Team Nordhessen: Jugend-Basketballer beenden eine unglaublich lange Durststrecke

Erster Sieg nach fast zwei Jahren

Auch wenn der Korb noch so hoch hängt: Die U14-Basketballer vom Team Nordhessen steigerten sich beträchtlich und treffen immer öfter ins Ziel. Fotos:  dpa, Koch, privat

Kassel. Aufgegeben haben sie nie. Auch wenn ihnen die Beharrlichkeit nicht leichtfiel. Schließlich verließen sie das Basketballfeld letztmals am 2. Februar 2014, also vor knapp zwei Jahren, als Sieger. Unbeirrt arbeiteten sie weiter, verbesserten sich Schritt für Schritt und ernteten am Sonntag den Lohn. Da nämlich schlug das Team Nordhessen U 14 in der Oberliga den BC Marburg I zu Hause mit 81:63 und beendete seine schier unendliche Durststrecke.

Für Cedric Toth, der die von ACT und CVJM Kassel sowie dem TSV Vellmar getragene Mannschaft im Sommer übernahm, kam der Erfolg nicht überraschend. „Das hatte sich abgezeichnet. Die Jungs sind immer näher herangekommen und haben nur noch gegen die ersten beiden der Tabelle hoch verloren“, sagt der Trainer. Worin aber drückt sich der Fortschritt der Jungen aus? „Ihre Aufmerksamkeit in Spiel und Training ist gewachsen. Das Basketball-Verständnis und die Verteidigungsarbei sind ebenso besser geworden wie Abschluss und Ballbehandlung“, schildert Toth. Zudem bescheinigt er dem Team beste Moral: „Resignation angesichts der Niederlagen gab es nie. Klar war der eine oder andere schon mal gefrustet. Aber die Mannschaft an sich hat nie aufgegeben.“ Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, baten die Jungs um noch mehr Training als ohnehin üblich. Wobei Toth sie dann eher bremsen musste: „Das wäre aus zeitlichen und organisatorischen Gründen kaum umzusetzen. Und nicht immer macht mehr Training auch wirklich Sinn.“

Als es dann am Sonntag schien, als könne das Team Nordhessen gewinnen, bekam es keine Angst vor der eigenen Courage. „Wir haben früh gemerkt, da geht was. Die Jungs durften sich nur nicht zu sicher fühlen. Deshalb habe ich die Spieler in der Pause noch einmal eingenordet“, erinnert sich Toth. Als die Marburger aufkamen, beseitigte Fabio Fischbach mit drei Dreiern die letzten Zweifel.

„Wir haben immer den Kopf oben behalten. Basketball macht auch Spaß, wenn man verliert“, betont Lionel Michelis, erfolgreichster Werfer des Teams und Neunter der Liga, und räumt ein: „Na ja, wenn man schon zur Pause weit hinten liegt und ständig gepresst wird, ist es nicht so toll.“ Nicht so schön seien auch die Sprüche der Kumpel angesichts der langen Erfolglosigkeit. „Das muss man halt ignorieren“, sagt der 13-Jährige. Angenehmer fand er die Szenen nach dem Sieg: „Die Eltern haben applaudiert, und die Mannschaft ist auf dem Feld im Kreis gehüpft und hat ,Heimsieg’ gebrüllt.“ Ungewohnt, aber auch das schaffte das Team Nordhessen.

Von Wolfgang Bauscher

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