Schon besser als Rehhagel

Thomas Becker trainiert seit 22 Jahren die Basketballerinnen des TSV Vellmar

Ratschläge im sportlichen und auch im privaten Bereich: Thomas Becker, Trainer der Vellmarer Oberliga-Basketballerinnen, ist stets bemüht, seine Mannschaft optimal einzustellen. Foto: Fischer

Vellmar. Otto Rehhagel, der die Fußballer von Werder Bremen 14 Jahre lang trainierte, ließ er hinter sich. Einholen könnte er noch Alex Ferguson, der fast 27 Jahre die Geschicke von Manchester United lenkte. Für Thomas Becker, ist dies kein Thema, obwohl er seit 22 Jahren die Basketballerinnen des TSV Vellmar trainiert.

Alles begann bei den D-Juniorinnen. Eine Bekannte fragte ihn, ob er nicht beim Training mithelfen wolle. Und er wollte. Mit Basketball hatte er bis dato wenig am Hut. Das änderte sich. Becker schrieb sogar seine Examensarbeit über die Trainingslehre der Sportart. Nachdem er Gefallen am Amt gefunden hatte, blieb er dabei. Aus der D-Jugend wurden Frauen, und der heute 45-Jährige blieb Trainer.

Mit Susanne Hanke und Hanna Heitmann sind zwei Spielerinnen der ersten Stunde heute noch für die Moskitos in der Oberliga dabei. „Viele, die weggegangen sind, kommen zurück oder reisen extra zu den Spielen an, wenn es geht“, nennt Becker eine weitere Besonderheit des TSV.

Seine Frauen kennt er bestens, nimmt nicht nur ihre sportliche Entwicklung wahr. „Es ist schon seltsam, wenn man sie als Mädchen kennt und plötzlich bekommen sie das erste Kind“, sagt er und ist bisweilen auch als privater Ratgeber gefragt. „Er ist immer für uns da“, bestätigt Hanke und schätzt an ihm, „dass er immer bestrebt ist, junge Spielerinnen einzugliedern“.

Hat er je ans Aufhören gedacht? „Solche Momente gibt es jeden Tag“, sagt er, aber nur im Scherz. Obwohl ihn einiges stört: „Basketball ist eine Sportart mit seltsamen Verbandsgeschichten. Jeder denkt sich was aus, aber kleine Vereine können nicht 1200 Euro für die geforderte 24-Sekunden-Uhr oder 1000 Euro für eine Spieluhr aufbringen. Früher ging es auch ohne.“

Den Spaß verderben lässt sich Becker, der an der Vellmarer Ahnatalschule Sport und Chemie unterrichtet, dennoch nicht. Wollte er jemals lieber Männer trainieren?

„Frauen sind leistungsorientierter und mehr mit dem Herzen dabei“  Thomas Becker

„Nein, Frauen sind leistungsorientierter. Sie stehen mehr hinter der Sache und sind mit dem Herzen dabei.“ Und auch eine andere Mannschaft, selbst wenn er die freie Auswahl hätte, mag er nicht: „Die ich will, habe ich mir längst ausgesucht.“

Von Wolfgang Bauscher

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