Analyse: Warum es bei den Basketballern der ACT nicht läuft

Fünf Pleiten zum Auftakt

Ein wenig nachdenklich, aber nicht ohne Optimismus: Hüseyin Eser, Trainer des Regionalliga-Teams der ACT Kassel, ist davon überzeugt, dass auf knappe Niederlagen irgendwann knappe Siege folgen werden. Foto: Fischer/nh

Kassel. Auf dem Papier sieht es wie ein klassischer Fehlstart aus: Nach fünf Niederlagen belegen die Basketballer der ACT Kassel den letzten Tabellenplatz der 2. Regionalliga Nord. In der Realität stellt sich die Lage für die ACT laut Trainer Hüseyin Eser allerdings gar nicht so dramatisch dar. Für den schlechten Saisonstart gibt es diverse Gründe:

ENGE SPIELE

Von den fünf bisherigen Begegnungen seien nur zwei wirklich schlecht gewesen, die anderen verliefen bis zum Schluss viel enger als es das Ergebnis vermuten lässt, meint Eser. „Unsere Leistungskurve zeigt deutlich nach oben“, sagt der Trainer und ist davon überzeugt, dass nach knappen Niederlagen irgendwann auch knappe Siege folgen.

VERLETZTE SPIELER

Ein Grund dafür, dass es bisher noch nicht reichte, sind sicherlich auch die Verletzungen wichtiger Spieler. Leistungsträger Alex Moore fiel zu Saisonbeginn komplett aus und konnte zwischendurch immerhin eine Halbzeit lang spielen. Am Wochenende musste er wegen einer Zerrung passen. Noch schlechter sieht es bei Teamkollege Thomas Wodny aus, der als Stütze für die Aufbauposition geholt wurde. Ihn plagen seit der Vorbereitung Rückenprobleme, sodass er bisher nicht zum Einsatz kam.

BEGRENZTE ROTATION

Natürlich hätten solche Ausfälle Konsequenzen für die Tiefe des gesamten Kaders, meint Eser. „Eine Rotation ist dann nicht wie gewohnt möglich und einige Spieler werden stärker belastet als gewöhnlich.“ An Fitness mangele es nicht, doch der ein oder andere sei sicherlich stärker, wenn er 30 statt 38 Minuten spielen würde. Die Einsatzbereitschaft jedes Einzelnen stimme jedoch, stellt der Trainer klar. In Anbetracht der knappen Niederlagen hätte die Mannschaft richtig Biss entwickelt und eine große Entschlossenheit sei zu erkennen.

MANGELNDE ERFAHRUNG

Nach den Abgängen vor Saisonbeginn und den Ausfällen von Wodny und Moore muss das Team stärker als geplant von Jugendlichen unterstützt werden. Mit Jonas Weitzel, Luca Fischbach, Paul Romberger und Thiemo Steinau stehen derzeit gleich vier Spieler zwischen 15 und 17 Jahren im Kader, die in puncto Routine natürlich Luft nach oben haben. Es sei klar, dass man die Jungs erst auf ein gewisses Niveau bringen müsse, sagt Eser.

STANDORT KASSEL

Die geografische Lage klingt als Grund zunächst etwas seltsam, dennoch spielt sie für die ACT seit Jahren eine Rolle. Als einziger Regionalligist in ganz Nordhessen wisse man nie genau was die Konkurrenz aus dem Süden so macht, meint Eser. Auch für die Rekrutierung neuer Spieler sei die Region nicht unbedingt vorteilhaft. Fällt bei der ACT ein Schlüsselspieler aus, ist kein Nachbarverein da, bei dem man anklopfen und gleichwertigen Ersatz holen könnte.

Von Kristina Marth

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