Unterm Korb wie eine Eins

HNA-Serie: Kasselerin Marie Reichert sorgt im Basketball für Furore

Hoffnungsvolle Entdeckung: Marie Reichert aus Kassel, hier in der Sporthalle des Wilhelmsgymnasiums. Foto: Malmus

Kassel. Bis vor ein paar Jahren noch ging Marie Reichert allenfalls mal zum Spaß hin und wieder ein paar Körbe werfen – mit Papa Bernd Kasmann oder Bruder Edwin Reichert.

Da ihr Vater selbst mal für die Basketballer des CVJM Kassel unterm Korb im Einsatz war. Und, da der Ältere der beiden Geschwister ebenfalls an dieser Freizeitbeschäftigung Gefallen findet. Marie Reicherts Schwerpunkt lag auf Akrobatik. Allwöchentlich im Sportkindergarten.

Umso erstaunlicher ist es, dass sie bald vielleicht im Jahrgang 2001 schon zu den besten zwölf Basketballerinnen Deutschlands gehören könnte. Bislang ist sie eines von 48 erfolgreich gesichteten, bundesweiten Talenten, eines von nur sechs hessischen Mädchen. Wobei allein vier Spielerinnen genauso wie sie für die Nachwuchsmannschaft der BG Marburg zum Drei-Punkte-Wurf, zum Diagonalpass oder zum Rebound ansetzen.

„Wenn ich es in den Perspektivkader schaffen könnte, wäre das super. Dann wird auch der U-16-Bundestrainer auf einen aufmerksam“, weiß die 13-Jährige. Ab der Altersstufe U 16 werden Nationalteams gebildet – und Marie, schon seit geraumer Zeit mit der Hessenauswahl unterwegs, will für den nationalen Verband DBB ihre Qualitäten ausspielen. Mit einer Körpergröße von 1,85 m und dank der Körperspannung, die die Kasselerin mit Akrobatik trainiert hat, kann sie als Center wichtige Akzente setzen.

Zugute kommt ihr das umfangreiche Übungsprogramm: Einmal trainiert sie in Marburg, einmal bei der U 17 des SSC Vellmar, einmal bei den Damen des CVJM unter Anleitung der Ex-Nationalspielerin Andrea Harder, die für sie ein echtes Vorbild ist. „Es härtet ab, mit Älteren zu trainieren. Das Spiel ist viel intensiver“, stellt die 13-Jährige fest. Zudem muss sie regelmäßig zu Lehrgängen mit Landestrainer Eberhard Spissinger.

Nicht zuletzt wird sie jede Woche noch individuell von Jan Beck geschult. Der Lehrer des Goethe-Gymnasiums ist so etwas wie ihr Entdecker. Denn Marie Reichert fand über eine Talentaufbau- beziehungsweise Talentfördergruppe zum Basketball. Ihr großes Vorbild ist die ehemalige Nationalspielerin Andrea Harder. 

Später in die USA?

Trotz der vielen Verpflichtungen findet sie noch Zeit, mit Freunden etwas zu unternehmen. „Einige treffe ich ja beim Basketball“, schmunzelt die 13-Jährige, die die achte Klasse der Albert-Schweitzer-Schule besucht. Ihre Lieblingsfächer sind Sport und Englisch. Es überrascht nicht, dass sie genauso wie ihr Bruder zurzeit später mal in den USA aufs College gehen möchte. Anders als beim 21-Jährigen soll bei ihr dann auch Basketball eine große Rolle spielen.

Von Björn Mahr

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.