Verändertes Nachwuchskonzept bei Göttinger BBT-Nachwuchs

Der Retter in Aktion: Mit seinem Dreier eine Sekunde vor Schluss sicherte Phillip Hadenfeldt (am Ball) seinem BBT Göttingen beim Sieg über Münster die weitere Zugehörigkeit in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Um 14.19 Uhr gab es am vergangenen Sonntag in der S-Arena kein Halten mehr. Wie von der Tarantel gestochen sprinteten BG-Jungprofi Andy Onwuegbuzie und seine Freunde übers Spielfeld auf „Seppe“ Tarrah zu, drückten und knufften den Trainer des BBT Göttingen. Die Spieler hüpften im Kreis wild umher und feierten ausgelassen den Klassenerhalt in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL).

„Das ist das geilste Gefühl, das es gibt“, prustete der BBT-Coach nach dem Klassenerhalt in der NBBL heraus, der nach der regulären Saison eigentlich ein Absteiger-Team übernommen hatte. Der „Sonntags-Held“ war zweifellos Philipp Hadenfeldt (1,88 m, 76 kg). Dem Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums gelang mit seinem fünften Dreier eine Sekunde vor Schluss die Punktlandung mit dem Glückswurf zum 87:67. Am Montagmorgen stand schon wieder Englisch zum Unterrichtsbeginn auf dem Stundenplan.

Der aus Bovenden stammende U 16-Nationalspieler Hadenfeldt gilt als Riesentalent. Das hat in der vergangenen Saison auch BG-Chefcoach Johan Roijakkers schon gewürdigt, in dem er Hadenfeldt und auch Anton Groger (geht jetzt in die USA) bei den Bundesliga-Profis mittrainieren ließ.

Den in der S-Arena anwesenden BG-Gesellschaftern fiel mit dem Sieg gegen Münster ein Stein vom Herzen. Bei einer Niederlage für 10 000 Euro eine Wildcard für die NBBL kaufen (als Lizenzbedingung für jeden Erstligisten vorgeschrieben) oder das Geld für etwas Nützlicheres anlegen – das war die Alternative.

Zweite Last-Minute-Rettung

Das Geld wäre nicht aus dem Jugend-Etat abgezwackt worden, sondern aus dem Profi-Budget, verriet BG-Jugendkoordinator Dirk Altenbeck. So dürfte auch Roijakkers den BBT-Erfolg in Belgrad (Serbien) freudig zur Kenntnis genommen haben, wo er zuletzt auf Spielersuche für das Erstliga-Team war.

Ein verbessertes, aufpoliertes Jugendkonzept soll jetzt her. Durchgängigkeit von der Bundesliga über Regionalliga, NBBL bis zur JBBL ist angesagt. „Damit so etwas vermieden wird“, spielt Altenbeck auf die glückliche Rettung an – wie schon vergangene Saison erneut erst in einer Quali-Runde. „Wir haben mit Ach und Krach gewonnen, kamen mit einem blauen Auge davon“, bleibt er realistisch. Einiges habe im Argen gelegen.

„Das müssen wir massiv verändern: Jüngere Spieler einbauen, Spieler von außen holen“, so der Jugendchef, der den Ausbildungscharakter im Nachwuchsbereich betont. Zum Beispiel mit Rückkehrer Jan Mügge oder Jonas Weitzel vom ACT Kassel. Altenbeck: „Prima, dass wir Trainer uns so gut verstehen.“ Roijakkers, Tarrah, Zeljko Sustersic und JBBL-Coach Altenbeck arbeiten auf einer Linie. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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