Hadenfeldts 10 000-Euro-Wurf

Unbändiger Jubel: Göttingens Philipp Hadenfeldt (im Innen-Kreis rechts neben Anthony Okao) lässt sich von seinen Mitspielern aufgrund seines Siegwurfes frenetisch feiern. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Das war spannender als das Bundesliga-Finale zwischen Bamberg und Bayern! Eine Sekunde vor Schluss passt Denny Borchers auf Philipp Hadenfeldt, der U 16-Nationalspieler nimmt von rechts intuitiv Maß und unter dem Hoffen, Bangen, Staunen der wieder 400 Fans in der S-Arena flutscht der Basketball durch den Korb des UBC Münster. Ein Dreier zum 87:67! DER DREIER, den das BBT Göttingen dringend brauchte, um mit den erforderlichen 20 Punkten Vorsprung zu gewinnen. Es war Philipp Hadenfeldts 10 000-Euro-Wurf, denn so viel Geld hätte Basketball-Bundesligist BG Göttingen beim Abstieg des BBT zahlen müssen für eine Wildcard. Alle Erstligisten sind dazu verpflichtet, ein Team in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga zu stellen.

„Ein überwältigendes Gefühl“, meint Hadenfeldt (Schüler am Theodor-Heuss-Gymnasium) noch unter dem Eindruck dieses nervenzerfetzenden Krimis, den er mit seinem Wurf ins Glück fürs BBT entschied. „Ich habe der BG viel Geld erspart. Ich habe einfach auf meinen Wurf vertraut.“

Bittere Pleite gegen Löwen

„Es geht hier um Geld“, hatte vor Hadenfeldts Super-Wurf schon Karl-Heinz Mügge (einer der BG-Gesellschafter) gesagt. 10.000 Euro seien, so der Vater von BBT-Akteur Jan Philipp Mügge, 1000 Euro monatlich mehr für einen Center der Profis. Und BG-Jugendkoordinator Dirk Altenbeck voll des Lobes: „Klasse-Leistung unseres Trainergespanns! Das Herz spielte eine große Rolle.“

Eingebrockt hatte sich das BBT die unglaubliche Aufholjagd allerdings selbst. Am Samstag ging das Team von Sepehr („Seppe“) Tarrah und Zjelko Sustersic gegen die Junior Löwen Braunschweig 45:65 ein. „Eine bittere Veranstaltung“, meinte Altenbeck. Braunschweig war klar besser, siegte auch in dieser Höhe verdient. Der Jugendkoordinator hatte es geahnt nach einer schwachen BBT-Trainingswoche zuvor. Die Göttinger lagen 0:13 zurück, Braunschweig spielte mit Nationalspieler Lars Lagerpusch seine erheblichen Größenvorteile aus. Beim BBT klappte wenig bis nichts, die Köpfe gingen runter. „Unsere Trainer haben das Team aber wieder aufgerichtet“, meinte Altenbeck nach dem „Letzte-Sekunde-Sieg“ am Sonntag.

„Ich bin fast verrückt geworden“, stammelte „Seppe“ Tarrah hinterher. „Ich hätte fast einen Anfall gekriegt. Wir haben aber immer an den 20-Punkte-Sieg geglaubt.“

Wie gegen Braunschweig verpatzte das BBT den Start gegen Münster aber völlig, lag 0:8 und 2:11 zurück. Die erste Führung gab’s mit dem 20:19 mit Viertelschluss. Im zweiten Viertel netzte Hadenfeldt drei Dreier ein. 49:31 zur Pause, schon 18 Punkte plus das 0:8 zu Beginn gut gemacht!

Danach ein Krimi pur! (Schritt-)Fehler ohne Ende – die Nerven. In den letzten Sekunden vergibt Münster zwei Freiwürfe. Der bisherige BG-Teammanager Jens Woicszyk: „Mehr Spannung geht nicht!“ Dann bekam Philipp Hadenfeldt auf der rechten Seite den Ball... (gsd)

Von Helmut Anschütz

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