähriger Leistungsträger nach Texas – zusammen mit dem Österreicher Jakob Pöltl und einem wertvollen Erstrunden-Pick für den Draft in diesem Jahr.

Es war ein Risiko. Leonard ist wahrscheinlich einer der fünf besten Basketballer der NBA. 2014 holte er mit San Antonio bereits eine Meisterschaft und wurde als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet. Doch der heute 27-Jährige hatte auch ein Jahr hinter sich, in dem er wegen Verletzungen kaum gespielt hatte. Der 2,01 Meter große Small Forward hatte sich mit seinem Team überworfen. Und: Der in Riverside in Kalifornien geborene US-Amerikaner hatte nur ein Jahr Vertrag. Heißt: In diesem Sommer kann Leonard sich ein neues Team aussuchen, ohne dass die Raptors etwas daran ändern können. Doch das Risiko hat sich gelohnt.

Denn selbst wenn der 27-Jährige Kanada nach nur einem Jahr wieder verlassen sollte, lässt er eine Meisterschaft zurück. Die erste für ein kanadisches Team überhaupt. Neben den Raptors, die es seit 1995 gibt, waren die Vancouver Grizzlies bis 2001 in der Liga vertreten. Die Franchise wechselte anschließend nach Memphis.

Küsschen: Serge Ibaka mit dem Pokal. 

Ein Stück Geschichte also. Und Leonard hat einen großen Anteil an diesem Stück. Schon während der regulären Saison räumte er alle Zweifel aus. Die Raptors wurden im Osten Zweiter – mit der zweitbesten Bilanz aller Teams: 58 Siege, 24 Niederlagen. Nur die Milwaukee Bucks waren noch besser (60/22). Und weil die Kanadier auch einen Sieg mehr holten als der Finalgegner – die Golden State Warriors (57/25) – hatten sie in dieser Endspielserie mit dem Modus Best-of-Seven Heimvorteil, also ein Heimspiel mehr, sollte es sieben Duelle geben.

Dazu kam es aber nicht. In der sechsten Partie machte Toronto in der Nacht zu Freitag alles klar. 114:110 hieß in Spiel sechs für die Kanadier, die die Serie mit 4:2 für sich entschieden. Leonard wurde anschließend wie 2014 zum wertvollsten Spieler gewählt. Zurecht. In dem gesamten Playoffs erzielte der 27-Jährige 732 Punkte. Nur Michael Jordan (759) und LeBron James (748) waren besser – zwei Legenden.

Natürlich war es nicht Leonard allein. Mit Kyle Lowry hatte er tatkräftige Unterstützung durch einen weiteren Allstar. Zudem spielten auch Fred VanVleet und Pascal Siakam starke Playoffs. Nicht zu vergessen: Marc Gasol und Serge Ibaka. Und natürlich hat es auch geholfen, dass mit Kevin Durant aufseiten der Warriors einer der besten Basketballer überhaupt in der Finalserie nur etwa ein Viertel mitwirken konnte – erst wegen einer Wadenverletzung, dann riss er sich die Achillessehne. Im entscheidenden Spiel zog sich Klay Thompson auch noch einen Kreuzbandriss zu.

Bitter: Klay Thompson von den Golden State Warriors zog sich einen Kreuzbandriss zu. 

Das tat auch Leonard leid, gefeiert wurde trotzdem. Sein Team verhinderte die dritte Meisterschaft in Folge für die Golden State Warriors, die in der kommenden Saison von Oakland nach San Francisco ziehen. Der Dresscode lautete: Skimasken. Gegen die Sektduschen.

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