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Hamburg Ironman: Beachbar statt Hawaii-Ticket

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Von: Kristina Marth

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Ein gemeinsames Foto vor dem großen Wettkampf: Lars Hildebrand aus Reilos (links) und Andreas Stöcklein aus Kirchheim bestritten am Sonntag den Ironman in Hamburg.
Ein gemeinsames Foto vor dem großen Wettkampf: Lars Hildebrand aus Reilos (links) und Andreas Stöcklein aus Kirchheim bestritten am Sonntag den Ironman in Hamburg. © Privat

Am Sonntag fand in Hamburg der Ironman statt. Bei bestem Wetter gingen 2900 Amateure aus 82 Nationen an den Start. Auch aus unserem Kreis waren wieder Athleten dabei.

Hamburg – Den Montagnachmittag mit einigen mitgereisten Freunden in einer Hamburger Beachbar wird Lars Hildebrand wohl so schnell nicht vergessen. Während im historischen Börsensaal der Handelskammer die Slots, also die Tickets für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii vergeben wurden, ließ der Reiloser das Pfingstwochenende gemütlich ausklingen. Auf einen Nachrückerplatz bestand mit seiner Zielzeit keine Aussicht – dachte Hildebrand. Aber er wurde eines Besseren belehrt.

Doch der Reihe nach: Mit etwa 200 Trainingskilometern im Wasser, 5000 auf dem Fahrrad und 900 in den Laufschuhen sowie einer leichten Erkältung im Gepäck startete er am Sonntagmorgen optimistisch in den Wettkampf. Um 6.40 Uhr begann dieser mit den 3,86 Kilometern durch das kühle Wasser der Alster – nach 1:06:41 Stunden war der 41-Jährige wieder an Land.

War das Schwimmen eher zäh, wie er hinterher erzählte, verliefen die anschließenden 180,2 Kilometer auf dem Fahrrad zunächst nach Plan. Bei der Wasserausgabe kam er dann allerdings unverschuldet zu Fall und fuhr mit kleinen Schürfwunden und Prellungen sowie leichten Schaltungsproblemen weiter. Die Hoffnung auf einen Hawaii-Starplatz blieb auch beim abschließenden Marathon bestehen – bis er in der letzten der vier zu absolvierenden Runden von Magenkrämpfen geplagt wurde und zwei Kilometer gehen musste. „Da war das Rennen dann gelaufen“, sagt er – kam am Ende aber doch in beachtlichen 9:36:25 Stunden ins Ziel.

Mit Altersklassenrang 27 (Gesamtrang 128) rückte der Hawaii-Traum in weite Ferne. Eigentlich. Denn niemand rechnete mit dem, was am Montag bei der Slotvergabe geschah. Weil einige der direkt Qualifizierten in der Altersklasse M40–44 bereits einen Slot in der Tasche hatten und andere wiederum andere sportliche Ziele haben oder aus anderen Gründen absagten, wurden die WM-Tickets eifrig durchgereicht. Am Ende haben 9:59:38 Stunden (Platz 56) gereicht – oder anders: Wäre Hildebrand im Börsensaal vor Ort gewesen, wäre er nun auf Hawaii dabei.

Allzu sehr ärgern will sich der Reiloser jedoch nicht: „Am Ende war ich glücklich, dass ich den Ironman ins Ziel bringen und anschließend mit meinen mitgereisten Freunden den Tag begießen konnte“, erklärt er. „Dass so viele von ihnen mit nach Hamburg gekommen sind, war schon geil.“

Den nächsten Anlauf in Sachen Hawaii will er möglicherweise bereits Anfang August in Maastricht unternehmen. Nun sei jedoch erst einmal ein wenig Entspannung angesagt.

Neben Hildebrand war auch ein weiterer Triathlet aus der Region in Hamburg am Start: Andreas Stöcklein aus Kirchheim ließ sich dieses Event (100 000 Zuschauer waren offiziellen Angaben zu Folge an der Strecke) ebenfalls nicht nehmen.

Auch für ihn hätte es an diesem Wochenende überraschenderweise für ein Hawaii-Ticket gereicht. Als 33. der Altersklasse M45-49 und Gesamt-267. lief er nach 9:59:39 Stunden am Rathaus ins Ziel, für einen Slot reichten am Ende 10:29:13 Stunden. Für Stöcklein spielte das aber keine Rolle. Er sagt: „Unter normalen Umständen hätte meine Zeit niemals gereicht. Hätten wir vorher gewusst, wie es läuft, wären Lars und ich aber natürlich zur Vergabe gegangen und dann hätte ich zum Slot auch nicht nein gesagt.“

Sein großes Ziel, eine Zeit unter zehn Stunden, hat der 48-Jährige auf jeden Fall erreicht. Wenngleich er dafür, wie er verrät, am Ende ganz schön beißen musste. „Ich glaube, außer Ohrläppchen und Augenbrauen hat mir am Ende alles wehgetan. Die Strapazen und Schmerzen waren es aber auf jeden Fall wert und ich bin absolut happy, dass mein Wettkampfplan aufging und ich die magische Zehn-Stunden-Grenze knacken konnte.“

Von Kristina Marth

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