Fan seit dem zehnten Lebensjahr

Baunataler sammelt alles über die Fußballer des KSV

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Gefährlicher Angriff: Karl „Jale“ Bock (Mitte) und Bruno Kilimann (rechts) sind hier in einem Testspiel am 18. August 1946 vor dem Tor des Fürther Torwarts Adolf „Katze“ Niemann aufgetaucht. 

Baunatal. Oliver Zehe lächelt erst einmal, wenn man ihn mit dem Gerücht konfrontiert, dass er nur in Baunatal wohne, weil er dann das Kfz-Kennzeichen KS - V haben kann. „Ich hatte in der Tat früher ein solches Nummernschild am Auto“, gibt er zu.

„Aber in Baunatal wohne ich schon immer, da steht mein Elternhaus.“

KSV, diese drei Buchstaben und dann die zwei Wörter Hessen Kassel dazu, das hat für den 43-Jährigen eine besondere Bedeutung. An den Fußballern aus dem Auestadion hängt Oliver Zehe etwa seit seinem zehnten Lebensjahr. Und hat dann auch angefangen, alles, was ihm über die Löwen in die Finger kam, zu sammeln. „Ich war als Kind schon Jäger und Sammler“, erinnert sich Zehe. „Später hat sich dann meine Sammelleidenschaft in Richtung KSV Hessen bewegt.“

So sah 1947 (gegen RW Frankfurt) die Halbzeitpause aus: Die KSVer mit (von links) Trainer „Itze“ Kleim, F. Zimmer (verdeckt), Peiler, Berner, Werner, Bohr, Windisch und Betreuer Lotze.

Oliver Zehe begann, alles Aktuelle zu horten, Zeitungsausschnitte, Fotos oder Videos. Und startete mit der Sucharbeit in der Vergangenheit. Alte Spieler des KSV Hessen, wie die bereits verstorbenen Erich Knothe, Hello Spohr oder Heinz Limmeroth, um nur drei zu nennen, halfen ihm dabei. Der eine oder andere frühere Funktionär oder Betreuer, Freunde und Bekannte unterstützten ihn.

So kommt es, dass ein Zimmer im Haus in Baunatal umfunktioniert wurde - in ein Archiv für den KSV Hessen. An die 100 Aktenordner sind so inzwischen von den Anfängen des KSV Hessen und seinen Vorgängervereinen zusammengekommen.

In Reih und Glied: Oliver Zehe vor den Aktenordner des KSV-Archivs. Foto: Fritschler

Fein säuberlich mit den einzelnen Jahrgängen beschriftet, stehen sie in Reih und Glied im Regal. Zeitungskopien aus den Vorgängerzeitungen der HNA findet man dort, aktuelle Kopien aus der HNA, Chroniken, Vereinsgeschichte, den früheren Löwenspiegel (Vereinszeitschrift) und Stadionheftchen. Auf der Festplatte des Zeheschen Computers lagern tausende von Bildern, eingescannt und mit den notwendigen historischen Daten versehen. Von Bock bis Brück, von Metzner bis Mayer: „Echte Schätze sind die Fotos vom 18. August 1946, da spielte der VfL Hessen Kassel, also ein Vorgängerverein des heutigen KSV, gegen Fürth.“

Und wer bewegte Bilder dazu braucht, um sich an frühere Zeiten des KSV Hessen zu erinnern, der wird sicher auch fündig. Oliver Zehe hat unzählige Filmdokumente auf DVD in seinem Archiv.

„Es kommen täglich neue Dinge dazu“,sagt Zehe, der im Monat rund 20 Stunden für sein Steckenpferd investiert. „Es ist nicht immer einfach, Familie, Beruf und Hobby unter einen Hut zu bringen.“ Der 43-Jährige sammelt ja nicht nur, er ist bei (fast) jedem Heimspiel des KSV Hessen dabei, im Presseteam, schreibt für die Homepage und den Hessenlöwen, macht regelmäßig Löwen-TV und den Liveticker für die Internetseite.

Von Peter Fritschler

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